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Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"

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18. Jan 2009 11:51

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 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 11:51 
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Grundlage der Diagnose war doch:

"Vergisst manchmal seine Hausaufgaben oder irgendwelches Schulmaterial."

"Ist im Straßenverkehr unachtsam."

Wobei die Grundschule das nicht bedenklich fand, sondern nur die Mutter. Weil das vielleicht irgendwann mal Probleme machen könnte.

Da kann ich mir eine Therapie auch nicht so richtig vorstellen. Ein Verkehrstraining vielleicht?

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18. Jan 2009 12:23

 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 12:23 
  
Was meinst du mit "Grundlage der Diagnose"? Vielleicht die Anamnese? Es sieht doch so aus: Die Mutter findet ihr Kind irgendwie auffällig und beobachtet über Jahre merkwürdige Dinge. Nach einigen Schlüsselerlebnissen dann der Gang zum Psychiater. Dort wird doch nun nicht aufgrund meiner Aussage eine Diagnose gestellt, sondern erst einmal mit irgendwelchen Tests herausgefunden, ob das Kind schusselig, normal oder pathologisch auffällig ist. Da nun vier Fachleute dieselbe Diagnose gestellt haben, wonach die Schwäche im Übrigen "sehr ausgeprägt" sei, mache ich mir da keine Sorgen, dass man das Rezept nur aus Gefälligkeit ausgestellt hat.

Ich weiß nicht, woher du das nimmst, dass ADS nur dann ADS ist, wenn das Kind schlechte Noten mit nach Hause bringt. Erstens bekommt man die Noten nicht nur für schriftliche Leistungen, sondern vor allem für die mdl. Mitarbeit. Und warum sollte die bei einem ADS-Kind nicht sehr gut sein? Und zweitens besteht das Leben nicht nur aus dem guten Eindruck, den die Lehrer von jemandem haben. Leider. Ansonsten wäre mein Sohn jetzt wahrscheinlich der Papst oder wenigstens Bundespräsident: Wie im Negativen so gilt auch im Positiven: Es gibt Kinder, die sind ein "everybody's darling". Der perfekte Schwiegersohn. Der gute Kumpel. Der Mädchenschwarm. Wenn du so jemand bist, dann halten dich alle für toll, so schusselig oder langsam du auch bist. Die Mädchen haben Spaß daran, dir die Sachen hinterher zu tragen. Die Lehrer würden dich am liebsten knuddeln, weil du so niedlich bist. Das sagen sie mir sogar noch auf der Oberschule.

Leider ist dieses Bild nicht unbedingt sehr realistisch. Wie das eben auch im Negativfall ist. Ein anderes Kind, welches vielleicht nicht den Niedlichkeitsbonus hat, kann bei der gleichen Störung die ausgemachte Nervensäge sein. Solche Leute kenne ich auch - gerade, wenn es sich nicht um die Hypo-Variante handelt: Träumer hat man lieb, die Hyperaktiven sind die Aggressiven, die Ungezogenen, die Dummen, die, die keiner mag. Dabei haben beide dieselbe Störung.

Ich halte es für gefährlich und nicht erfolgversprechend, mich auf den Niedlichkeitsbonus zu verlassen. Ich möchte auch nicht, dass man mit meinem Sohn Mitleid hat. Ich möchte, dass er sein handicap so ausgleichen kann, dass er auch ohne Sekretärin und Mami durchs Leben kommt.


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18. Jan 2009 12:56

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 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 12:56 
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oh-ein-papa hat geschrieben:
Es ist sicher gut, wenn ihr ein Erklärungsmodell findet dass für euch passt und euch neue Wege finden lässt.
Aber ich würde eher nicht erwarten, dass die Umgebung das auch so sieht.

Erstmal eröffnet Hb auch die Möglichkeit, Schwächen durch ADHS zu kompensieren.
Und wenn man impulsiv und mit hoher Geschwindigkeit durch eine Mathearbeit fegt, dann hat man noch die Hälfte der Zeit zur freien Verfügung wenn man durch ist. Auch ist eine Arbeit ja nicht automatisch "verhauen" ("mangelhaft"?) wenn man Ergebnisse nicht richtig runterkürzt.


Zu Letzterem: Doch - genau so war es - die -nicht vollständigen, weil nicht völlig runtergekürzten- Lösungen führten zu der "5".
Ja - man hat natürlich die Zeit evtl. übrig, um zu kontrollieren. Setzt aber voraus, dass man die Notwendigkeit sieht, und auch in der Lage ist, sein eigenes Handeln als "fehlerhaft" zu bewerten...

Noch mal zur Erinnerung: Wir sind mit dem Thema jetzt JAHRE zugange. Die Diagnose ist ja nix Neues. Und seit Jahren versuchen wir Lösungen zu finden.
Ich glaube, es ist ein grober Fehlschluss, davon auszugehen, dass die Hb etwas kompensiert. Genau darauf wollte ich ja hinaus: ich bin nicht nur der Meinung, dass es NICHT kompensiert, sondern dass es dadurch -zumindest in einigen, eher vielen!- Bereichen sogar eher noch schlimmer wird.
Noch mal:
ADS=impulsiv -> Lösungsmöglichkeit: Steuerungsmechanismen installieren, 1. durch Medikamente, 2. aber auch Training
Hb = extrem hohe Denkgeschwindigkeit. Für sich allein betrachtet sicherlich in vielen Bereichen ein Segen. Zusammengekoppelt mit der ADS-bedingten Impulsivität aber der Super-Gau!!

Von daher denke ich, dass die Kompensation einfach nicht greift. ALLERspätestens ab weiterführender Schule. weil da das planvolle, detailorientierte Handeln nötig wird.
Ich warne also vor der Einstellung, dass sich da etwas aufhebt. Aus eigener Erfahrung.

Und ich kritisiere da auch die Therapie, die bei ADS, zumindest war es bei uns so, vorgeschlagen ist, bzw. ich finde das zu einseitig und zu wenig: Bei uns hingen auch überall Pläne. Um dem Kind die Strukturierung zu ermöglichen.-

War zu Beginn sicherlich nicht schlecht. Aber vernachlässigt m.E., dass dadurch die SELBSTsteuerung, zumindest bei meinem Hb-ADSler, nicht genügend gefördert wird. Dieses -fast zwanghafte- Planen, welches wir dann auch irgendwann aufgegeben haben, hilft einem turbo-denk-mäßigen Kandidaten letztlich nur oberflächlich. Weil es zwar die fehlende Struktur berücksichtigt, aber nicht das Tempo, welches er vorlegt.
Dazu kommt dann das ständige -v.a. mütterliche :roll: - Eingreifen. "Du musst noch dies, noch das...." Auch davor kann ich nur warnen. Denn es führte zumindest bei uns dazu, dass der Kerl sich in sehr vielen Fällen auf mich verlässt. Also: Vollspeed auf der Überholspur unterwegs, irgendwer wird's schon stoppen!!!

Klartext: Ich werde in Zukunft versuchen, ihn mehr und mehr zum -verlangsamten...- Selbstdenken zu animieren. Dazu, immer wieder zwischendurch mal innezuhalten und sich und sein Tun zu hinterfragen. Nur SO kann es dauerhaft funktionieren. Seine Motivation ist da sehr hoch z.Zt. Schulisch will er es unbedingt packen, weil er die Oberstufe, in der er seinen Neigungen folgend das Ein oder Andere kippen kann, in relativ greifbarer Nähe sieht.
Sozial geht es ihm so gut wie schon lange nicht mehr - mit den Kumpels. Die Mädels fliegen auf ihn, weil er ein hübscher, großer Kerl ist... Allerdings verbaselt er's da auch durch sein teils etwas unüberlegtes Handeln - fehlt eben die nötige Verbindlichkeit und Diplomatie - bei den in dem passenden Alter doch allgemein schon recht "reifen" Mädels (und auf andere steht er nicht...) D.h. er kapiert momentan genau!!, wo es hängt. Und deshalb ist uns ja jetzt, mein Gott, nach immerhin 7 Jahren mit Therapie hier und dort, + Medis, noch mal SO genau klar geworden, dass es zwar nicht der grundsätzlich falsche Weg war, was gelaufen ist - aber dass er eben auch nicht optimal war!

Zu den Tobsuchtsanfällen: Bringt gar nix - aber die jahrelangen Tänze direkt am Abgrund mit wiederholter Rettung in letzter Minute strapazieren die Nerven... Und da genügt dann eben der "artzt", um mich zur Weißglut zu treiben....

Äquatorial-Afrika - das Wort, über das die meisten Klassenkameraden gestolpert sind, hat er übrigens richtig. DArüber hat er auch nachgedacht....ist im Moment des Hinschreibens genau bei diesem Wort... und nicht schon wer-weiß-wo...

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18. Jan 2009 13:36

 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 13:36 
  
Sturmhexe: Wieso denkst du denn, dass Hb automatisch gleichzusetzen ist mit schnell denken? Ich dachte immer, hb bedeutet: Zusammenhänge verstehen, sich Dinge selbst erklären und erarbeiten können. Schnell ist mein Sohn nun wirklich nicht.

Erfahrungsgemäß ist es so, dass die Anderen schneller sind und dadurch auch nicht unbedingt besser, während mein Kind eher langsam ist und dann - wenn er sich dann endlich meldet - die richtige Lösung präsentiert. Ich kenne das eher von hb so, dass sie zu lange warten (das Beispiel mit der Frage nach dem Raubtier, wo alle munter "Raubkatze" rufen, während der hb stundenlang überlegt, ob es sich um einen Gepard oder um einen Jaguar handelt). Und genauso ist meiner auch: Bloß nichts Falsches sagen / schreiben. Und durch das Bewusstsein über die Schwäche ADS ist er da noch aufmerksamer: "Ich weiß, dass ich zu Fehlern neige, also kontrolliere ich alles noch mal am Ende." Das ist vielleicht das Einzige, was die Therapie gebracht hat: Er weiß im Detail, wo seine Schwächen (und Stärken) liegen.

Die Pläne sind auch ein Witz: Ich will nicht überheblich klingen, aber ich glaube, das ist nur was für Leute, die nicht selbständig denken und die einfach tun, was auf irgendeiner Liste steht und die damit glücklich sind, wenn andere die Richtung vorgeben. Meiner fängt dann wieder an zu verhandeln: "Ich könnte ja noch 7 1/2 Minuten länger fernsehen und dann dafür am nächsten Tag 7 1/2 Minuten früher aufstehen". So ging das jeden Tag. Darauf habe ich keine Lust. Die Pläne sind nur sinnvoll, wenn ich als Mutter nicht ständig drohen und ankündigen muss. Und wenn dem Kind die Sanktionen und Konsequenzen nichts ausmachen, hat man sowieso keine Chance.

Wir haben mal ausgemacht (Rat des Therapeuten), dass wir uns leider nur dann einen Hund anschaffen können, wenn er im Haushalt - wie verabredet - hilft und sich selbständig um seine Schulsachen kümmert. Der besprochene Plan wurde nicht eingehalten mit dem Ergebnis, dass das Kind totunglücklich war und - das schlimmste - völlig einsichtig war und in Tränen aufgelöst meinte: "Ich weiß, dass wir uns keinen Hund anschaffen können, weil ich so schluderig bin und mich nicht an die Regeln gehalten habe und du nun zu viel Arbeit hast." Da habe ich beschlossen, die Pläne aufzugeben.


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18. Jan 2009 14:14

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 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 14:14 
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Naja - die Denkgeschwindigkeit spielt ja nun sicherlich eine Rolle - die Frage der Umsetzung, z.B. in Verbindung mit Perfektionismus oder auch Unsicherheit ist der nächste Schritt. Aber ich denke doch, wir sind uns einig darüber, dass Hbs insgesamt im Denken sehr oft ein anderes Tempo vorlegen? Zusammenhänge schneller erkennen, etc. - schneller das "Große Ganze" sehen - aber dabei eben übersehen, dass nur nach einem winzigen, für sie möglicherweise unwichtigen, weil nicht präzise, Teil gefragt wurde??! (s. Bsp. "Raubtier/Gepard")

ich bemühe noch mal das Bild der "Motorisierung", um zu demonstrieren, was ich meinte... (nee, keine Sorge, nicht der "Ferrari in der Fußgängerzone"... :lol: ) - mag ich zwar eigentlich nicht, scheint mir aber zur Veranschaulicheung recht griffig:

Ich bin ja früher viel Motorrad gefahren. Leidenschaftlich gern - und Gottlob ohne größere Unfälle.
Die meisten und schlimmsten Unfälle passieren da, wo 2 Faktoren zusammen kommen: Ein ungeübter, unüberlegter und impulsiver Fahrstil einerseits - und: Eine (zu) starke Motorisierung andererseits!
Klar ist es toll, wenn ich entsprechende Motorleistung zur Verfügung habe, dass ich in Kurven an's limit gehen kann. Und ganz sicher gibt es Situationen, in denen es von immensem Vorteil ist, wenn ich noch mal kurz am Hahn ziehen kann und die entsprechenden Reserven mobilisieren kann, um mich z.B. aus einer unvorhersehbaren Gefahrensituation schnell raus zu katapultieren...- da würde die besprochene "Kompensation" greifen.
Aber: Die Situationen, in denen es entschieden wichtig ist, planvoll und vernünftig zu handeln, sind entschieden häufiger D.h. wenn ich in eine Kurve gehe, sollte ich mir vorher überlegen, dass es sein kann, dass diese sich zuzieht - erst wenn ich genau sehe, wie sie verläuft, kann ich so richtig das tun, was Spaß macht...
Bin ich zu diesem planvollen, überlegten Handeln (noch) nicht in der Lage, bin ich auf einem langsameren Gefährt erheblich besser aufgehoben...

Zu den Plänen: Ich finde nicht, dass sie ein Witz sind. Aber ich finde, dass sie bei weitem nicht ausreichen, das, was dadurch vermittelt wird, zu oberflächlich bleibt und zu wenig auf Selbststeuerung abzielt.

Sturmhexe

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18. Jan 2009 14:53

 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 14:53 
  
Ich kann nicht sehen, dass mein Sohn schnell denkt. Ich bin überzeugt, dass es eher die Verknüpfung von bereits vorhandenem Allgemeinwissen mit der Fähigkeit, so ziemlich alles zu verstehen, ist. Oder die Fähigkeit, überhaupt zu denken. Das Denken an sich ist ja schon eine recht anspruchsvolle Tätigkeit. Ich jedenfalls schalte recht schnell ab, weil ich weiß, dass ich bestimmte Dinge NIE verstehen werde. Ich stelle das Denken also recht schnell ein. Mein hb Kind hingegen denkt und denkt und denkt und kann so eigentlich allem folgen. Aber dass er schnell denkt, bezweifle ich. Früher haben sie immer das 4-Ecken-Rechnen gemacht. Da gehörte er immer zu den Guten, war aber von denen immer der Letzte.

Wenn ich das mit Autos / Motorrädern vergleiche, dann sieht das so aus: Viele Leute lassen das Auto stehen, wenn sie merken, es ist draußen glatt oder sie sind in unbekanntem Terrain unterwegs. Mein Sohn wäre aber so jemand, der weiß, dass er zu Unfällen neigt und deshalb weiß, dass er sich besonders konzentrieren muss. Er würde dann vermutlich vorsichtiger fahren. Aber er würde nie das Auto stehenlassen, weil er es sich zutraut, das Teil immer und überall zu beherrschen. Er ist nicht so jemand, der mit Tempo 200 über die Autobahn donnern würde.

So erkläre ich mir das übrigens auch, dass er - das hab ich schon immer gesagt - besser Inliner / Fahrrad / Ski-Fahren und Rodeln kann, als er laufen kann...


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18. Jan 2009 18:35

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 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 18:35 
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Hallo Michaela,

Michaela hat geschrieben:
ihr verfolgt halt ein anderes Konzept. Ihr steckt alle Energie darein, euch an die schlechten Noten eurer Tochter zu gewöhnen und euch damit gut zu fühlen. Begründung war ja wohl, dass man bei euch nach der 5. automatisch in die 6. kommt - Versetzungsgefährdung also gar nicht erst aufkommen kann.

Die meisten Familien suchen dagegen nach einer Erklärung, wenn hb Kinder schlechte Noten haben und versuchen dann, daran zu arbeiten.

So ein Bordercoasting wie ihr es fröhlich betreibt, ist halt nicht jedermanns Sache.


So ganz verstehe ich nicht, was Du meinst.
Warum sollte ich die Strategie aus der 5. Klasse in der 6. weiter fortführen, wenn die Rahmenbedingungen sich ändern?
Soweit ich es sehe, läuft Töchterchens nächstes Zeugnis auf "Dreien" in allen Hauptfächern hinaus und ich denke nicht, dass sie irgendwo an der Kante langsegelt.

Die "Energie" stecken wir vermehrt in die soziale Integration.
Also Anti-Mobbing-Seminar, Verhaltenstraining, aber auch mal wieder Lernstrategie und Vokabeln abfragen.
Was muss mich eine "Fünf" in Bruchrechnen großartig beunruhigen, solange sie in Mathe zu den Besten ihrer Klasse gehört?
Die "Delle" haben wir nebenbei ausgebügelt, in dem sie ihre Mathe-HA nach Möglichkeit nicht alleine gemacht hat.


- Martin

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Und wo lassen Sie denken?


Zuletzt geändert von oh-ein-papa am 18. Jan 2009 21:56, insgesamt 1-mal geändert.

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18. Jan 2009 19:04

 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 19:04 
  
@ sturmhexe: Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu sehr off topic, aber ich habe da gerade ein akutes Problem (wie fast jeden Tag...) und würde mal gerne wissen, wie du das handhaben würdest:

Die klassische Situation: Sohn hat am Freitag eine Menge Hausis aufbekommen. Am Samstag war er recht lange mit Zimmer aufräumen beschäftigt und bekam abens Besuch. Schon gestern deutete ich an, dass er sinnvollerweise schon mal mit den Hausis anfangen sollte. "Nein, ich hab ja morgen noch Zeit!" Allerdings blieben ihm auch nur zwei gute Stunden zum Spielen.

Heute dann ließ er alles recht locker angehen. Ein bißchen gelernt, ein bißchen an seinem Nawi-Projekt gesessen. Ich hab zwischendurch immer mal versucht zu erklären, dass die Zeit knapp ist. Nun ist es 18.00. Die Vokabeln sitzen einigermaßen, das Nawi-Projekt will nicht fertig werden (ist aber auch kompliziert) und an die Matheaufgaben, für die er ca. eine Stunde eingeplant hat, ist noch gar nicht zu denken. Das Zimmer sieht vom gestrigen Besuch noch aus wie ein Schlachtfeld. Sein Job wäre noch, dort aufzuräumen. Nun kullern die Tränen und ich bin hin und her gerissen: Soll ich ihm das Zimmer aufräumen? Soll ich ihm bei seiner blöden Basteilei helfen? Oder soll ich ihn bis zum späten Abend arbeiten lassen?

So sieht es regelmäßig bei uns aus, und da du ja gerade dabei bist, dir über deinen Sohn Gedanken zu machen, könntest du meinen ja gleich mit übernehmen :wink: Einerseits denke ich, es ist meine Aufgabe, sein Zimmer schön zu machen, damit er sich wohlfühlt. Und mit der Nawi-Aufgabe will ich ihn auch nicht hängen lassen. Andererseits: Bringe ich ihm dann nicht bei, dass Trödeln in Ordnung ist, weil Mama ja sowieso eingreift, wenn es schwierig wird?


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18. Jan 2009 19:32

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 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 19:32 
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Dem folgend, was ich gerade dabei bin, zu erkennen, würde ich auf gar keinen Fall das Zimmer für ihn aufräumen.

Ich würde, mit ihm gemeinsam, eine Liste der Prioritäten der Dinge machen, die er noch zu tun hat - und wenn irgendetwas hinten runter fällt, könnte das evtl. in erster Linie das Zimmer sein??! Macht er es halt im unordentlichen Zimmer, was er zu tun hat...
Zitat:
Einerseits denke ich, es ist meine Aufgabe, sein Zimmer schön zu machen, damit er sich wohlfühlt

DAS finde ich nun überhaupt gar nicht - habe ich auch bisher nicht so gesehen!
Eine daraus abzuleitende Idee für das nächste Mal könnte sein, den Besuch nicht ziehen zu lassen, ohne dass dieser mithilft, das Chaos zu beseitigen.

Er muss die Konsequenzen seiner Fehlplanung schon kapieren. Kann nicht angehen, das DU das ausbadest - denn es läuft dann unter Garantie immer wieder so!

Ich habe mir angewöhnt, vorher SEHR deutlich auf die evtl. Konsequenzen aufmerksam zu machen. Und wenn das dann bedeutet, dass er heute ewig dran sitzt - dann wird er sich das sicherlich eher merken (und man kann ja auch noch mal dezent daran erinnern...) und evtl. mit sanftem Schieben, beim nächsten Mal anders handeln?!

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18. Jan 2009 20:05

 Betreff des Beitrags: Re: Versuch einer Erklärung - "double-trouble-Kombi"
BeitragVerfasst: 18. Jan 2009 20:05 
  
Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass er das Zimmer heute nicht mehr aufräumt. Morgen wird es auch nichts, weil wir da kaum zu Hause sind. Am liebsten würde ich es dann morgen vormittag aufräumen, weil ich denke, das wirkt dann irgendwie motivierend. Allerdings hat diese Taktik in den vergangenen 11 Jahren auch nicht funktioniert. Ich komme mir nur immer so mies vor, wenn mein Kind durch Legosteine, Schleichtiere und Rucksäcke seinen Weg ins Bett erst suchen muss. So schläft man doch auch nicht gut, oder?

edit: Nun fiel ihm auch noch auf, dass er seine Mathesachen in der Schule vergessen hat. Da durfte dann sein Freund die zig Aufgaben am Telefon diktieren....


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