Anmelden |  Registrieren

Eine Schule für alle?

Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 55 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 4578

13. Feb 2013 18:40

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 18:40 
Power-User
Power-User
Registriert: 10.2008
Beiträge: 9751
Barvermögen:
 5.976,80 Points
Wohnort: Bolivien
Geschlecht: nicht angegeben
 Profil  
Zitat:
Viele Eltern behinderter Kinder haben eher die Angst, dass die Förderschulen, die gute Arbeit leisten, schließen und ihre Kinder zur Inklusion verdonnert werden.


Im Herbst sind Wahlen. Bis dahin wird sich in Hessen nichts entscheiden. Je nachdem, wie gewählt wird, geht es dann weiter. CDU und Grüne wollen die Förderschulen belassen und den Eltern die Wahl lassen. Die SPD will sie auflösen.

_________________
Mein Motto: Immer freudig in die Zukunft sehen......


go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 19:06

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 19:06 
Power-User
Power-User
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 1909
Barvermögen:
 0,00 Points
Geschlecht: nicht angegeben
Geschlecht: weiblich
Bundesland: NRW
 Profil  
echomaker hat geschrieben:
Das stimmt. Ich habe erweiterte Familie mit einem mehrfach behindertem Kind in Hessen und die hatten bisher eine tolle Schule, wo viele Dinge abgefangen werden konnten, die an bicht dafür eingerichteten Schulen mit ein paar Stunden Zuweisung niemals gehen könnten - das Kind würde da - egal bei wie viel gutem Willen - umtergehen. Was aus der Schule wird, ist noch unklar.

Aber ich höre auch von Bekannten, die keine behinderten Kinder haben, dass sie und viele andere sich regelrecht fürchten vor gemeinsamer Beschulung. Vor allem bei Lerbehinderung und emotionalen Störungen.

Was wir hier auch kennen, ganz massiv, ist der Vorwurf der Bevorteilung der special needs kids, wegen deren Nachteilsausgleich. Das hat dann oft den Effekt, dass diese Kinder völlig isoliert sind, sobald kein Lehrer die Situation kontrolliert (was ja eh nur begrenzt möglich ist), wie es ja auch in dem Film bei dem einen Mädchen gezeigt wurde. Ich befürchte, dass das in der Praxis noch ganz schön übel für die "inkludierten" werden kann, denn auch in Deutschland ist das Rennen um die guten Noten ja recht unerbittlich. Ich bon eigentlich als Fan der Inklusionsidee nach England gezogen, stelle aber immer weiter fest, wie die meisten Kollegen, dass das mit einer kapitalistischen Leistungsgeselkschaft so eine Sache ist ...

Ich weiß nicht, ob der Grund die kapitalistische Leistungsgesellschaft ist. Da könnte man vielleicht DDR-Kollegen befragen.
Ich habe des öfteren mitbekommen (auch im Verwandtenkreis bei behinderten Kindern), dass sie in der Regelschule völlig isoliert waren. Die anderen Kinder waren nur soweit nett, als es ihnen political-correctness-Punkte bei den Lehrern einbrachte. Eine Verabredung außerhalb der Schule gab es nie.


go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 19:28

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 19:28 
Administrator
Administrator
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 10277
Barvermögen:
 4.188,00 Points

Bank: 2.057,47 Points
Geschlecht: nicht angegeben
Bundesland: Berlin
Über mich: hochbegabt in kulinarischem Sinne
 Profil  
Hallo,

sugar hat geschrieben:
Viele Eltern behinderter Kinder haben eher die Angst, dass die Förderschulen, die gute Arbeit leisten, schließen und ihre Kinder zur Inklusion verdonnert werden.

das ist wohl eher eine unberechtigte Angst, denn es wird aller Voraussicht nach einen gewissen Anteil Förderschulen trotzdem alternativ geben, sprich Elternwahl bleibt in gewisser Weise weiterhin. Es geht ja darum, dass Eltern behinderter Kinder ihre Kinder nicht stigatisieren wollen. Weshalb sollte ein nicht behindertes Kind das Recht auf Schule in Wohnortnähe (was sowohl die Selbstständigkeit als auch soziale Kontakte vereinfacht) haben, während es einem behinderten Kind nicht möglich ist, sondern diese oft weit in ihre Einrichtungen fahren müssen?

Ich habe neulich im Abgeornetenhaus eine interessante Fachtagung zum Thema Inklusion besucht. Nur mal so zur Einordnung des Themas, Deutschland ist, was Inklusion betrifft im Europavergleich auf der vorletzten Stelle. Weiter zurück ist nur Belgien: Inklusion im Europavergleich

Das große Problem liegt meines Erachtens darin, dass die Pädagogen hier reformmüde sind. Viele denken, Inklusion wäre nur wieder irgendeine reformpädagogische Laune. Man kann es ihnen auch nicht verdenken. Und viele denken, wenn man es lange genug aussitzt wie z.B. bei der jahrgangsübergreifenden Schuleingangsphase, würde dies unter Umständen auch wieder rückgängig gemacht werden (manche Schulen waren ja mit der Aussitz-Methode durchaus erfolgreich). Bei der Inklusion ist es anders. Sie ist ein Menschenrecht und kann deshalb gar nicht zurückgenommen werden. Nur die Umsetzung ist unterschiedlich. Ich will jetzt gar nicht zu sehr in Europa herumschweifen, aber Italien hat Inklusion ohne jede Vorbereitung von einem Tag zum anderen umgesetzt. Und es ging auch. Nicht dass ich deren (Bildungs)politik mustergültig fände, aber es ist ein Beispiel, dass es grundsätzlich möglich ist. Meines Erachtens nicht nachahmenswert, aber doch regt das zum Nachdenken an.

Was eben nicht funktioniert - und das sehe ich als das große Dilemma - das ist, dass Inklusion kostenneutral funktionieren soll. Bislang versuchte man nicht nur kostenneutral zu agieren, sondern hat der Umstellung auf Inklusion unter der Hand auch noch ein Sparmodell untergejubelt. Das finde ich insofern hinderlich, weil das das eine noch größere Antihaltung bei den Pädagogen aufgrund der fehlenden Ressourcen erzeugt hat. Dem Thema insgesamt hat man damit keinen Gefallen getan. Man muss sich schon im Klaren darüber sein, dass eine inklusive Beschulung größte Herausforderungen an die Pädagogen stellt. Dass viele Angst vor so einer Neuerung haben, kann ich nachvollziehen. Dazu kommt, dass ich einige Pädagogen kenne, die grundsätzlich der Ansicht sind, sie bewegten sich erst, wenn alle äußeren Bedingungen ideal wären. Da das nie der Fall sein wird, müssen sie sich auch nicht ändern. Anstatt zu überlegen, wie man etwas umsetzen kann, überlegen sie sich dann, warum es auf keinen Fall gehen kann. Das finde ich schade, ist aber meines Erachtens durch die Politik und den unglücklichen Start ins Thema mitverschuldet.

Kritisch sind meiner Meinung nach auch die Eltern, auch die der bevorzugten Kinder. Sie haben Angst, ihre Kinder könnten Nachteile aus einer heterogenen Beschulung ziehen. Ich habe hier auch schon gelesen, dass Eltern bemängeln, wenn ihre fitten Kinder zu Hilfslehrern "degradiert" würden. Dabei ist es ja eher so, dass ein Kind, das sich um andere kümmert und anderen Kindern den Stoff erklären kann, sich so viele Kompetenzen für seinen weiteren Schulverlauf verschafft, wie es ein Lehrer alleine gar nicht könnte.

Als Mitschülerin einer blinden Schülerin (war damals ein Modellversuch) kann ich nur sagen, dass wir letztendlich alle von dieser Miniinklusion profitiert haben. Nicht nur was die soziale Kompetenz betrifft, sondern wir bekamen auch ein komplett anderes Bild von Behinderten. Ich habe dabei auch gelernt: Blind sein ist gar nicht schlimm - die Blinden können ja fast alles machen, was sehende Menschen auch machen. Wenn jedes Kind seinen Lehrplan nach seinen Fähigkeiten bekommt, werden viele Behinderungen zur Normalität (Hürdenlauf stand bei der Klassenkameradin zum Beispiel nicht auf dem Lehrplan, durchaus aber Bodenturnen).

Interessanterweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern in ehemaligen Ostregionen, zumindest in ostberliner Bezirken Förderschulen gegenüber viel aufgeschlossener sind und Inklusion eher ablehen. Anders als im Westen, in dem Kinder in Förderschulen eher als stigmatisiert betrachtet werden, unter anderem weil sie im Arbeitsmarkt später benachteiligt sind, fanden die Eltern in DDR-Zeiten ihre Kinder in den Förderschulen gut versorgt, wohl auch, weil es ja den Kampf um Arbeitsplätze nicht so gab. Dies ist nicht allgemeingültig sondern meine Erfahrung in meinen Aktiviäten zum Thema.

Übrigens wird landläufig unter Inklusion immer nur die Integration von Behinderten verstanden, dabei geht es dabei ebenso um Menschen anderer ethnischer Herkunft, sozialen Herkunft etc, sprich aller benachteiligten Schüler.

Lg

Anni


Zuletzt geändert von anni11 am 14. Feb 2013 10:12, insgesamt 3-mal geändert.

go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 19:43

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 19:43 
Power-User
Power-User
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 1909
Barvermögen:
 0,00 Points
Geschlecht: nicht angegeben
Geschlecht: weiblich
Bundesland: NRW
 Profil  
Es ist wahrscheinlich ein großer Unterschied, ob eine blinde Mitschülerin, die ja kognitiv keine Probleme hatte, in der Klasse ist, oder mehrere Kinder mit diversen Behinderungen.
Was unsere vorletzte Stelle im Europavergleich angeht, haben viele europäische Länder entweder gar keine Förderschulen oder nicht so gute wie wir in D.
Dann habe ich in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass man vielen Kindern keinen Gefallen mit einer Regelbeschulung tut, zum einen wegen der mangelnden Unterrichtsqualität für ihre Bedürfnisse, zum anderen wegen der nicht stattfindenden sozialen Kontakte.
Ich denke, man kann den anderen Kindern auch keine Böswilligkeit unterstellen - es sind einfach je nach Grad der Behinderung keine gemeinsamen Interessen vorhanden.


go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 20:00

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 20:00 
Administrator
Administrator
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 10277
Barvermögen:
 4.188,00 Points

Bank: 2.057,47 Points
Geschlecht: nicht angegeben
Bundesland: Berlin
Über mich: hochbegabt in kulinarischem Sinne
 Profil  
Hallo,

sugar hat geschrieben:
Was unsere vorletzte Stelle im Europavergleich angeht, haben viele europäische Länder entweder gar keine Förderschulen...

Richtig. Das sagt die Statistik.

sugar hat geschrieben:
Dann habe ich in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass man vielen Kindern keinen Gefallen mit einer Regelbeschulung tut, zum einen wegen der mangelnden Unterrichtsqualität für ihre Bedürfnisse, zum anderen wegen der nicht stattfindenden sozialen Kontakte.

Soziale Kontakte kann man ja durch kein System verordnen. Aber man kann sie möglich machen. Oder vereinfachen.

sugar hat geschrieben:
Ich denke, man kann den anderen Kindern auch keine Böswilligkeit unterstellen - es sind einfach je nach Grad der Behinderung keine gemeinsamen Interessen vorhanden.

Wie kommst Du darauf, dass behinderte Menschen per se andere Interessen haben? Mein Sohn war in der Grundschule in einer Klasse mit sechs Integrationskindern. Alle sechs waren lernbehindert. Mein Sohn hat durchaus mit den sogenannten Sternchenkindern gespielt, zum Beispiel Fußball oder Stickertauschen, Mensch ärgere Dich nicht etc. Interessanterweise schrieb ich ja heute zu diesem Thema in diesem Thread. Es ist so in unserer Denke drin zu sagen: "Die" haben andere Interessen, dass man gar nicht daran denkt, dass es ja auch Überschneidungen geben kann. Natürlich wäre mein Sohn nicht auf die Idee gekommen, mit diesen Kindern Schach spielen zu wollen, aber warum nicht Spiele, bei denen es nicht auf kognitive Fähigkeiten ankommt? Für den kognitiven Austausch hat er sich andere Partner gesucht.

Lg

Anni


go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 20:07

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 20:07 
Power-User
Power-User
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 1909
Barvermögen:
 0,00 Points
Geschlecht: nicht angegeben
Geschlecht: weiblich
Bundesland: NRW
 Profil  
anni11 hat geschrieben:
Wie kommst Du darauf, dass behinderte Menschen per se andere Interessen haben? Mein Sohn war in der Grundschule in einer Klasse mit sechs Integrationskindern. Alle sechs waren lernbehindert. Mein Sohn hat durchaus mit den sogenannten Sternchenkindern gespielt, zum Beispiel Fußball oder Stickertauschen, Mensch ärgere Dich nicht etc. Interessanterweise schrieb ich ja heute zu diesem Thema in diesem Thread. Es ist so in unserer Denke drin zu sagen: "Die" haben andere Interessen, dass man gar nicht daran denkt, dass es ja auch Überschneidungen geben kann. Natürlich wäre mein Sohn nicht auf die Idee gekommen, mit diesen Kindern Schach spielen zu wollen, aber warum nicht Spiele, bei denen es nicht auf kognitive Fähigkeiten ankommt? Für den kognitiven Austausch hat er sich andere Partner gesucht.

Lg

Anni

Das mag im Grundschulalter der Fall sein. Später klaffen - bei den mir bekannten Kindern - Welten zwischen der jeweiligen Interessenlage. Und ich glaube, dass es für jedes Kind wichtig ist, Freunde zu haben. Und wie ich schrieb, die Kinder zu Freundschaften zu verdonnern geht nicht. Man kann nur innerhalb der Schule darauf achten, dass niemand ausgeschlossen wird. Dann muss man für sein behindertes Kind andere Freunde außerhalb der Schule finden.


go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 20:56

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 20:56 
Power-User
Power-User
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 1257
Barvermögen:
 796,10 Points
Geschlecht: männlich
Geschlecht: männlich
 Profil  
Die Erfahrungen hier sind eher wie das, was sugar befürchtet: die special needs kids sind ab der Pubertät recht isoliert - dazu, dass man Inklusion eben einfach nicht verordnen kann, gibt es immer wieder landesweite Tagungen, die sich mit den bleibenden Problemen beschäftigen.

Zitat:
Interessanterweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern in ehemaligen Ostregionen, zumindest in ostberliner Bezirken Förderschulen gegenüber viel aufgeschlossener sind und Inklusion eher ablehen. Anders als im Westen, in dem Kinder in Förderschulen eher als stigmatisiert betrachtet werden, unter anderem weil sie im Arbeitsmarkt später benachteiligt sind, fanden die Eltern in DDR-Zeiten ihre Kinder in den Förderschulen gut versorgt, wohl auch, weil es ja den Kampf um Arbeitsplätze nicht so gab.
Das meinte ich mit der kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Ich bin weiß Gott kein Sozialist, aber es gibt nunmal keine Vollbeschäftigung mehr und von (fast) jeder Arbeitsstelle muss ich den anderen verdrängen, der sie mir wegschnappen könnte - klar hat das einen Einfluss auf die Einstellung der Eltern zur Inklusion... und zu Schülern, die wegen Nachteilsausgleich in der selben Schule vielleicht bessere Noten bekommen oder den Lernprozess des eigenen Kindes verlangsamen könnten.

_________________
http://www.fluechtlingsrat-nrw.de http://www.nspcc.org.uk/


go to top Nach oben
 Profil  
 

13. Feb 2013 23:16

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 23:16 
Power-User
Power-User
Registriert: 10.2008
Beiträge: 9751
Barvermögen:
 5.976,80 Points
Wohnort: Bolivien
Geschlecht: nicht angegeben
 Profil  
Nehmen wir jetzt mal ein Kind, das im Rollstuhl sitzt. Das hat heutzutage keinen Anspruch auf Regelbeschulung. Auf einer Förderschule für Körperbehinderte ist es sehr, sehr schwer, Abitur zu machen. Und vielleicht möchte es auch gar nicht in einer Parallelwelt leben.

Habt ihr mal Eltern so eines Kindes auf "Betteltour" erlebt? Das kann es doch einfach nicht sein.

_________________
Mein Motto: Immer freudig in die Zukunft sehen......


go to top Nach oben
 Profil  
 

14. Feb 2013 06:39

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 14. Feb 2013 06:39 
Power-User
Power-User
Benutzeravatar
Registriert: 10.2008
Beiträge: 1257
Barvermögen:
 796,10 Points
Geschlecht: männlich
Geschlecht: männlich
 Profil  
nepomuk hat geschrieben:

Aber es gibt 2 Sorten von Kindern mit Behinderung, welche die körperlich nicht so sind wie die anderen Kinder und deshalb nicht genau so lernen können, und welche die verhaltensauffällig sind. Da genau sind meine Bedenken und meine Angst, denn wenn sich ein erprobter Schlägerjugendlicher und (m)ein zartes-Pfänzchenkind auf dem Schulhof auf dem Inclusions-Schulhof pulvern, dann würde ich als Mutter aufstampfen, wenn da erst wie im Film nach 3 Tagen ein Gespräch zustande kommt, weil zu wenig Personal da ist.

Erst sollten die passenden Pädagogen gefunden werden, und zwar in der richtigen Qualität und Quantität, bevor man eben alle überfordert.
Jetzt ist es aber so, dass in Deutschland der Beruf des Förderlehrers - im Falle der verhaltensauffälligen Kinder wäre das dann einer mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung - immer unattraktiver wird: man ist nämlich in kaum noch einem Bundesland an seiner Stammschule, sondern tourt durch die Stadt an mehrere Schulen, mit keinem "Heimatkollegium", Xfacher Doppelbelastung und wenig Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung. Schon jetzt haben sich die Studentenzahlen deutlich verringert...

_________________
http://www.fluechtlingsrat-nrw.de http://www.nspcc.org.uk/


go to top Nach oben
 Profil  
 

14. Feb 2013 09:15

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Schule für alle?
BeitragVerfasst: 14. Feb 2013 09:15 
User
User
Registriert: 10.2008
Beiträge: 318
Barvermögen:
 250,55 Points
Geschlecht: nicht angegeben
Bundesland: B
 Profil  
Hallo,
hier in Berlin ist es so, dass die Förderschulen in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale Entwicklung drastisch reduziert bzw. gestrichen wurden.
Es gibt schon einige "Inklusive Schulen" als Modellprojekte.
Ich halte aber die Umsetzung für ziemlich fragwürdig.
Auch wenn die Leute bemüht sind, geht es auf Kosten der Kinder.
Was sind denn 2 - 3 Förderstunden mit Unterricht in Kleingruppen bei ca. 25 Unterrichtsstunden in der Woche?
Laut meiner Information ist es auch so, dass die Förderlehrer in die Schulen gehen, um die "normalen" Lehrer zu beraten, nicht um zu unterrichten.
Die Klassenstärke liegt bei ca. 25. Das ist für viele der besonderen Kinder viel zu hoch, auch wenn immer mal wieder geteilt wird.
Denn oft sind das ja die Stunden, die als erstes wegfallen bei Vertretungen etc.
Und im Hort gibt es dann noch ein offenes Konzept, in dem sich gerade die Förderkinder verlieren.
Inklusion ja, aber bitte mit entsprechender materieller, personeller und finanzieller Ausstattung und inklusive Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte.

Diese Inklusionsgeschichte gilt momentan vorrangig im Grundschulbereich und auch in den Sekundarschulen. Für Gymnasien ist da nichts vorgesehen momentan.
Ein neues Konzept für Ganz-Berlin ist in Arbeit und soll wohl nächste Woche vorgestellt werden. ich bin gespannt.

Viele Grüße
KTO


go to top Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 55 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Besucher kamen durch folgende Suchbegriffe auf diese Seite:

förderschülerin braucht windeln ist es pfLicht einem inklusionskind in der grundschule ein klassenzimmer im erdgeschoss zu geben nachteilsausgleich schule klassenzimmer im Erdgeschoss

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Beteilige Dich mit einer Spende
cron

© phpBB® Forum Software • Theme foruz.net • phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker