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link zu K-ABC / Flynn-Effekt

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8. Apr 2013 11:53

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 8. Apr 2013 11:53 
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Hallo Ida,

:-) das finde ich nun eine Spur gemein [smilie=confused-smiley-013.gif] - könntest Du evtl. trotz der vermuteten Wissenslücken Dein Gegenargument in Worten anführen? Willst Du darauf hinaus, dass die Kurve sich nach Neunormierung / -skalierung per se wieder als Glocke darstellen wird, weil das Konstrukt nun mal normalverteilt zu sein hat? Dann müsste es ja dennoch irgendwo (natürlich uns nicht zugänglich) die Rohwerte geben, die zu dieser Neuskalierung führen, und die auf der "alten Skala" eine "Andersverteilung" ergäben?

Ne, im Ernst: eine klitzekleine Erklärung könnte mich ganz glücklich machen: Der verlinkten Seite entnehme ich die bekannten Schwierigkeiten mit der numerischen "Gleichsetzung" von Prozenträngen, die sich auf unterschiedliche Skalen beziehen. Ähnliche Schwierigkeiten mit Auswirkung auf die Verteilung innerhalb einer Skala könnte ich mir vorstellen, wenn die Umrechnungsschritte "Rohwerte" in "IQ" über die Skala ein und desselben Tests nicht konstant wären. Ist das so? Sonst habe ich den Punkt einfach nicht, trotz link-lektüre [smilie=confused.gif]

Leider bin ich für die Volltextsuche im falschen Fach - auf Psychologie habe ich leider keinen Volltext-Zugriff, und mit "abstract-Folgerungen" ist das ja immer so eine Sache. Immerhin darf man hier auch ohne Text die Grafiken angucken, dort wird ein alternatives Modell zu einer Rechtsverschiebung gezeigt. Zugegebenermaßen erschließt sich mir beim alternativen Modell nicht, wie man hier zu einer IQ-Mittelwertsverschiebung kommen sollte - vielleicht zielt das alternative Modell rein auf die Außenschenkel ab. Fände ich dann schon auch inadequat, weil ja durchaus allüberall eine signifikante Verschiebung im Mittelwert (= Median, da normalverteilt) beschrieben wird.
Ansonsten habe ich bisher nur Hinweise gefunden, dass

  • es unzulässig ist, den Flynn-Effekt als für alle IQ-Werte gleich anzunehmen und als generellen Korrekturfaktor einzurechnen
  • grundsätzlich die "untere Hälfte" der Verteilung stärker betroffen ist
  • innerhalb der Werte unter / um 100 aber der Effekt mit der Höhe der IQ-Werte ansteigen soll.
Quellenangabe auf Wunsch gern nachträglich...

Sieht jedenfalls eher nicht so aus, als könnte der Flynn-Effekt HBs produzieren... (hat keiner hier behauptet, war bisher meine eigene Annahme).

edit: geht´s Dir um diesen Punkt?
Zitat:
Wichtig ist es, an dieser Stelle zu erwähnen, dass damit auf die Verteilung des Konstruktes "an sich" nicht zurückgeschlossen werden kann.
. Aber es heißt doch auch (andernorts, http://www.statistics4u.info/fundstat_germ/ee_ztransform.html:
Zitat:
die z-Transformation ändert nichts an der Form der Verteilung, es werden lediglich der Mittelwert und die Standardabweichung verändert.


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8. Apr 2013 12:58

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 8. Apr 2013 12:58 
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Hallo Mica,

Entschuldigung, es sollte nicht herablassend wirken, ich habe im Augenblick einfach sehr wenig Zeit zu schreiben, und ich war eigentlich zuversichtlich, dass Du das selbst herausbekommst :-D , weil Du dich damit intensiver beschäftigen willst.
Und eine Worterklärung macht auch immer wenig Sinn, wenn man das Prinzip dahinter nicht kennt.
Also alles Ja.

Mica hat geschrieben:
Willst Du darauf hinaus, dass die Kurve sich nach Neunormierung / -skalierung per se wieder als Glocke darstellen wird, weil das Konstrukt nun mal normalverteilt zu sein hat? Dann müsste es ja dennoch irgendwo (natürlich uns nicht zugänglich) die Rohwerte geben, die zu dieser Neuskalierung führen, und die auf der "alten Skala" eine "Andersverteilung" ergäben?
Ja, selbstverständlich beginnt eine Neunormierung mit der Erhebung von neuen Rohwerten, die nach wissenschaftlich-statistischen Verfahren erhoben werden.
Siehe Zitat oben
Zitat:
Desweiteren muß die zugrundeliegende Normierungs- oder Eichstichprobe repräsentativ zusammengestellt sein; so ist bei Leistungstest eine Aufteilung nach Altersgruppen und Schultypen sinnvoll und aussagekräftig, in Persönlichkeitstests nach geschlechtsspezifischen Normen. Wichtig ist auch, eine große Aktualität der Normdaten zu bewahren, da aufgrund veränderter ökonomischer und kultureller Bedingungen im Laufe der Zeit ein Leistungszuwachs in vielen Bereichen zu beobachten ist – ein und derselbe Punktwert wird dann immer leichter zu erreichen.


Mica hat geschrieben:
Dann müsste es ja dennoch irgendwo (natürlich uns nicht zugänglich) die Rohwerte geben, die zu dieser Neuskalierung führen, und die auf der "alten Skala" eine "Andersverteilung" ergäben?
Das IST der Flynn-Effekt, sehr vereinfacht gesprochen. Er hat als erstes die Idee gehabt "alte" Testergebnisse mit neuen zu vergleichen und die Ergebnisse wissenschaftlich zu untersuchen. Die wichtigste Botschaft daraus ist die unbedingte Notwendigkeit, die Testverfahren sehr regelmäßig zu aktualisieren und auch, dass veraltete Tests in manchen Fragestellungen nicht aussagekräftig sind. Das liegt ein bisschen in der Natur der Sache psychologischer Testverfahren, dass viele ein Verfallsdatum haben. Eine Hysterie-Patientin würde man heute sicher nicht mehr so behandeln wie zu Freuds Zeiten, einen Bluthochdruckpatienten auch nicht. Das ist also nicht unwissenschaftlich, sondern wissenschaftlich begründet.

Mica hat geschrieben:
Willst Du darauf hinaus, dass die Kurve sich nach Neunormierung / -skalierung per se wieder als Glocke darstellen wird, weil das Konstrukt nun mal normalverteilt zu sein hat?
Ja. Sonst kann man es, wie gesagt, in der praktischen Anwendung gar nicht gebrauchen. Es ist ein Instrument. Du musst Dich vielleicht gedanklich davon lösen, was EIN IQ-Test an EINER Person für INDIVIDUELLE (Roh)Werte DIESES Menschen erbringt. Das hat ja keine Aussagekraft für andere Menschen.

Mica hat geschrieben:
Der verlinkten Seite entnehme ich die bekannten Schwierigkeiten mit der numerischen "Gleichsetzung" von Prozenträngen, die sich auf unterschiedliche Skalen beziehen. Ähnliche Schwierigkeiten mit Auswirkung auf die Verteilung innerhalb einer Skala könnte ich mir vorstellen, wenn die Umrechnungsschritte "Rohwerte" in "IQ" über die Skala ein und desselben Tests nicht konstant wären. Ist das so? Sonst habe ich den Punkt einfach nicht, trotz link-lektüre [smilie=confused.gif]
Genau, es wird halt "skaliert".

Mica hat geschrieben:
  • es unzulässig ist, den Flynn-Effekt als für alle IQ-Werte gleich anzunehmen und als generellen Korrekturfaktor einzurechnen
  • grundsätzlich die "untere Hälfte" der Verteilung stärker betroffen ist
  • innerhalb der Werte unter / um 100 aber der Effekt mit der Höhe der IQ-Werte ansteigen soll.
Ja.

Mica hat geschrieben:
Sieht jedenfalls eher nicht so aus, als könnte der Flynn-Effekt HBs produzieren... (hat keiner hier behauptet, war bisher meine eigene Annahme).
Nein, die Zahl der HBs bleibt immer gleich. Kaffeesatzlesen ist das nicht, wie oft kolportiert wird :lol: .....

Wobei ein wichtiger, vielleicht der wichtigste, Aspekt ist, dass erstens die wissenschaftlich fundierten psychologischen "IQ-Tests" nicht zur Identifizierung von "HBs" produziert werden.
Und zweitens die wichtigen Aussagen solcher Testergebnisse für fachliche Zwecke nicht im "IQ", sondern in den Untertests und deren Verhältnis zueinander stecken (Sturmhexe hat da im Fachbereich Diagnostik mehrere sehr interessante Beiträge zu der praktischen Anwendung geschrieben, wenn Du mal in den Suchbegriffen stöbern möchtest).

Und da, um den Kreis zu schließen, wäre es ja fatal, wenn der Durchschnitt ALLER Kinder sich zum Beispiel im Bereich visuelle Merkfähigkeit verbessert hat, eine Diskrepanz durch die Verwendung veralteter Testunterlagen aber nicht auffallen würde.

Darum sind die Hinweise auf die "Veraltung" von Testverfahren wichtig, wenn bestimmte Fragestellungen untersucht werden sollen.

LG, ida


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8. Apr 2013 13:35

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 8. Apr 2013 13:35 
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Hallo Ida,

Zitat:
Entschuldigung, es sollte nicht herablassend wirken, ich habe im Augenblick einfach sehr wenig Zeit zu schreiben
Kein Problem, umso mehr freu ich mich ja, dass Du Dich hier überhaupt mit "fremder Leute Themen" befasst!
Zitat:
Das IST der Flynn-Effekt, sehr vereinfacht gesprochen. Er hat als erstes die Idee gehabt "alte" Testergebnisse mit neuen zu vergleichen und die Ergebnisse wissenschaftlich zu untersuchen.
:-) :-) :-) Ja, ja, ja, ich versteh schon, das ist mir schon klar - ich würd´s halt nur so gern selber SEHEN dürfen, nicht nur als Fazit und Mittelwertlinie, sondern als Komplettverteilung (, wie das ja auch für den kristallinen Teil in der PLOS ONE Publikation so schön gezeigt ist, noch mal danke dafür!) Bin einfach bissl datensüchtig...

Mir war das halt neu mit der "Linkslastigkeit" des Flynn-Effekts - jetzt hab ich´s geschluckt. Was den Prozentsatz der "anhand IQ-Test-etikettierten-HBs angeht": naja, der wäre schon durchaus angestiegen, gälte der Flynn-Effekt rechts wie links und nähme man einen "alt-normierten" Test (der kümmert sich ja nicht drum, ob nun plötzlich 5 % das angebliche 98er Perzentil erreichen)*. Da er aber rechts"randig" weniger als links zu greifen scheint, gibt´s an diesem Rand der Skala ohnehin kein Problem (zumal der Flynn-Effekt sich doch angeblich gerade umdreht - aber wir sind ja nicht in Dänemark :-D ). Nachdem wir uns aber für die Gesamtgesellschaft interessieren (ehrlich!) , sollte jede Normierung dringend aktualisiert werden, verstanden.

* ist mir übrigens klar, dass Dir das klar ist - Dir ging´s ja darum, dass per definitionem nicht mehr als 2 % "IQ-HB" sein können - ich wollte nur noch mal klarstellen, dass es mir auch klar ist :-D - uff, soviel Klärung auf einmal ;-)


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8. Apr 2013 19:12

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 8. Apr 2013 19:12 
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Hallo Mica,

Mica hat geschrieben:
Ja, ja, ja, ich versteh schon, das ist mir schon klar - ich würd´s halt nur so gern selber SEHEN dürfen, nicht nur als Fazit und Mittelwertlinie, sondern als Komplettverteilung (, wie das ja auch für den kristallinen Teil in der PLOS ONE Publikation so schön gezeigt ist, noch mal danke dafür!) Bin einfach bissl datensüchtig...


Gibts auch- musst Du nur Geduld mitbringen -Verfahrenskenntnisse hast Du ja jetzt :mrgreen: ....


http://d-nb.info/996077502/34

LG, Ida


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10. Apr 2013 12:34

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 10. Apr 2013 12:34 
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017 - die Sache mit der Geduld ist keine meiner Stärken (äh, hätt ich jetzt nicht erwähnen müssen, was :-? ?).

Jedenfalls auch wieder sehr interessant! Insbesondere, dass zwar von HAWIK III auf IV ein ausgeprägter Flynn-Effekt auch am rechten Schenkel attestiert wird (und sogar mit Umrechnungspunkten versehen), dass aber zugleich folgendes statiert wird:

Zitat:
Mit der Untersuchung des Flynn-Effekts an Kindern aus dem oberen Leistungsbereich lässt sich die Annahme bestätigen, dass das Absinken des IQ besonders in den Randbereichen intellektueller Fähigkeiten auftritt (auf Indexebene sinken die Werte um 3.4 bis 9.2 IQ-Punkte ab, der Gesamt-IQ des HAWIK-IV weist durchschnittlich neun IQ-Punkte weniger auf als der Gesamt-IQ des HAWIK-III, siehe Tabelle 8.15). Außerdem spiegeln die Ergebnisse dieses Vergleichs die typischen Leistungsprofile überdurchschnittlich bzw. hoch begabter Kinder wider. Gemäß Studien mit Hochbegabten weisen Kinder am oberen Leistungsbereich besonders hohe Werte in den Bereichen der Sprache und des logischen Denkens auf, während sie im Gedächtnis und in der Geschwindigkeit eher durchschnittlich abschneiden (siehe Kapitel 4.6.4 und Daseking, Petermann et al., 2008). Das deutliche Absinken des Gesamt-IQ wurde auch in Studien zu Hochbegabung berichtet und mit der im HAWIK-IV erhöhten Berücksichtigung der Erfassung von Gedächtnis- und Geschwindigkeitsleistungen begründet (siehe Kapitel 4.6.4 und Birke & Lehn, in Druck; Falk et al., 2004).


Die Recherche, ob nun "am oberen Leistungsbereich" die überdurchschnittlich begabten oder aber die hoch begabten oder aber beide meint, verschiebe ich auf "nach der Schuleinschreibung" - jetzt erst mal auf zur Brennpunktschule :-D


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10. Apr 2013 18:53

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 10. Apr 2013 18:53 
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Hallo Mica,

Mica hat geschrieben:
017 - die Sache mit der Geduld ist keine meiner Stärken (äh, hätt ich jetzt nicht erwähnen müssen, was :-? ?)..

Die musst Du dann schon aufbringen, wenn Du da für Dich wirklich mehr zu erfahren willst, das ist schon ein recht komplexes Thema ohne einfache Antworten- darum gibt’s es ja auch so viele wissenschaftliche Arbeiten dazu [smilie=confused-smiley-013.gif].

Ich finde die verlinkte Arbeit ausgezeichnet, vor allem, weil sie wirklich sehr verständlich geschrieben ist, aber auch umfassend, denn da sind, meiner Meinung nach, recht viele Aspekte, die zur Beantwortung Deiner Frage wichtig sind, sehr schön herausgearbeitet.
Und das alles, ohne das es sich überhaupt um den Flynn-Effekt drehen würde- den musste die Autorin ja eher notgedrungen bestimmen, um diesen aus ihren Ergebnissen rausrechnen zu können, um dann wiederum die Validitätsunterschiede zwischen HAWIK III und IV untersuchen zu können.

Warum ich empfehlen würde, es mal von vorne bis hinten zu lesen (gemein, gell :lol: ):

Wie gesagt, es ist sehr verständlich und überaus durchdacht aufgebaut.
Sie kommt Deinem Wunsch nach
Mica hat geschrieben:
ich würd´s halt nur so gern selber SEHEN dürfen, nicht nur als Fazit und Mittelwertlinie, sondern als Komplettverteilung
denn da ist eine einzelne repräsentativ ausgewählte Stichprobe von der Erhebung bis zur Aufbereitung zur Anwendung zu Analysezwecken komplett durchgerechnet.
Interessant finde ich den Punkt 7.5.4 und 9.5.4 (aber vorher nicht schummeln ;-) ).

Es ist auch in den Auswertungen einiges zu dem Thema K-ABC im Vergleich zu „richtigen“ Intelligenztests gesagt, was auch Deine Frage berührt.

Sehr empfehlenswert die Einzelfallbetrachtungen unter 9.7, die sehr deutlich machen, welch unterschiedlichen Leistungen im Einzelfall in einen Gesamt-IQ zusammengefasst einfließen können.

Ebenso die Ausführungen zur großen Bedeutung des Lerneffektes, der die wirkliche Ergebnisbeurteilung von Mehrfachtestungen zu einem Zeitpunkt und von Testwiederholungen so schwierig macht. Wodurch, wie die Autorin heraushebt, die in dieser Studie identifizierten Flynn-Effekte in ihrer genauen Höhe auch mit Vorsicht zu betrachten sind.

Recht wichtig für Deine Fragestellung finde ich diesen Abschnitt:

Zitat:
Auch wenn in den Faktorenanalysen, in die sämtliche Untertests beider Testversionen einbezogen wurden, sowohl die Untertests des WO und WLD als auch die Untertests der Indizes UA und AGD auf einem gemeinsamen Faktor laden, scheint auf Grund der anderen Ergebnissen dieser Studie (z. B. Regressionsanalysen und Korrelationen) ein Vergleich dieser Indizes zumindest nur eingeschränkt möglich zu sein. Dabei liegen die Veränderungen nicht nur in den unterschiedlichen Untertests, sondern auch in den damit verbundenen unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten, die in den Indizes erfasst werden (siehe Tabelle 4.4 und Tabelle 4.6).
Außerdem scheinen identische Wertpunkte, beispielsweise in den Indizes WO und WLD, nicht gleichbedeutend damit zu sein, dass das Kind in beiden Indizes identische Leistungen gezeigt hat oder dass die Tests dasselbe messen. Genauso bedeutet eine IQ-Steigerung von WO zu WLD nicht zwangsläufig eine Verbesserung der Leistung des Kindes. Durch die Standardisierung auf ein Mittel von 10 Wert- bzw. 100 IQ-Punkten bedeuten jeweils 10 Wertpunkte bzw. ein IQ von 100 in beiden Testversionen lediglich, dass das Kind verglichen mit Kindern des gleichen Alters ein durchschnittliches kognitives Niveau aufweist.

Zu guter Letzt werden in der Arbeit auch sehr plastisch die qualitativen Unterschiede in der Interpretation des Intelligenzbegriffes zwischen alter und neuer Testversion herausgearbeitet, also Neudefinitionen (Verbesserungen), WAS überhaupt mit Hilfe des Messinstrumentes als Konstrukt gemessen werden soll.
Mica hat geschrieben:
Der K-ABC gilt doch gerade als veraltet, weil die Normierung "zu alt sei", was nur wegen des Flynn-Effekts überhaupt ein Problem ist?

So ist es nämlich nicht. Bei Neunormierungen werden auch die durch neuere fortgeschrittene Forschung verbesserten grundsätzlichen Strukturen modernisiert, um die Aussagekraft der Messungen zu erhöhen.

Dies ist hier in dem Fall dieses Testverfahrens laut Aussage der Autorin gelungen:
Zitat:
Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass für die WISC-IV und damit auch den HAWIK-IV erfolgreich Änderungen in der Erfassung kognitiver Fähigkeiten vorgenommen wurden, die als wichtige Konstrukte im Bereich der Intelligenzdiagnostik gelten.
und die Schlussfolgerung:
Zitat:
Erfasst die aktuellere Version erfolgreich neue und bedeutsame Konstrukte, ist sie der älteren Version klar vorzuziehen.


Aber das macht auch klar, dass es zur Bestimmung der Flynn-Effekte nicht ausreichend ist, irgendwelche Zahlen im Zeitablauf vergleichend zu betrachten, sondern eventuelle Auswirkung dieser Modernisierungen müssen dabei identifiziert und bewertet werden. Dass dies möglich, aber komplex ist, zeigt die Arbeit sehr schön.

LG, Ida


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10. Apr 2013 20:39

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 10. Apr 2013 20:39 
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Zitat:
Zitat:
Mica hat geschrieben:
- die Sache mit der Geduld ist keine meiner Stärken (äh, hätt ich jetzt nicht erwähnen müssen, was ?)..

Die musst Du dann schon aufbringen, wenn Du da für Dich wirklich mehr zu erfahren willst, das ist schon ein recht komplexes Thema ohne einfache Antworten- darum gibt’s es ja auch so viele wissenschaftliche Arbeiten dazu .


Ei, das war ein Missverständnis: ich hatte Deine Bemerkung nicht auf die Länge des verlinkten Textes bezogen, sondern auf die geschätzt 24 Stunden, die ich darauf warten "musste" - sollte also ein Scherz sein 023 . Mit den Arbeiten beschäftige ich mich gern in aller Ausführlichkeit, und habe es weitgehend auch bereits getan, schwöre!!

Ich habe auch gar nichts gegen die Arbeit, ich finde sie nur in einem einzigen Punkt ein wenig, wie soll ich sagen: inkonsequent: Die Autorin diskutiert ja durchaus richtig, dass die Methodik nur sehr eingeschränkt geeignet ist (aus ganz legitimen Gründen, weil nicht primär darauf abzielend!!!), Aussagen über den Flynn-Effekt zu machen (weil zum einen der Lerneffekt als zusätzliche Störgröße hereinspielt, zum anderen die Testbatterie III vs. IV nicht identisch ist und zum Teil nicht vergleichbare Indizes erhebt (WO vs. WLD). Schwierig finde ich in solchen Fällen dann immer, wenn die Arbeit aber in den "conclusions" letztendlich doch eine Aussage macht...Ich persönlich hab durchaus auch die Einschränkungen gelesen - finde aber, man kann nicht vorne sagen, die Studie ist dazu nicht konzipiert und geeignet, und hinten dennoch Schlüsse ziehen, wenn auch "in gewissem Rahmen"...Und die Aussage in der Gesamtzusammenfassung, die Studie hätte den Flynn-Effekt als Störgröße "untersucht", finde ich zu weit gehend (berücksichtigt / in Betracht gezogen fände ich zutreffender...)

[smilie=sign2_ironie.gif] 71 Eine Spur frage ich mich doch, warum es Dir so wichtig ist, mir einen extra-besonders-verständlichen Text anzupreisen - die Sache mit dem Textverständnis :-,, kann ich echt gut! Halte ich nur in sozialer Kommunikation immer so unfreiwillig gut verborgen [smilie=confused-smiley-013.gif] .

Was die Sache mit dem WLD-Index betrifft (der bei den unterdurchschnittlich / normal (?) begabten höher ausfällt als der WO, bei den überdurchschnittlich oder hoch begabten aber niedriger), so ist es für meinen persönlichen Intelligenzbegriff so, dass ich ein Konzept mit geringerer Wertung von Geschwindigkeit und Gedächtnis vorziehe (was nur im zweiten Fall an den persönlichen Schwächen liegt, und auch da nicht wirklich, da mein "Arbeits"gedächtnis, das ja gemessen würde, grandios, nur mein Langzeitgedächtnis grottig ist...). Insofern finde ich die "Änderungen in der Erfassung kognitiver Fähigkeiten " nicht ganz so "erfolgreich", aus den im letzten Beitrag zitierten Gründen...

Das soll aber natürlich keine Kritik an der Arbeit sein (da kann die ja nix für!), auch kein Rumgemäkel, sondern lediglich eine persönliche "Geschmacksäußerung" ... !!! Letztendlich merke ich gerade wieder, dass ich mit "Testintelligenz" allgemein wenig anfangen kann - hatte ich nur kurzzeitig verdrängt... Aber nicht, dass Du nun denkst, Perlen vor die Säue - reflektierte Ablehnung ist doch besser als "ignorante"... Hm, reißt´s jetzt auch nicht mehr raus, oder? :oops:


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11. Apr 2013 00:08

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 11. Apr 2013 00:08 
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Hallo Mica,

Mica hat geschrieben:
[smilie=sign2_ironie.gif] 71 Eine Spur frage ich mich doch, warum es Dir so wichtig ist, mir einen extra-besonders-verständlichen Text anzupreisen - die Sache mit dem Textverständnis :-,, kann ich echt gut! Halte ich nur in sozialer Kommunikation immer so unfreiwillig gut verborgen [smilie=confused-smiley-013.gif] .
Es könnte ja sein, dass auch andere interessierte Mitleser sich gerne näher mit der Frage beschäftigen wollen- die ist ja interessant.
In einem Forum ist man nie "alleine".

Ich bemühe mich eigentlich immer, so verständlich wie möglich und mit Beispielen zu schreiben, weil mir hier in dem Forum auch schon so viele Beiträge anderer Mituser Dinge näher gebracht haben, die ich wirklich nicht wusste und die ich gerne in Ruhe nachgelesen habe.

Mica hat geschrieben:
so ist es für meinen persönlichen Intelligenzbegriff so, dass ich ein Konzept mit geringerer Wertung von Geschwindigkeit und Gedächtnis vorziehe (was nur im zweiten Fall an den persönlichen Schwächen liegt, und auch da nicht wirklich, da mein "Arbeits"gedächtnis, das ja gemessen würde, grandios, nur mein Langzeitgedächtnis grottig ist...). Insofern finde ich die "Änderungen in der Erfassung kognitiver Fähigkeiten " nicht ganz so "erfolgreich", aus den im letzten Beitrag zitierten Gründen...
Bei mir ist es umgekehrt- beides :lol:

Die Änderung des Testes finde ich insoweit gut, um nochmal daran zu erinnern, die dienen nicht zur Identifizierung von Hochbegabten (das ist ein Beiprodukt) und auch nicht zu unterhaltsamen Elfenbeinturmdiskussionen, sondern werden- durchaus auch von (leider) mit der Theorie nicht ganz so vertrauten- Menschen genutzt, um z.B. Schullaufbahnempfehlungen (oder (im HB-Bereich) Sprung/Akzelerationsempfehlungen) zu geben. Daher finde ich eine Korrektur hin zu einem mehr praxisrelevanten Intelligenzbegriff (in Hinsicht auf Leistungskriterien) durchaus hilfreich.

Meine Bezugnahme auf die verlinkte Dissertation hatten vor allem den Grund, dass hier sehr klar verschiedene Aspekte herausgearbeitet werden, die bei der Beurteilung des sogenannten Flynn-Effektes eine Rolle spielen. Und auch in manch anderen Studien, aber insbesondere in Pressetexten, durchaus missachtet werden.

Mica hat geschrieben:
Letztendlich merke ich gerade wieder, dass ich mit "Testintelligenz" allgemein wenig anfangen kann - hatte ich nur kurzzeitig verdrängt... Aber nicht, dass Du nun denkst, Perlen vor die Säue - reflektierte Ablehnung ist doch besser als "ignorante"... Hm, reißt´s jetzt auch nicht mehr raus, oder? :oops:
Oh, da hast Du einen falschen Eindruck gewonnen, im Bereich Test "Intelligenz- Begriff" bin ich das bestimmt nicht :lol: .

Aber, wie hier jemand mal sehr klug (nicht ich :oops: ) geschrieben hat, auf irgendeine Grundlage muss man sich einigen, wenn man wissenschaftliche Methodik und darauf fußend Diskussion betreiben will. Sonst ist alle Diskussion müßig.

Und unfundiertes Geschwurbel, das sich um das Thema Intelligenz dreht, hat ja wohl schon zuviele (Papier)seiten gefüllt :lol: (gilt auch für den Flynn-Effekt) .....

LG, Ida


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11. Apr 2013 21:47

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 Betreff des Beitrags: Re: link zu K-ABC / Flynn-Effekt
BeitragVerfasst: 11. Apr 2013 21:47 
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Hallo Ida,
Zitat:
Es könnte ja sein, dass auch andere interessierte Mitleser sich gerne näher mit der Frage beschäftigen wollen- die ist ja interessant.
In einem Forum ist man nie "alleine".

Ich bemühe mich eigentlich immer, so verständlich wie möglich und mit Beispielen zu schreiben, weil mir hier in dem Forum auch schon so viele Beiträge anderer Mituser Dinge näher gebracht haben, die ich wirklich nicht wusste und die ich gerne in Ruhe nachgelesen habe.


Stimmt, davon profitiere ich als überwiegend passives Mitglied ja auch oft genug. Bin nur "aktiv" nicht so "forenerfahren", vergesse dann tatsächlich allzu leicht, dass das öffentliche Kommunikation ist (hier noch doppelt, da öffentlicher Bereich).

Zitat:
um nochmal daran zu erinnern, die dienen nicht zur Identifizierung von Hochbegabten (das ist ein Beiprodukt) und auch nicht zu unterhaltsamen Elfenbeinturmdiskussionen, sondern werden- durchaus auch von (leider) mit der Theorie nicht ganz so vertrauten- Menschen genutzt, um z.B. Schullaufbahnempfehlungen (oder (im HB-Bereich) Sprung/Akzelerationsempfehlungen) zu geben. Daher finde ich eine Korrektur hin zu einem mehr praxisrelevanten Intelligenzbegriff (in Hinsicht auf Leistungskriterien) durchaus hilfreich.

Auch richtig, zu recht erinnert - tatsächlich ist es auch so, dass ich in meiner Aussage besser von Hochbegabung als von Intelligenz gesprochen hätte. Darüber, was ich für den geeigneten Intelligenzbegriff z.B. im < 100 Bereich halte, habe ich mir noch nie recht Gedanken gemacht. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich persönlich spontan den Begriff "intelligent" nicht mit einem von 60 (?) bis 160 (?) reichendes Kontinuum in unterschiedlichen Ausprägungen assoziiere, sondern nur im "überdurchschnittlichen" Bereich als treffenden Begriff empfinde (so, wie man bei Verwendung des Begriffs "schön" ja auch nicht jede Ausprägung der Optik bis hin zu hässlich beschreibt...)

Zitat:
Aber, wie hier jemand mal sehr klug (nicht ich ) geschrieben hat, auf irgendeine Grundlage muss man sich einigen, wenn man wissenschaftliche Methodik und darauf fußend Diskussion betreiben will. Sonst ist alle Diskussion müßig.

Und unfundiertes Geschwurbel, das sich um das Thema Intelligenz dreht, hat ja wohl schon zuviele (Papier)seiten gefüllt (gilt auch für den Flynn-Effekt) .....

Da hast jetzt Du wieder recht, würde man bei uns sagen :-D

Schönen Abend

Mica


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