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HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?

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16. Dez 2012 15:46

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 Betreff des Beitrags: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 15:46 
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Hallo,

mittlerweile kommt mir das echt oft unter, auch bei meinen eigenen Kindern.

Denkt ihr, daß HBs prozentual öfter in anderen Bereichen entwicklungsverzögert sind als andere Kinder? Oder ist das eine Wahrnehmungsfrage?

Kennt oder habt ihr HBs mit anderen Entwicklungsverzögerungen etwa im motorischen oder sozial-emotionalen Bereich?

Danke für eure Erfahrungen schonmal...:)

MissV


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16. Dez 2012 16:57

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 16:57 
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Hallo und willkommen, 012

MissV hat geschrieben:
Denkt ihr, daß HBs prozentual öfter in anderen Bereichen entwicklungsverzögert sind als andere Kinder? Oder ist das eine Wahrnehmungsfrage?

ich vermute mal, die Logik ist andersrum. Nicht eine (Hoch)Begabung macht Kindern zu schaffen, sondern ein unhomogenes Profil, also Diskrepanzen zwischen beispielsweise kognitiven und sozio-emotionalen Bereichen. Dann folgt oft eine Begabungsdiagnostik, für welche man bei einem Kind, das gleich schlau ist und bei dem alles rund läuft, gar keine Veranlassung hätte.

Dazu kommt noch, dass viele Kinder, die hohe kognitive Fähigkeiten haben, oft nicht ausreichend in anderen Bereichen gefördert werden, obwohl es gerade dann, wenn ein Kind "verkopft" ist, Sinn machen würde, auch bislang vernachlässigte Bereiche wie die Fein- oder Grobmotorik zu fördern. Kinder, die aufgrund eines hohen IQs gewohnt sind, schnelle Erfolge zu haben, tun sich schwer, anzuerkennen, dass man für manche Dinge Übung braucht und eignen sich Vermeidungsstrategien an. Bei meinem Sohn (12) hat es lange gedauert, bis er realisiert hat, dass man für manche Dinge Übung braucht. Kindern, denen nicht so lange alles zufliegt, haben das oft schon viel früher lernen müssen. Mein Sohn jammerte zum Beispiel ausgiebig über repetitive Schreibübungen, zum Einen, weil er sie in gewisser Weise schon vor Schulbeginn beherrschte und er sich intellektuell damit nicht ausgelastet fühlte ("alles Babykram") andererseits aber auch, weil er bislang einfach wenig mit den Händen gemacht hatte und es ihm schwer fiel (vorher halt immer die Nase in einem Buch). Wir haben dann Ergotherapie mit ihm gemacht, um diese Schwäche auszugleichen.

Also meines Erachtens gibt es diese oben beschriebenen Diskrepanzen nicht öfter, man schaut nur bei einem pfiffigen anders hin und hat höhere Erwartungen. Leider reicht einigen Eltern dann die diagnositizierte Hochbegabung für die Erklärung aller Probleme, die eigentlich eher eine Folge des Zackenprofils sind.

Lg

Anni


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16. Dez 2012 17:09

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 17:09 
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Hallo Anni,

danke fürs Willkommen...:)

Die von Dir beschriebene Diskrepenz in den Entwicklungsbereichen und das "unhomogene Gefühl" versteh ich. Aber das meinte ich nicht.

Bei meinen Kindern haben z.B. 2 von 3en Entwicklungsverzögerungen, die man schon lange vor der diagnostizierten bzw erkannten HB festgestellt und teilweise auch gefördert hat. Das ist nicht so auf der Stufe von "X kann schon lesen, dafür kann er noch nicht radfahren", sondern wirklich echte Defizite, die etwa im sozial-emotionalen Bereich dann die Einschulung gefährdet haben oder in der Grundschule dazu führen, daß im Sport darauf besonders geachtet oder Rücksicht genommen wird.

Das mit den höheren Erwartungen kommt dann v.a. von Leuten, die wenig Ahnung von HB haben, so nach dem Motto, wer hb sein will, muß ja irgendwie überall auch richtig gut sein...

LG,
MissV


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16. Dez 2012 19:35

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 19:35 
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MissV hat geschrieben:
Denkt ihr, daß HBs prozentual öfter in anderen Bereichen entwicklungsverzögert sind als andere Kinder? Oder ist das eine Wahrnehmungsfrage?


Hallo und willkomen!

Nein, das denke ich nicht. Ich glaube, dass ist in der Tat eine Wahrnehmungsfrage. Die allermeisten HBs fallen ja gar nicht auf, weil es nie einen Grund für einen Test gegeben hätte. Prof. Rost hat ja auch festgestellt, dass, wenn man einen ganzen Jahrgang testet, es keinen Hinweis darauf gibt, dass Störungen bei HBs gehäuft auftreten.


Zitat:
Bei meinen Kindern haben z.B. 2 von 3en Entwicklungsverzögerungen, die man schon lange vor der diagnostizierten bzw erkannten HB festgestellt und teilweise auch gefördert hat. Das ist nicht so auf der Stufe von "X kann schon lesen, dafür kann er noch nicht radfahren", sondern wirklich echte Defizite, die etwa im sozial-emotionalen Bereich dann die Einschulung gefährdet haben oder in der Grundschule dazu führen, daß im Sport darauf besonders geachtet oder Rücksicht genommen wird.


Das tut mir leid für dich, denn der Alltag wird wahrscheinlich durch die Entwicklungsverzögerungen dominiert und macht ihn nicht einfach. Sollten deine Kinder auch noch HB sein, dann ist ja zu hoffen, dass sie ihre Intelligenz u.a. auch dafür nutzen können, mit den Entwicklungsverzögerungen besser umzugehen. Z.B. weiß man von sehr intelligenten Autisten, dass sie die autistischen Symptome mit Übung sehr weit zurückdrängen können und so ein selbstbestimmtes Leben führen können. Aber natürlich machen es die Entwicklungsverzögerungen schwierig oder gar unmöglich, das geistige Potential so zu nutzen, wie manche sich das gemeinhin so vorstellen.

Zitat:
Das mit den höheren Erwartungen kommt dann v.a. von Leuten, die wenig Ahnung von HB haben, so nach dem Motto, wer hb sein will, muß ja irgendwie überall auch richtig gut sein...

Hier liegt sicher ein Problem, denn der Alltag wird ja durch die Entwicklungsverzögerungen dominiert, die die HB allenfalls mildert. Geht man nur von HB aus, würde man "mehr" erwarten. Da ist viel Aufklärungsarbeit notwendig. Ich denke mal, dass man da im Umfeld nicht immer auf Akzeptanz stößt. Magst du mehr berichten? Vielleicht im geschützten Bereich des Forums, wo man nur nach Anmeldung lesen kann?

Beste Grüße

Ubi

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16. Dez 2012 22:28

 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 22:28 
  
Ubi hat geschrieben:
Die allermeisten HBs fallen ja gar nicht auf, weil es nie einen Grund für einen Test gegeben hätte.


Da frage ich mich, wie man das mit Sicherheit behaupten kann. Wie kann man Aussagen über ungetestete Menschen tätigen, die man nie zu Gesicht bekommen hat? Also wie kann man über Ungetestete allein schon die Aussage treffen, sie seien hochbegabt? Versteh ich nicht. [smilie=confused-smiley-013.gif]

Es gibt, wenn man den zitierten Satz für wahr hält, sicher auch genug (vor allem Erwachsene) Hb's, die sich in Therapie begeben, ohne getestet zu werden! Ich meine, wann wird denn so ein Test gemacht? Eigentlich um auszuschließen, dass die Probleme von einer Minderbegabung herrühren, also meist bei schulischen Problemen, d.h. bei Kindern und Jugendlichen.

Ubi hat geschrieben:
Prof. Rost hat ja auch festgestellt, dass, wenn man einen ganzen Jahrgang testet, es keinen Hinweis darauf gibt, dass Störungen bei HBs gehäuft auftreten.


In einem Jahrgang von Kindern vielleicht nicht, aber was ist mit der Gesamtlebenszeitprävalenz?


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16. Dez 2012 23:15

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 23:15 
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Rost hat sich in der Tat mit Kindern beschäftigt. Es gab allerdings auch eine Studie von Terman, der Kinder bis ins hohe Alter verfolgt hat:
Terman-Studie hat geschrieben:
Mit Freude stellte Terman fest, dass sich der Trend aus den Voruntersuchungen bestätigte.
Die hochbegabten Kinder waren keineswegs wie lange Zeit angenommen sozial schlecht angepasste, einseitig
veranlagte Exzentriker. In allen Bereichen wiesen sie als Gruppe bessere Werte als die hinzugezogenen
Vergleichsgruppen auf. Terman konnte mit dieser ersten Untersuchung zeigen, dass hohe Intelligenz nicht
durch andere Schwächen kompensiert wird (Terman, 1926).

Quelle: http://www.swissgifted.ch/sg04_giger.pdf
Soweit ich weiß, gehören IQ-Tests durchaus auch zur Diagnostik von psychiatrischen Erkrankungen im Erwachsenenalter
G. Molz et al. hat geschrieben:
Der Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (WIE) kann unter anderem zur Diagnostik schwerer Lernstörungen, in der Hochbegabungsdiagnostik und ergänzend bei der Abklärung neuropsychologischer und psychiatrischer Störungen herangezogen werden.

Quelle: http://www.bdp-verband.de/psychologie/t ... en/WIE.pdf
Calipso hat geschrieben:
Da frage ich mich, wie man das mit Sicherheit behaupten kann.
Unter der Annahme von 2% hochbegabten Menschen kann man sich ja überlegen, wieviele Tests es in Gesamtdeutschland mindestens gegeben haben müsste, um die zu welchem Prozentsatz zu erfassen. Ich gehe man davon aus, dass gegeben die Gesamtbevölkerung kaum getestet wird.

Insofern wüsste ich nicht, was gegen meine Aussage sprechen würde.

Gruß

Ubi

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16. Dez 2012 23:47

 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012 23:47 
  
Ubi hat geschrieben:
Rost hat sich in der Tat mit Kindern beschäftigt. Es gab allerdings auch eine Studie von Terman, der Kinder bis ins hohe Alter verfolgt hat:
Terman-Studie hat geschrieben:
Mit Freude stellte Terman fest, dass sich der Trend aus den Voruntersuchungen bestätigte.
Die hochbegabten Kinder waren keineswegs wie lange Zeit angenommen sozial schlecht angepasste, einseitig
veranlagte Exzentriker. In allen Bereichen wiesen sie als Gruppe bessere Werte als die hinzugezogenen
Vergleichsgruppen auf. Terman konnte mit dieser ersten Untersuchung zeigen, dass hohe Intelligenz nicht
durch andere Schwächen kompensiert wird (Terman, 1926).


Das glaube ich gern. Die allermeisten Leute, gehen sicherlich auch nicht zum Psychologen, weil sie sozial gestört sind - im Gegenteil. Soziophaten sind schon echt selten oder wohl eher nicht die, die freiwillig einen Psychologen aufsuchen. ;-)

Ubi hat geschrieben:
Soweit ich weiß, gehören IQ-Tests durchaus auch zur Diagnostik von psychiatrischen Erkrankungen im Erwachsenenalter
G. Molz et al. hat geschrieben:
Der Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (WIE) kann unter anderem zur Diagnostik schwerer Lernstörungen, in der Hochbegabungsdiagnostik und ergänzend bei der Abklärung neuropsychologischer und psychiatrischer Störungen herangezogen werden.


Schwere Lernstörungen, neuropsychologische und psychiatrische Störungen sind aber wohl tatsächlich wirklich selten. Zumal von
kann die Rede ist.

Ich kann mich an ein Buch erinnern, dass ich mal gelesen habe "Die Seele des Mörders". Da schreibt ein amerikanischer Profiler und Psychologe, dass die Serienmörder mit denen er es in seiner Laufbahn zu tun hatte, allesamt sehr, sehr intelligent waren. Aber daraus lassen sich freilich ja keine Rückschlüsse auf Hochbegabte allgemein tätigen. Eher denke ich, dass diese Serienmörder wegen ihrer Intelligenz eben nicht gleich beim ersten Mord erwischt wurden.

Ubi hat geschrieben:
Calipso hat geschrieben:
Da frage ich mich, wie man das mit Sicherheit behaupten kann.
Unter der Annahme von 2% hochbegabten Menschen kann man sich ja überlegen, wieviele Tests es in Gesamtdeutschland mindestens gegeben haben müsste, um die zu welchem Prozentsatz zu erfassen. Ich gehe man davon aus, dass gegeben die Gesamtbevölkerung kaum getestet wird.


Die 130er- Marke wurde willkürlich gezogen. Man kann nur sagen, dass 2% derjenigen, die an einem IQ-Test teilgenommen haben, =/> 130 erreicht haben. Mehr lässt sich daraus nicht herleiten.
Man kann nicht wissen, wie viele Hochbegabte es z.B. in Deutschland gibt, wenn nicht alle in Deutschland lebenden Menschen getestet werden. Alles andere sind Schätzungen oder Vermutungen, das sollte man auch so darstellen.

Ich finde es jedenfalls total unlogisch Aussagen über "Hochbegabte" zu treffen, die nie als solche identifiziert wurden, wie z.B. "Die meisten hochbegabten Menschen fallen nicht auf, weil nie ein Test gemacht wurde". Man kann doch nur Aussagen über Hochbegabte treffen, die auch als solche identifiziert wurden. Insofern ist auch diese Aussage lediglich eine Vermutung.

Naja und Studien sind natürlich nie repräsentativ, sie lassen nur Aussagen über die Stichprobe zu. Mehr nicht.


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17. Dez 2012 09:38

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012 09:38 
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Hallo Ubi und Calipso,

ui, da hab ich ja gleich als Einstand sozusagen einen Streit entfacht...;)

Liebe(r)? Ubi, Deine Verlinkung bzw Dein Zitat daraus bezieht sich wirklich nicht auf meine Fragestellung. Keines meiner Kinder ist ein "sozial schlecht angepasste, einseitig veranlagte Exzentriker". Das meinte ich nicht. Mir geht es nicht um die Persönlichkeitsstruktur, die ja lebenslang ähnlich bleibt, sondern um die kindliche Entwicklung der jeweiligen Bereiche. Kognitiv hoch - bedeutet das öfter als woanders auch sozial, emotional, motorisch verzögert?

Ich vermute, die Entwicklungsverzögerungen meiner Kinder wären dort gar nicht aufgetaucht - denn in den Tests (=Theorie) ergaben sich ebenso hohe Werte bei meinem sozial-emotional verzögerten Kind, was es aber praktisch nicht umsetzen konnte/kann. Und mein motorisch verzögertes wäre vermutlich gar nicht aufgetaucht, weil es den Alltag nur marginal tangiert.

Tatsächlich erkenne ich unter den getesteten, mir bekannten Kindern wirklich einen hohen %satz von Kindern, die einen hohen IQ orgendwie anders "ausbaden" müssen, sei es nun emotional, sozial, motorisch oder wie auch immer.

Kann man hier eigentlich Umfragen machen? Dann hätten wir zwar keinen wirklich repräsentativen Schnitt, aber vielleicht eine Tendenz?

LG,
MissV


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17. Dez 2012 10:14

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012 10:14 
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Hallo,

calipso hat geschrieben:
Also wie kann man über Ungetestete allein schon die Aussage treffen, sie seien hochbegabt? Versteh ich nicht.

Kann man natürlich nicht. Nur wer getestet ist, über den können Aussagen getroffen werden. Und getestet werden i.d.R. nur diejenigen, die auffällig sind. Man kann höchstens, wenn man eine bestimmte Größe hat, hoch rechnen - weshalb ich besonders "witzig" finde, wie oft Lehrer behaupten, sie hätten noch nie ein hochbegabtes Kind in ihrer Klasse gehabt, das ist statistisch relativ unwahrscheinlich, zumindest wenn sie über etwas Berufserfahrung verfügen.

MissV hat geschrieben:
Mir geht es nicht um die Persönlichkeitsstruktur, die ja lebenslang ähnlich bleibt, sondern um die kindliche Entwicklung der jeweiligen Bereiche. Kognitiv hoch - bedeutet das öfter als woanders auch sozial, emotional, motorisch verzögert?

Nein. Das hatte ich schon versucht, zu schreiben. Eher ist es so, dass (hoch)begabte Menschen sich auch sozial leichter fügen können, weil sie evtl. Schwächen viel besser kompensieren können. Menschen mit emotionalen und/oder sozialen Schwächen mit niedrigerem IQ können dies nicht so einfach. Ein hoher IQ ist also eher hilfreich. Relevant ist dabei aber auch, dass Kinder sich nie linear entwickeln, sondern eher in Sprünge bzw. Schüben. Es kann also durchaus sein, dass sich die Entwicklungsunterschiede (beschleunigt oder verzögert) in verschiedenen Bereichen einpendeln. Weshalb IQ-Tests meist erst bei Sechs- oder Siebenjährigen als halbwegs verlässlich bezeichnet werden.

MissV hat geschrieben:
Kann man hier eigentlich Umfragen machen? Dann hätten wir zwar keinen wirklich repräsentativen Schnitt, aber vielleicht eine Tendenz?

Das kannst Du schon tun - die Forentechnik bietet dies zumindest an. Es wäre aber alles andere als repräsentativ, es wäre noch nicht mal einen Tendenz. In einem Forum tauchen doch meist nur diejenigen der Betroffenen auf, bei denen es nicht rund läuft und das sind lt. Prof. Rost die meisten. Das liegt im Wesen eines Hilfeforums. Ähnlich verhält es auch bei den Betroffenen, die professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und dann (evtl. positiv) getestet werden. Rückschlüsse auf die Gesamtverteilung kannst Du daraus nicht ziehen. Würdest Du hier im Forum nachfragen, käme vielleicht sogar eine 100%ige Übereinstimmung heraus. Das sagt aber nichts aus über die breite Verteilung. Wie ubi bereits schrieb sind nach Prof. Rost negative Auffälligkeiten lt. Rost nicht überproportional bei Hochbegabten zu finden. Um relevante Daten zu erhalten, müsste man komplett alle Kinder testen oder man müsste repräsentative Stichproben machen. Das geht aber nicht unter (negativ)Betroffenen.

MissV hat geschrieben:
Tatsächlich erkenne ich unter den getesteten, mir bekannten Kindern wirklich einen hohen %satz von Kindern, die einen hohen IQ orgendwie anders "ausbaden" müssen, sei es nun emotional, sozial, motorisch oder wie auch immer.

Das meinte ich - so eine Aussage könntest Du doch nur treffen, bzw. Schlüsse daraus ziehen, wenn alle Dir bekannten Kinder getestet wären. Mir kommt es sowieso komisch vor, dass Du so exorbitant viele hochbegabte Kinder kennst. Arbeitest Du professionell in der Begabungsforschung?

Lg

Anni


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17. Dez 2012 10:29

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 Betreff des Beitrags: Re: HB und Entwicklungsverzögerungen in anderen Bereichen?
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012 10:29 
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Rost hat in seiner Studie nicht "Kinder berücksichtigt, die wegen Störungen zum Psychiater gingen, sondern flächendeckend getestet. Insofern kann er aufgrund seiner Ergebnisse durchaus Aussagen treffen.

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