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2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?

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6. Mai 2012 23:28

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 Betreff des Beitrags: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 6. Mai 2012 23:28 
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Ein 2,5 jähriger im Bekanntenkreis fiel schon früh durch 'Andersartigkeit' auf - Sprachvermögen sehr früh entwickelt, dafür motorisch ein wenig zurück. Er beobachet die Tachonadel und stellt fest, dass die Anzeige sonst immer zwischen der 5 und der 6 ist, wenn Mama im Ort unterwegws ist.... Die Kontaktaufnahme zu anderen (gleichaltrigen) Kindern fehlt (wohl völlig) in der Krippengruppe, die er besucht. In der Krippe muss man derzeit wohl eine Kraft abstellen, um den Burschen 'zurück in die Gruppe' zu holen... Stuhlkreis ist unerträglich.. Andererseits ist er so 'altklug'. Die gleichaltrigen Kinder sagen: oh, Blume - und er klärt sie auf: "Nein, das ist keine Blume - das ist eine Tulpe - mit T - nicht mit P sonst wär es eine Pulpe." Wohlgemerkt, er ist zweieinhalb! Tatsächlich findet aber keine erkennbare Kommunikation mit Gleichaltrigen statt... Die Krippe, die er besucht gehört zu einem Lebenshilfe-Kindergarten und wurde gerade wegen der fehlenden Interaktion ausgewählt. Erzieherinnen und Kinderarzt haben nun autistische Merkmale festgestellt, die nun vom Kinderpsychologen bestätigt werden sollen. Beim Landkreis ist schon ein Platz für einen Integrationsplatz im Kindergarten beantragt, d.h. wohl, dass eine Kinderärztin des Landkreises sich das Kind auch nochmal anschaut(?) ...

Sagt mal, kann man bei einem Kind in dem Alter tatsächlich schon Autismus irgendeiner Art feststellen? Könnten die autistischen Züge (= fehlender Kontakt zu Gleichaltrigen???) nicht eher daher kommen, dass der Junge einfach weiter ist als seine Kumpanen und damit nicht zurecht kommt?

Was, wenn er jetzt schon in die Schublade Autismus gesteckt wird, aber die HB dabei eigentlich übersehen wird?
Sollte man in diesem Alter nicht tatächlich die Fähigkeiten fördern und die (evtl.) dadurch auftauchenden Störungen eher als Nebenprodukt bewerten?`

Bin gespannt auf Eure Reaktionen!
LG
Cinti


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6. Mai 2012 23:50

 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 6. Mai 2012 23:50 
  
Cinti hat geschrieben:

Sagt mal, kann man bei einem Kind in dem Alter tatsächlich schon Autismus irgendeiner Art feststellen? Könnten die autistischen Züge (= fehlender Kontakt zu Gleichaltrigen???) nicht eher daher kommen, dass der Junge einfach weiter ist als seine Kumpanen und damit nicht zurecht kommt?


Warum sollte man AS nicht bereits in diesem Alter "erkennen" können. Ob sich diese Diagnose dann bestätigt, wird die weitere Entwicklung zeigen. Aber was Du da so schilderst, klingt es schon so, dass es in die Richtung gehen könnte.

Cinti hat geschrieben:
Was, wenn er jetzt schon in die Schublade Autismus gesteckt wird, aber die HB dabei eigentlich übersehen wird?
Sollte man in diesem Alter nicht tatächlich die Fähigkeiten fördern und die (evtl.) dadurch auftauchenden Störungen eher als Nebenprodukt bewerten?`



Wenn es tatsächlich AS ist, wird ihm die Hb helfen, Dinge im sozialen Bereich lernen zu können. Es bringt niemanden weiter, die Augen vor einer unliebsamen Diagnose zu verschließen. Wertvolle Zeit könnte verloren werden, die man schon in entsprechende Unterstützung stecken könnte. Aber das scheint ja in diesem Falle sowieso gut anzulaufen.

LG Bettina


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7. Mai 2012 07:37

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 7. Mai 2012 07:37 
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Hallo,

ich finde es sollte beides berücksichtigt werden - sowohl die offensichtliche kognitive Stärke als auch die Schwäche im sozio-emotionalen Bereich, der Junge hat ja offensichtlich beides. Ob er aufgrund zweiterem gleich ausgemustert werden sollte ist meines Erachtens die Frage. Allerdings kann ich bei einer über zwei Ecken-Erzählung auch schlecht einschätzen, inwiefern aus ErzieherInnensicht in Sachen Integration in die Gruppe schon gearbeitet wurde.

Im schlechtesten Fall sehen die Eltern bislang nur die Stärke, während die Pädagogen nur die Schwäche im Auge haben.

Aber wie gesagt, Deine Frage ist aus der Ferne nur bedingt beantwortbar.

Lg

Anni


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7. Mai 2012 15:23

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 7. Mai 2012 15:23 
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Zitat:
Sagt mal, kann man bei einem Kind in dem Alter tatsächlich schon Autismus irgendeiner Art feststellen?


Das hier beschriebene Kind zeigt zumindest deutliche Anzeichen von hochfunktionalem Autismus im Sinn von AS ("hochentwickelte Sprache, aber keine Kommunikation mit anderen Kindern"). Der IQ liegt bei AS mindestens im Normbereich, kann aber bis in den Bereich der Hb gehen. (Wobei mittlerweile alle Autismusformen unter "Autismusspektrumstörung" zusammengefasst werden sollen, weil eine Abgrenzung untereinander nicht immer einfach ist.)

Zitat:
Die Krippe, die er besucht gehört zu einem Lebenshilfe-Kindergarten und wurde gerade wegen der fehlenden Interaktion ausgewählt. Erzieherinnen und Kinderarzt haben nun autistische Merkmale festgestellt, die nun vom Kinderpsychologen bestätigt werden sollen. Beim Landkreis ist schon ein Platz für einen Integrationsplatz im Kindergarten beantragt, d.h. wohl, dass eine Kinderärztin des Landkreises sich das Kind auch nochmal anschaut(?) ...


Soll das Kind denn wirklich "ausgemustert" werden, oder als I-Kind in der Gruppe bleiben?

Zitat:
In der Krippe muss man derzeit wohl eine Kraft abstellen, um den Burschen 'zurück in die Gruppe' zu holen...


Dann würde der Kiga einen besseren Betreuungsschlüssel bekommen, weil das Kind mehr 1:1-Betreuung braucht, um "gruppenfähig" zu werden. Darum ist die Integration unter "normalen" Kindern wichtig. Außerdem sollte es in einem Autismuszentrum angebunden sein und dort ggfs. Einzeltherapien bekommen.

Ein hoher IQ ist bei einem Kind mit AS ungeheuer hilfreich, weil es ganz viel "normales Verhalten" über den Kopf lernen muss! Je schlauer, desto besser die Prognose - wenn man den Kopf nicht in den Sand steckt und sich auf die kognitive Förderung beschränkt.

Zitat:
Im schlechtesten Fall sehen die Eltern bislang nur die Stärke, während die Pädagogen nur die Schwäche im Auge haben.

Dass die Erzieherinnen eher die Schwächen und die Eltern eher die Stärken dieser Kinder sehen, ist klar. Denn im Kiga, in Kindergruppen, sind die Kinder viel auffälliger als in 1:1-Situationen zu Hause.

LG
aspiema


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7. Mai 2012 19:01

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 7. Mai 2012 19:01 
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Gerade heute las ich einen Entwicklungskalender im Bereich Sprache, der in einer Kita aushing: Die Kinder beginnen mit anderen Kindern zu reden.
Als Altersspanne für diesen Kalender war ab 2 - 6 Jahre angegeben, unterteilt in einzelne Phasen, die aber altersmäßig nicht weiter aufgefüht waren. Also Diagnostik ja, aber auch im Hinterkopf behalten, dass diese Entwicklung noch kommen könnte.


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9. Mai 2012 19:15

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 9. Mai 2012 19:15 
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Vielleicht wirkt das Kind auch nur durch eine extreme Diskrepanz zwischen intellektueller und sozialer Entwicklung auffällig?
Wäre er 2,5 Jahre alt, würde noch nicht viel sprechen und nicht mit anderen Kindern interagieren, würde man das wohl als eher normal betrachten , oder? Soweit ich weiß, spielen Kinder in diesem Alter eher neben als miteinander.

Außerdem versucht er ja verbal Kontakt zu anderen Kindern aufzunehmen- nur ist der typische Altersgenosse für Diskussionen über Anfangsbuchstaben etc. wohl eher ungeeignet.

Alles in allem teile ich also deine Zweifel und rate zu Gelassenheit, solange kein deutlicher Leidensdruck für das Kind besteht.

Edit: ich hole ja gerade das Abi nach- in einer Klasse mit deutlich jüngeren Mitschülern, die völlig andere Interessen als ich haben...in diesem Umfeld verhalte ich mich wohl auch eher autistisch, da ich weder Lust habe mit den anderen zu reden, noch wüsste über was, da ich weder Mangas male, noch obszöne Hip Hop Texte auswendig kenne und auch den Diskussionen über den Drogenkonsum vom letzten Wochenende nichts abgewinnen kann...

Umgekehrt musste ich auch feststellen, dass für meine Belange und Ansichten keine gemeinsame Basis vorhanden ist, die zu einer erfüllenden Kommunikation für alle Beteiligten beitragen könnte.

Im entsprechenden Umfeld bin ich aber durchaus zu sozialer Kompetenz fähig!^^

_________________
"Der Geist ist kein Schiff, das man beladen kann, sondern ein Feuer, das man entfachen muss.“
Plutarch


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9. Mai 2012 22:32

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 9. Mai 2012 22:32 
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[quote="Gingerbread"]Vielleicht wirkt das Kind auch nur durch eine extreme Diskrepanz zwischen intellektueller und sozialer Entwicklung auffällig?
Wäre er 2,5 Jahre alt, würde noch nicht viel sprechen und nicht mit anderen Kindern interagieren, würde man das wohl als eher normal betrachten , oder? quote]
Danke, Gingerbread - das waren meine Gedanken.
Aspiema, vielleicht sind es auch tatsächlich hochgradig AS Symptome - ich bin auf dem Gebiet echt unwissend...
Der Kindergarten, in den er dann mit drei Jahren kommen soll ist ein anderer. Er käme dann in eine I - Gruppe, in der Tat. Was ja grundsätzlich für jedes Kind gut ist. Ich fürchte nur, dass bei den Planungen bisher die intellektuelle Entwicklung zu wenig berücksichtigt wird und zu viel auf die soziale Entwicklung geschaut wird, die ja vielleicht nur ein Verhaltensmuster sein könnte.

LG Cinti


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9. Mai 2012 22:43

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 9. Mai 2012 22:43 
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Hallo Cinti,

ich sag mal was ganz unpopuläres:

Ein Kind in dem Alter (zweieinhalb) mit den Entwicklungsproblemen (oder vielleicht gar keinen) würde ich überhaupt nicht in eine Kita schicken, sondern dafür sorgen, dass es eine ganz feste Bezugsperson hat, die es liebevoll unterstützt beim Kontakt mit Kindern, die dann gezielt und gesteuert gesucht und begleitet werden müssten.
Idealerweise Mutter, ansonsten Tagesmutter oder Verwandtschaft. Auf jeden Fall jemand, der eine wirkliche vertrauensvoll-stützende Beziehung mit dem Kind aufbauen kann.

Ich finde das zu früh. Das Eierkartonkind gibt es halt nicht immer.

Es sei denn, es handelt sich um eine Spezialeinrichtung mit täglichen therapeutischen Behandlungen, entsprechend geschultem Personal und Kleinstpersonalschlüssel, dann müsste das Kind aber auch zuhause sehr auffällig sein und nicht nur "Kontakt mit anderen Kitakindern verweigern".

LG, Ida


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10. Mai 2012 11:19

 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 10. Mai 2012 11:19 
  
Freud hat geschrieben:
Hallo Cinti,

ich sag mal was ganz unpopuläres:

Ein Kind in dem Alter (zweieinhalb) mit den Entwicklungsproblemen (oder vielleicht gar keinen) würde ich überhaupt nicht in eine Kita schicken, sondern dafür sorgen, dass es eine ganz feste Bezugsperson hat, die es liebevoll unterstützt beim Kontakt mit Kindern, die dann gezielt und gesteuert gesucht und begleitet werden müssten.
Idealerweise Mutter, ansonsten Tagesmutter oder Verwandtschaft. Auf jeden Fall jemand, der eine wirkliche vertrauensvoll-stützende Beziehung mit dem Kind aufbauen kann.



Sehe ich ganz genau so, Ida!


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10. Mai 2012 12:00

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 Betreff des Beitrags: Re: 2 Jahre alt - normal be-"kindergarten"-bar?
BeitragVerfasst: 10. Mai 2012 12:00 
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Zitat:
sondern dafür sorgen, dass es eine ganz feste Bezugsperson hat, die es liebevoll unterstützt beim Kontakt mit Kindern, die dann gezielt und gesteuert gesucht und begleitet werden müssten.

Idealerweise Mutter, ansonsten Tagesmutter oder Verwandtschaft. Auf jeden Fall jemand, der eine wirkliche vertrauensvoll-stützende Beziehung mit dem Kind aufbauen kann.


Ob die Mutter ideal geeignet wäre, kommt auf die Mutter an. Sie müsste das Problem "Kontakte knüpfen" als Problem erkennen...und nicht nur die kognitiven Interessen des Kindes (hier offenbar "Buchstaben") sehen.

Wenn sie das nicht kann, weil sie es selbst schwierig findet und das Kind ihre zaghafte Versuche torpediert, wäre jemand anders günstiger.

Ich spreche hier durchaus selbstkritisch. Mein "Sorgenkind" wurde weder von mir noch vom Kiga ausdauernd genug darin unterstützt, mit anderen Kindern zu spielen. Da mir selbst damals nicht klar genug war, warum ich das hätte "erzwingen" sollen, und obendrein selbst nicht auf andere (Mütter) zugehen konnte. Die genetische Komponente ist nun mal vorhanden. [smilie=confused-smiley-013.gif]


LG
aspiema (deren andere Kinder ihre Kontakte zum Glück auch ohne "schubsen" knüpfen konnten)


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