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Interpretation

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8. Sep 2013 17:57

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 Betreff des Beitrags: Interpretation
BeitragVerfasst: 8. Sep 2013 17:57 
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Hallo,
ich lese hier schon länger mit und nun haben wir nach langem überlegen unsere Tochter (nächste Woche wird sie 7 Jahre) in einer psychologischen Praxis testen lassen. Grund dafür war, dass unsere Tochter zwei Monate nach der Einschulung letztes Jahr schon sehr über Langeweile in der Schule geklagt und sich das über das gesamte Schuljahr gezogen hat.

Letztendlich muss ich sagen bin ich meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich war alamiert, da sie plötzlich kein Buch mehr in die Hand nahm und ich insgesamt Resignation bei ihr spürte.
Lehrergespräche und Elternberatung halfen uns kaum weiter.

Der Test ergab einen IQ-Wertvon 133. Nun habe ich noch eine Frage zu den unterschiedlichen Testbereichen.
Sie hat den WISC-IV gemacht.
Sprachverständnis: 132
Wahrnehmungsgebundenes logisches Denken: 133
Arbeitsgedächtnis: 129
Verarbeitungsgeschwindigkeit: 106
Gesamt 133

Die ersten drei Bereiche sind ja sehr homogen in den Werten, die Verarbeitungsgeschwindigkeit liegt im guten Durchschnitt.
Meine Frage die mir immer im Kopf rumgeistert...: Kann das so gewertet werden, wenn sich ein Bereich so deutlich unterscheidet?
Sagt man nicht immer die Werte sollten alle homogen sein?

Das Gespräch mit den Lehrern steht an und ich würde ihnen das gerne erklären können.
Die Psychologin hat gesagt, dass unsere Tochter Probleme hat unter Zeitdruck zu arbeiten.
Ist es genau das? Könnt Ihr mich da beraten?

Lg Schnupperhase


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8. Sep 2013 18:53

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation
BeitragVerfasst: 8. Sep 2013 18:53 
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Hallo Schnupperhase und willkommen!

Shnupperhase hat geschrieben:
Die ersten drei Bereiche sind ja sehr homogen in den Werten, die Verarbeitungsgeschwindigkeit liegt im guten Durchschnitt.
Meine Frage die mir immer im Kopf rumgeistert...: Kann das so gewertet werden, wenn sich ein Bereich so deutlich unterscheidet?
Sagt man nicht immer die Werte sollten alle homogen sein?

Die Fragen rund um die Auswertung bei Unterschieden in den einzelnen Bereichen haben wir in diesem Forum schon einmal hier diskutiert.
Kurz zusammengefasst finde ich das bei den von dir beschrieben Werten aber nicht so ganz relevant, da der angegebene Gesamt-IQ ganz gut zu den insgesamt höchsten Werten der Einzelskalen "passt". Interessant ist, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit vergleichsweise niedrig liegt, aber das ist bei vielen intelligenten Kindern der Fall. Man muss mehr über das Kind wissen, um zu entscheiden, ob sich da beispielsweise Konzentrationsprobleme hinter verbergen.

Zitat:
Das Gespräch mit den Lehrern steht an und ich würde ihnen das gerne erklären können.

Warum möchtest du der Lehrerin das erklären? Die einzelnen Zahlen gehen die Lehrerin nichts an und ich würde ihr auch kein Gutachten zeigen. So etwas landet in der Schulakte deines Kindes und du weißt nie, ob du später noch wünschen würdest, dass das so ist.

Du kannst das Gespräch so gestalten, dass du sagst, dass du dir Sorgen um deine Tochter machst, weil sie in letzter Zeit so wenig Motivation und sogar Resignation gezeigt hätte. Um auszuschließen, dass sie überfordert sei oder sonst Probleme bestehen würden, hättest du psychologische Beratung in Anspruch genommen. Und da hätte sich gezeigt, dass bei deiner Tochter soweit alles in Ordnung sei und es an Überforderung nicht liegen könne, da sie über eine hinreichende Intelligenz verfügen würde. Im Gegenteil, sie sie, so die Psychologin, wohl eher unterfordert. Allerdings habe sie Probleme, unter Zeitdruck zu arbeiten. Wie denn die Lehrerin das sehe und was man denn wohl tun könne....

Zitat:
Die Psychologin hat gesagt, dass unsere Tochter Probleme hat unter Zeitdruck zu arbeiten.
Ist es genau das? Könnt Ihr mich da beraten?

Das passt schon zu der niedrigen Verarbeitungsgeschwindigkeit. Ich hatte in dem oben zitierten Thread mal dazu geschrieben:
Ubi hat geschrieben:
Für AG und VG spielt auch die Feinmotorik, die Konzentrationsfähigkeit sowie die Anstrengungbereitschaft (!) auch bei niedrigem Anfordrungsniveau eine Rolle (also auch dann schnell arbeiten, wenn die Grundaufgabe sehr eintönig ist).

Die Frage ist also, warum die VG bei derine Tochter vergleichsweise niedrig ist. Das kann dir aber nur die testende Psychologin beantworten, die das Kind in der Testsituation gesehen hat. Da müsstest du bei ihr noch mal nachfragen.

Gruß

Ubi

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8. Sep 2013 21:37

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation
BeitragVerfasst: 8. Sep 2013 21:37 
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Hallo Ubi,
vielen Dank für Deine schnelle und sehr hilfreiche Antwort.

Das Gespräch mit den Lehrern wurmt mich schon die ganze Zeit.
So ähnlich wie Du es beschrieben hast bin ich es schon angegangen, leider ohne Erfolg.
Es wurde sogar überlegt, ob die Langeweile etwas mit Überforderung zu tun haben könnte...

Die Psychologin hat gesagt, dass wir es den Lehrerinnen unbedingt sagen müssen und sogar einen Schulwechsel in Betracht ziehen sollen.
Ich bin mit meinen Gedanken dazu zwar vorsichtig, da ich mich auf dem Gebiet sicher nicht so gut auskenne wie die Psychologin...,
aber ich kenne doch mein Kind. Und mein Kind identifiziert sich trotz Langeweile sehr mit "ihrer" Schule und hat viele Freundinnen. Das darf man doch nicht ausser Acht lassen.

Die Psychologin hat eine ganz gute "Förderungsanalyse" geschrieben. Dieses Schreiben finde ich gar nicht so schlecht, weil die Ideen darin dann von einer unabhängigen Person kommen, oder siehst Du das anders?
Letzendlich ist es ja unsere Entscheidung was die Schule davon zu sehen bekommt.

Liebe Grüße Schnupperhase


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9. Sep 2013 01:36

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation
BeitragVerfasst: 9. Sep 2013 01:36 
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Hallo schnupperhase,

was willst Du denn genau in dem Gespräch erreichen?
Was sind Deine Ziele?
Was soll sich genau ändern und wie?
Ohne genaues Ziel wird die Lehrerin sicher nicht an einem Vortrag über Testdiagnostik interessiert sein, vor allem, wenn sie da nicht von vorneherein drüber Bescheid weiß. Das wirkt unglaublich belehrend.
Wie hat sie das denn mit der Überforderung formuliert?
Da könnte man einhaken, dass Du den Ratschlag ernst genommen hättest und dies hätte Dir die überprüfende Stelle mitgegeben (=Förderanalyse). Was steht denn in der Förderanalyse drin?

Wenn Du den Satz "unsere Tochter Probleme hat unter Zeitdruck zu arbeiten" weitergibst, dann wird wohl von Deinem ganzen Vortrag nur übrig bleiben, "sag ich ja die ganze Zeit und dann üben Sie das zuhause mal mit ihrem Kind" (was im übrigen vielleicht gar keine schlechte Idee ist).

Ich persönlich würde niemals einen IQ-Test in die Schülerakte übergeben. Das sind doch keine Fachleute und was sich Laien dazu denken, kannst Du nicht beeinflussen, aber übel überrascht werden.

Welche Schule hat die Teststelle denn vorgeschlagen?
Kennen die sich regional aus?
Wie sind die Noten? Besorgniserregend?
Was macht Deine Tochter denn in der Freizeit? Kannst Du da "betuchliches" oder "überfordert-hektisches" Verhalten auch feststellen?

Ich möchte mich Ubi anschließen, frage nochmal bei der Teststelle nach, wieso nach ihrer Vermutung aufgrund der Testbeobachtungen die Verarbeitungsgeschwindigkeit so weit abweicht.

Wie ist die Feinmotorik Deiner Tochter entwickelt? Hat sie ein sauberes Schriftbild? Ermüdet sie schnell? Malt und bastelt sie gerne?
Und wurde schon einmal die visuelle Wahrnehmung gründlich untersucht?

Bietest Du ihr zuhause Lesestoff, der sie wirklich interessiert und ihrem Stand angemessen ist, kann sie sich dabei länger konzentrieren, lest Ihr zusammen und habt Spaß dabei?

Wenn sich Deine Tochter in der Schule ansonsten sehr wohl fühlt, sich von Lehrerin und Klassenkameradinnen akzeptiert und angenommen fühlt, hindert sie vielleicht irgendwas, im schulischen Bereich ihr Bestes zu zeigen. Weil sie eigentlich motiviert sein sollte.
Worauf stützt die Stelle ihre Empfehlung zum Schulwechsel?

LG, Ida


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9. Sep 2013 09:01

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation
BeitragVerfasst: 9. Sep 2013 09:01 
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Hallo Schnupperhase,

Ida hat ja bereits viel dazu geschrieben. Dem kann ich mich nur anschließen! Zu deinen konkreten Fragen:

Schnupperhase hat geschrieben:
Das Gespräch mit den Lehrern wurmt mich schon die ganze Zeit.
So ähnlich wie Du es beschrieben hast bin ich es schon angegangen, leider ohne Erfolg.
Es wurde sogar überlegt, ob die Langeweile etwas mit Überforderung zu tun haben könnte...

OK, die Überforderung kannst du nun ja ausschließen. Ansonsten wüsste ich nicht, was die Vorlage des Gutachtens oder die Erläuterung des Tests bei der Lehrerin an Veränderung bewirken sollte. Das würde ich also nicht tun, sondern darauf hinweisen, dass du ihre Besorgnis Ernst genommen hast, dem nachgegangen ist und man aber von Überforderung nicht ausgehen müsse.

Zitat:
Es wurde sogar überlegt, ob die Langeweile etwas mit Überforderung zu tun haben könnte...

Das Wort "Langeweile" solltest du einer Lehrerin gegenüber nicht in den Mund nehmen. Sie wird das (notwendigerweise) als Angriff auf ihren Unterricht verstehen (müssen). Du müsstest das dann mehr umschreiben. Z.B klingt "Überforderung wurde definitv ausgeschlossen" anders als "Unterforderung". Das ist immer eine Gratwanderung.

Zitat:
Die Psychologin hat gesagt, dass wir es den Lehrerinnen unbedingt sagen müssen und sogar einen Schulwechsel in Betracht ziehen sollen.
Ich bin mit meinen Gedanken dazu zwar vorsichtig, da ich mich auf dem Gebiet sicher nicht so gut auskenne wie die Psychologin...,
aber ich kenne doch mein Kind. Und mein Kind identifiziert sich trotz Langeweile sehr mit "ihrer" Schule und hat viele Freundinnen. Das darf man doch nicht ausser Acht lassen.

Wie gut kennt die Psychologin den eure Schullandschaft? Bei solchen Ratschlägen bekomme ich immer leichte Bauchschmerzen. Worauf begründet sie denn ihren Rat zum Schulwechsel? Ein Schulwechsel macht nur Sinn (genau wie ein Klassensprung), wenn es einen wirklichen Leidensdruck beim Kind gibt, es also seelisch so unter Druck ist (was sich auch durch körperliche Symptome äußern kann), dass man da reagieren muss. Geht dein Kind im Prinzip gern zur Schule? Fühlt es sich selbst (!) in der Klasse integriert? Wird es eingeladen zu Geburtstagen? Wir wissen hier noch nicht so viel über eure Situation, dass wir da genau raten könnten. Wie genau kennt denn die Psychologin eure Situation?

Zitat:
Die Psychologin hat eine ganz gute "Förderungsanalyse" geschrieben. Dieses Schreiben finde ich gar nicht so schlecht, weil die Ideen darin dann von einer unabhängigen Person kommen, oder siehst Du das anders?
Letzendlich ist es ja unsere Entscheidung was die Schule davon zu sehen bekommt.

Genau wie Ida würde ich erst mal genau schauen, was da drin steht. Und versuchen, das mit Lehreraugen zu bewerten. Wenn das dann immer noch Bestand hat, kannst du dieses der Lehrerin zugänglich machen. Evtl. ist es besser, das mündlich zu formulieren, so in der Art: "Überforderung wurde ausgeschlossen, aber die Psychologin meint, Übungen zu xxx würden ihr gut tun. Wir werden das zu Hause ebenfalls unterstützen. " Du musst, wie Ida auch geschrieben hat, nur vorsichtig sein, dass bei der Lehrerin nur hängen bleibt, es gäbe da Übebedarf. Insofern: wenn deine Tochter aus dem Text nicht erkennbar ist, vielleicht magst du mal Auszüge hier ins Forum stellen?

Gruß

Ubi

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9. Sep 2013 10:54

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation
BeitragVerfasst: 9. Sep 2013 10:54 
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Hallo Ida, hallo Ubi,

unsere Tochter ist in der Schule sehr integriert und fühlt sich in ihrem sozialem Umfeld wohl.
SIe passt sich aber auch sehr an die Leistungen der anderen an.
In den Förderempfehlungen steht z.B.:
" Auf der einen Seite neigen viele begabte Kinder wegen ihres perfektionistischen Anspruchs und der damit verbundenen Angst zu versagen dazu, aus eigenem Antrieb keine weiteren fordernen Aufgaben zu suchen. Dies spricht für für eine klar zielorientierte und -vereinbarende Leitung durch den Lehrer."

Das trifft sehr auf unsere Tochter zu. Sie würde nie etwas machen, wenn die Lehrerinnen ihr das nicht ausdrücklich "erlaubt" haben. Ich sage immer sie ist sehr "autoritätshörig".

"Sie braucht mit Sicherheit auch erwachsene Personen (Mentoren), die ihr helfen ihr gutes Potenzial in eine entsprechende Leistung umzusetzen".

Ich bin zur Zeit noch etwas überfordert und hoffe meine Gedanken bis zu dem Gespräch ordnen zu können.
Aber ihr gebt mir da sehr gute Unterstützung. Ich werde die von Euch genannten Aspekte mal der Reihe nach für mich erörtern.
Dann bin ich bestimmt ein gutes Stück weiter.

Vielen Dank!

Lg schnupperhase


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9. Sep 2013 12:06

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation
BeitragVerfasst: 9. Sep 2013 12:06 
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Hallo,

schnupperhase hat geschrieben:
Das trifft sehr auf unsere Tochter zu. Sie würde nie etwas machen, wenn die Lehrerinnen ihr das nicht ausdrücklich "erlaubt" haben. Ich sage immer sie ist sehr "autoritätshörig".

Das wäre der Punkt, wo ich mit meinem Kind arbeiten würde, nicht an der Lehrkraft, denn auf die habe ich so gut wie keinen Einfluss, bzw. der Versuch könnte sogar nach hinten losgehen. Unterstütze Deine Tochter darin, dass sie ihre Bedürfnisse formuliert.

schnupperhase hat geschrieben:
"Sie braucht mit Sicherheit auch erwachsene Personen (Mentoren), die ihr helfen ihr gutes Potenzial in eine entsprechende Leistung umzusetzen".

Im Grunde braucht jeder eine gute Unterstützung. Und man kann sich Lehrer halt nicht backen, das wird man auch nach einem Schulwechsel nicht können, insofern verstehe ich nicht, was die Psychologin mit diesem Rat bezweckt, das kommt mir doch etwas wie ein Schnellschuss vor. Oder wir wissen nicht genau, was ihr alles schon besprochen hattet. Bei einem Schul- wie bei einem Klassenwechsel reißt ma ein Kind aus einer Gemeinschaft, ich finde das sollte man sich gut überlegen wenn es gut integriert ist und sich sonst wohl fühlt. Was spricht denn dagegen, Eurer Tochter neben der Schule den vorgeschlagenen Mentor zur Seite zu stellen?!? Also dafür zu sorgen, dass sie viel Input bekommt und die Erwartungshaltung an die Schule vielleicht nicht mehr so hoch ist? Für begabte Kinder ist die Grundschule nie eine intellektuelle Herausforderung, trotzdem können sie sehr glücklich sein dort.

Ich würde vielleicht ein Gespräch mit den Lehrern suchen und mitteilen, dass Eure Tochter so schulunstig geworden sei nach anfänglicher Freude am Unterricht und was ihr Eindruck sei. Ich würde auch sagen, dass ihr Überforderung mit Hilfe von Fachleuten bereits eindeutig ausgeschlossen habt. Ich würde mitteilen, dass neben ausreichender kognitiver Stärke eine "nur" mittelmäßige Arbeitsgeschwindigkeit heraus gekommen sei und was alle dafür tun könnten, dass man die relative "Schwäche" beheben kann, dass das Kind sein Potenzial ausschöpfen kann. Vielleicht schreibst Du auch noch etwas mehr, wie es Deiner Tochter genau geht, wie groß der Leidensdruck wirklich ist.

Und den Hinweis von Ubi, das Wort Langeweile aus dem Wortschatz gegenüber der Lehrerin zu streichen finde ich auch sehr wichtig, welcher Lehrer hört schon gerne, dass er einen langweiligen Job macht?!? By the way beklagen sich bestimmt gefühlt Dreiviertel aller Kinder über Langeweile in der Schule, das kann ganz viele Ursachen haben. Gibt es eigentlich differenzierenden Unterricht bei Deiner Tochter?

Ich würde übrigens nie mehr einer Lehrkraft vom Testergebnis berichten, die Gefahr ist sehr groß, dass sie mit dieser Information nicht souverän umgehen kann, da werden oft alle Klischees bedient von "Oje, das Kind ist hochbegabt, das kann ja nur Probleme geben" bis hin zu "Das Kind muss der absolute Überflieger sein, das sofort alles kann." Die Wahrheit liegt meist irgendwo mitten drin, selten ist es so extrem, wie gerne darüber berichtet wird. Unsere Lehrerin in der ersten Klasse hatte sich übrigens auf die Überflieger-Definition versteift, um uns gegenüber zu vermitteln "Wenn das Kind wirklich so begabt wäre, würde es alle Aufgaben rasch abarbeiten und um mehr Stoff fragen." :roll: und das Kind wurde mit einem "gerade von Dir hätte ich aber mehr erwartet" demotiviert. :-( Also überlegt Euch gut, wem ihr was berichtet.

Lg

Anni


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