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Fortsetzung Bildungsdiskussion

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26. Aug 2013 14:32

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 26. Aug 2013 14:32 
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Echo,

meine Erfahrungen beziehen sich im Wesentlichen auf die USA (und dort verschiedene Städte und Firmen). Ein High School Abschluss dort garantiert eben kein Grundmaß an Bildungsinhalten, sondern man muss individuell schauen, was der Einzelne gemacht hat. Weswegen es ja auch die harten (eigenen) Aufnahmebedingungen für die gefragten Unis gibt. Und das erste Jahr an der Uni oder im College dient dort oft erst mal der Vervollständigung der Allgemeinbildung. Eine Art gewerbliche Lehre gibt es dort auch nicht, nur "Training on the job". So ist die Qualifikation dann auch oft. Da man in Vorstellungsgesprächen nach praktisch nichts wirklich fragen kann (nicht mal nach dem Alter...), ist das ein ziemliches Kunststück, jemanden mit der richtigen Qualifikation zu finden.

Standardisierte Tests wie in England haben wir doch in Deutschland so nicht, oder?

Gruß

Ubi

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26. Aug 2013 14:57

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 26. Aug 2013 14:57 
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Ohne richtig gute Abiturnoten geht, in diesem Jahr zumindest, praktisch gar nichts mehr.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/2203279/
http://www.sueddeutsche.de/bildung/bachelor-studiengaenge-numerus-clausus-wird-zur-regel-1.1735798

Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Humboldt-Uni Berlin hat geschrieben:
Denn auf der anderen Seite klagen und barmen die Handwerkskammern beispielsweise über fehlenden Nachwuchs, so dass also Berufsperspektiven in unserer Gesellschaft auch mal sehr gründlich diskutiert werden müssen, ob unbedingt überall nur ein Hochschulstudium eine Perspektive eröffnet. Das ist ja überhaupt gar nicht der Fall. Denken Sie an die Handwerksberufe, an die kaufmännischen Berufe. Überall wird händeringend nach qualifizierten und engagierten jungen Leuten gesucht. Und diese Ströme auch mal kritisch zu diskutieren, glaube ich, haben wir in Deutschland insgesamt nötig.


Empfinde ich in dem Zusammenhang als eher zynisch.

Die Leute mit "nur Lehre", die ich persönlich kenne und die nicht das Glück der "frühen Geburt" mit langjähriger fester Anstellung in einem "Stammbetrieb" haben, sind entweder bei der Zeitarbeit oder hangeln sich mit befristeten Projektverträgen durch, wenn sie nicht beim Amt gemeldet sind.
Oder arbeiten im Ausland.

In dem Bereich gibts immer jemand, der es billiger macht. Oder jemand, der für Facharbeit nicht bezahlen will.
Von Aufstiegsmöglichkeiten und Verdienstmöglichkeiten trotz Vollzeit mal ganz zu schweigen.

Die, bei denen das alles "goldenen Boden" hat, sind die, die noch nicht mal gekündigt worden sind.

LG, Ida


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26. Aug 2013 22:35

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 26. Aug 2013 22:35 
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Ja, Ida, das Problem zeichnet sich hier auch ab und wird uns noch kräftig in den Hintern kneifen.

Zitat:
Standardisierte Tests wie in England haben wir doch in Deutschland so nicht, oder?
Und Deutschland täte gut daran, sich die auch tunlichst vom Hals zu halten. Dadurch wird nix vergleichbarer sondern das Klassensystem von unterfinanzierten, outgerankten Schulen und den Betuchtenschulen nur größer - und dieses unproduktive learning-to-the-test-and-the-test-only. Die Edelschulen setzen dann zur Not mit jedem Schülerl, der die Tests nicht auf die Reihe kriegt, so lange einen Tutor hin, bis auch er es endlich automatisiert (wenn auch nicht vestanen) hat und wenn das nicht klappt regelt's der Anwalt oder die connections und das sponsoring der Edeluni, wo schon der Vater und des Vaters Vater... Und an den unterfinanzierten Schulen ist kein Geld für Einzeltutoring und/oder Doppelsteckung oder Förderkurse, und da bestehen dann halt nur einige wenige/keiner die requirements der Edelunis, an denen die guten Jobs hängen. Und schon ist die soziale Schere einmal mehr in Stein gemeißelt und derjenige an der Edeluni, der das bessere Coaching bezahlen kann.
Das kanns auf Dauer auch nicht sein. Die Begabungen sind bei den Unbetuchten auch nicht schlechter als bei den Betuchten - von den ersteren gehen aber über die Hälfe auf gute Unis, von den wenig/nicht Privilegierten nur 8-9%.

Allerdings bekomme ich aus diversen Foren/Medien mit, dass viele in Deutschland nach mehr Vergleichstests, zentralen Prüfungen etc verlangen. Die mögen einige Probleme lösen (jeder Lehrer macht wie er denkt), aber sie schaffen neue und, wie ich finde, gravierendere.

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27. Aug 2013 09:50

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 27. Aug 2013 09:50 
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Freud hat geschrieben:
In dem Bereich gibts immer jemand, der es billiger macht. Oder jemand, der für Facharbeit nicht bezahlen will.
Von Aufstiegsmöglichkeiten und Verdienstmöglichkeiten trotz Vollzeit mal ganz zu schweigen.


Da erlebe ich hier immerhin eine Umdenken. Qualität und kreative Lösungen setzen sich doch durch. Ich hoffe, das zieht Kreise.

echomaker hat geschrieben:
Die Edelschulen setzen dann zur Not mit jedem Schülerl, der die Tests nicht auf die Reihe kriegt, so lange einen Tutor hin, bis auch er es endlich automatisiert (wenn auch nicht vestanen) hat und wenn das nicht klappt regelt's der Anwalt oder die connections und das sponsoring der Edeluni, wo schon der Vater und des Vaters Vater... Und an den unterfinanzierten Schulen ist kein Geld für Einzeltutoring und/oder Doppelsteckung oder Förderkurse, und da bestehen dann halt nur einige wenige/keiner die requirements der Edelunis, an denen die guten Jobs hängen. Und schon ist die soziale Schere einmal mehr in Stein gemeißelt und derjenige an der Edeluni, der das bessere Coaching bezahlen kann.


Das klingt ziemlich resigniert und ein wenig zynisch, dabei bist du ja noch am Anfang deiner Berufstätigkeit. Wie wünscht du dir denn das Bildungssystem ganz konkret. Wie ginge es besser, wie soll es organisiert, kontrolliert und bezahlt werden?

Gruß

Ubi

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28. Aug 2013 21:09

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 28. Aug 2013 21:09 
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Ubi hat geschrieben:

echomaker hat geschrieben:
Die Edelschulen setzen dann zur Not mit jedem Schülerl, der die Tests nicht auf die Reihe kriegt, so lange einen Tutor hin, bis auch er es endlich automatisiert (wenn auch nicht vestanen) hat und wenn das nicht klappt regelt's der Anwalt oder die connections und das sponsoring der Edeluni, wo schon der Vater und des Vaters Vater... Und an den unterfinanzierten Schulen ist kein Geld für Einzeltutoring und/oder Doppelsteckung oder Förderkurse, und da bestehen dann halt nur einige wenige/keiner die requirements der Edelunis, an denen die guten Jobs hängen. Und schon ist die soziale Schere einmal mehr in Stein gemeißelt und derjenige an der Edeluni, der das bessere Coaching bezahlen kann.


Das klingt ziemlich resigniert und ein wenig zynisch, dabei bist du ja noch am Anfang deiner Berufstätigkeit. Wie wünscht du dir denn das Bildungssystem ganz konkret. Wie ginge es besser, wie soll es organisiert, kontrolliert und bezahlt werden?

Gruß

Ubi


Nein, ich bin überhaupt nicht (!!) resigniert oder zynisch, ich gehe supergern zur Arbeit ich mag/respektiere meine Schüler sehr, freue mich darüber, den richtigen Job gefunden zu haben, von dem ich denke, dass ich ihn locker 40 Jahre ohne Langeweile oder Überdruss machen kann/will, weil er extrem komplex, herausfordernd und erfüllend ist. Das ist ein Privileg, ich weiß sehr wohl, dass es genug Menschen gibt, die für wenig Geld fiese/eklige/gesundheitsschädigende Jobs machen müssen - vom Fließband bis zur Nähmaschine.

Die persönliche Einstellung zu MEINER Arbeit erzeugt aber nicht in der Konsequenz eine rosa Brille auf das System in dem ich lebe oder die Abgabe des Hirns an der Garderobe. Ich bin auch nicht der Meinung, dass die Welt besser wird, wenn jeder sich das System, in dem er lebt, schönredet. Wie mal ein großer Amerikaner sagte "Wer sein Land liebt, der hört nie auf es kritischst zu betrachten" (wer war das noch?...) Das, was ich oben beschrieben habe, ist was ich und viele / die meisten meiner Kollegen hierzulande beobachten. Und die Eltern. Und die Schüler. Und die Medien. Eigentlich ist es "common knowledge".

Ein fertiges Rezept hab ich auch nicht. Sonst wär ich Bildungsminister. Oder beühmter Autor von bildungsteoretischen Schriften.

Ich hab ja schon wieter oben geschrieben, wovon ich denke, dass man es mal ausprobieren sollte. Kann auch schief gehen. Mir erscheinen aber die motivationspsychologischen und lerntheoretischen Einsichten zur Notengebung so einsichtig, dass ich finde, es könnte einen Versuch wert sein.

Ich finde, wie viele, dass den Privatschulen viele Privilegien entzogen gehören, es gibt genügende, die erhalten groteskerweise so viel Geld vom Staat wie die staatlichen Schulen PLUs das generöse Geld der Eltern PLUS das wirtschaftliche hardcore Sponsoring: dieses staatliche Geld, das die Ungleichheit befödert und zementiert, gehört an die Schulen, die es brauchen. Ich finde vor allem, dass bestimmte verkrustete Seilschaftsstrukturen gesellschaftlich gächtet gehören: Eton = Oxford = Vorstandsvorsitzener oder Minister = Vater -> Sohn - > dessen Sohn ... (polemisch und verkürzt, aber ihr wisst ja, was ich meine, ist ja hinlänglich bekannt und ad nauseam nachgewiesen). Die Spaltung der Gesellschaft ist hier wirklich deutlich drastischer als in Deutschland (wo sie schon schlimm genig ist), es gibt - vor allem auch in den Köpfen - noch feudale Strukturen und eine Geld&Machtelite, die völlig frei von sozialer Verantwortung ist und dieses im Schulsystem auch zu zementieren sucht.

Ich finde, die Konsequenz von OFSTED muss auf Hilfe abzielen, nicht auf Bestrafung der Schulen, die es ohnehin schwer haben, indem ihnen Zuschüsse gestrichen werden oder die besten Kollegen abwandern, weil sie nicht mit dem Makel an einer failing school unterrichtet zu haben, weiterarbeiten könne/wollen, das macht einen (aufgrund obiger alter Denkstrukturen) nämlich woanders unemployable. GERADE die guten Lehrer müssen aber an die failing schools, um keine failing kids zu produzieren.

Usw usw. Es gibt wirklich tausend Dinge... und viele fangen lange VOR dem Bildungssystem an.

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Zuletzt geändert von echomaker am 29. Aug 2013 06:47, insgesamt 1-mal geändert.

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29. Aug 2013 06:37

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 29. Aug 2013 06:37 
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Das hier hab ich grad gefunden: http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... hulen.html - würdet ihr euer Kind das probieren lassen? Könnte ja grad was für HB sein...

Ich weiß überhaupt noch nicht wie ich dazu stehe (auf jeden Fall nicht refelxartig ablehnend), aber ich glaube, der Mann hat damit
Zitat:
De Hond: Ich habe eine vierjährige Tochter. Wenn Sie fertig mit der Schule ist, schreiben wir beinahe das Jahr 2030. Dann werden wir noch mehr online sein, als wir es heute schon sind. Alles Wissen der Welt wird ständig und überall verfügbar sein. Traditionelle Schulen verschwenden viel Energie darauf, Informationen in die Köpfe der Kinder zu kriegen. Viel wichtiger ist es ihnen beizubringen, wie man Informationen verarbeitet. Das Wissen selbst wird sekundär.
wahrscheinlich recht.

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29. Aug 2013 13:29

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 29. Aug 2013 13:29 
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Nimm der Ipad-Schule das Ipad aus dem Namen und schreib Montessori drüber, dann hast du real existierende Privatschulen in Deutschland.

Da hat niemand das Rad neu erfunden. Ob die Schüler jetzt mit Stift, Block, Beamer und PC lernen oder am Ipad finde ich absolut nachrangig.

Du kannst aber nicht Privatschulen verteufeln und sowas gut finden. Letztlich ist es auch das Geld der bösen wohlhabenden Eltern, die das Betreten von bildungspolitischem Neuland in der Versuchsphase erst ermöglicht. Von dem dann, wenn die Bildungspolitiker nur etwas offener wären, am Ende alle profitieren könnten. Oder zum Teil auch schon können.

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29. Aug 2013 20:06

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 29. Aug 2013 20:06 
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echomaker hat geschrieben:
Nein, ich bin überhaupt nicht (!!) resigniert oder zynisch, ich gehe supergern zur Arbeit ich mag/respektiere meine Schüler sehr, freue mich darüber, den richtigen Job gefunden zu haben, von dem ich denke, dass ich ihn locker 40 Jahre ohne Langeweile oder Überdruss machen kann/will, weil er extrem komplex, herausfordernd und erfüllend ist.


Dann habe ich das offenbar total falsch verstanden. Schön, dass ich mich geirrt habe.

Zitat:
Ich finde, wie viele, dass den Privatschulen viele Privilegien entzogen gehören, es gibt genügende, die erhalten groteskerweise so viel Geld vom Staat wie die staatlichen Schulen PLUs das generöse Geld der Eltern PLUS das wirtschaftliche hardcore Sponsoring: dieses staatliche Geld, das die Ungleichheit befödert und zementiert, gehört an die Schulen, die es brauchen. Ich finde vor allem, dass bestimmte verkrustete Seilschaftsstrukturen gesellschaftlich gächtet gehören: Eton = Oxford = Vorstandsvorsitzener oder Minister = Vater -> Sohn - > dessen Sohn ... (polemisch und verkürzt, aber ihr wisst ja, was ich meine, ist ja hinlänglich bekannt und ad nauseam nachgewiesen). Die Spaltung der Gesellschaft ist hier wirklich deutlich drastischer als in Deutschland (wo sie schon schlimm genig ist), es gibt - vor allem auch in den Köpfen - noch feudale Strukturen und eine Geld&Machtelite, die völlig frei von sozialer Verantwortung ist und dieses im Schulsystem auch zu zementieren sucht.


Beziehst du dich damit auf England? Der deutschen Situation wirst du damit nämlich nicht gerecht. Wie Heike ja bereits erläutert hat. Außerdem finde ich, dass man sich auch nicht dafür schämen sollen müsste, wenn man im Leben etwas erreicht hat. In der Regel wollen die Menschen dann auch etwas davon haben. Die Frage wäre, wie extrem dürfen die Unterschiede sein? Kennst du Vorstandsvorsitzende persönlich? Ich würde beispielsweise nicht mit ihnen tauschen wollen. Für kein Geld in der Welt. Der Druck auf dei Familien ist teilweise erheblich. Und der Besuch von abgeschirmten Privatschulen dann nur folgerichtig.

Gruß

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30. Aug 2013 05:47

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 30. Aug 2013 05:47 
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Nein, ich beziehe mich natürlich auf England. Ich hab auch nix gegen Reiche. Ich glaube aber, dass Geld und Macht auch Verantwortungsbewusstsein bedeuten sollten - und hab etwas dagegen, dass es eine klar immer weiter auseinander gehende extreme Schere in der Bevölkerung gibt (die bei uns schon zu gewalttätigen Ausschreitungen geführt hat! Kurze Betroffenheit - und jetzt wieder alles beima alten!) und dass diese ganz massiv durch unser Bildungssystem befördert und gesellschaftlich besonders von der privilegierten Schucht gewollt, befördert und betrieben wird. Und: ja, ich kenne Vorstandsvorsitzende persönlich. Und Investmentbanker der oberen Chargen. Und DA kannst du das Wort Zynismus lernen!! Der eine redet von der Art Menschen, die ich in der anderen Schule unterrichte, grundsätzlich nur als "riffraff" ... und auch bei anderen erkenne ich keinen auch nur ansatzweisen Blick dafür, dass es etwas anderes als die eigenen Kreise auch nur gibt.

Und ich glaube nicht, dass jede Modellschule unbedingt vom Geld "böser wohlhabender Eltern" (sic! - das böse hat Heike dazugemogelt) abhängen muss. Das ist auch eine Frage der Einstellung des Staates, ob man sich da mal zukunftsorientiert einbringen möchte.

Ich empfehle immer mal wieder gerne diesen Kommentar: http://www.newstatesman.com/politics/20 ... ined-think

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30. Aug 2013 07:31

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 Betreff des Beitrags: Re: Fortsetzung Bildungsdiskussion
BeitragVerfasst: 30. Aug 2013 07:31 
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echomaker hat geschrieben:
Und ich glaube nicht, dass jede Modellschule unbedingt vom Geld "böser wohlhabender Eltern" (sic! - das böse hat Heike dazugemogelt) abhängen muss. Das ist auch eine Frage der Einstellung des Staates, ob man sich da mal zukunftsorientiert einbringen möchte.


Der Staat tut es aber nicht. Weshalb das Geld von bösen Eltern kommen muss. Wovon dann übrigens auch Kinder profitieren, die keine wohlhabenden Eltern haben. Stell dir vor, es gibt Eltern, die zahlen an einer Privatschule mehr als den geforderten Beitrag. Der geht in einen Topf und ermöglicht anderen Kindern den Besuch dieser Schule. Den "Staat" interessiert das nicht die Bohne.

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