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Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"

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23. Mär 2012 12:30

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 23. Mär 2012 12:30 
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Freud hat geschrieben:
Nur wenn der Trainer wählt, sieht es anders aus, aber wenn die Kinder dran sind, geht es zuverlässig wieder im alten Trott weiter. Mir würde jetzt auch nichts einfallen, wie ich das ändern könnte.


Das ist wohl so. Ich fand diese Auswählerei durch Klassenkameraden schon zu meiner Schulzeit ein einziges Spießrutenlaufen. Ich kann heute noch sagen, wie die Bank roch, auf der man dann hocken blieb. Zumindest im Schul- oder Breitensport würde ich das abschaffen wollen.

Gruß

Ubi

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Die Jugend verachtet die Folgen, darauf beruht ihre Stärke. (Martin Kessel)


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23. Mär 2012 12:43

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 23. Mär 2012 12:43 
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Ich kenne das auch. Bei uns wurden immer Völkerball-Mannschaften gebildet. Ich blieb beim Spiel dann als letzte noch unabgeschossen. Aber in die Mannschaft wollte mich niemand. Ich war einfach uncool. Die falschen Hobbys. Wohl auch die falschen Klamotten. Gut in der Schule. Das ging alles gar nicht.

Ich habe es übrigens nicht verstanden. Letzten Endes glaubte ich, schlecht in Sport zu sein.

Eine Geschichte? Natürlich. Die Intelligenz war auch früher schon da. Insofern ist sowas sicher immer schon mal aufgetreten. Es spitzt sich nur mehr und mehr zu. Und je länger man zur Schule geht, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, auch mal auf ungünstige Rahmenbedingungen zu stoßen.

Kinder, die sich eloquent ausdrücken (Klugscheißer), ohne großen Aufwand Leistung abliefern, Konflikte eher verbal lösen wollen.....liegen häufig nicht im Mainstream.

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23. Mär 2012 12:49

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 23. Mär 2012 12:49 
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Ja, und das Kuriose war, am Anfang der 5ten Klasse lief es in alles Dingen erstklassig, viele neue Freunde, gute Noten, immer die Hausaufgaben, In meiner mütterlichen Naivität habe ich mir damals eingebildet wir wären über den Berg :-( Mitte 5te Klasse blieben die Freunde, die schulischen Leistungen gingen aber extrem zurück. Mittlerweile glaube ich, es lief nur so gut, in jeder Hinsicht, da er auf keinen Fall negativ auffallen wollte.

Ich glaube auch nicht das er sein minimalistisches, schulisches Dasein gezielt/bewusst so steuert. Es ist eine ganz tief verankerte Verweigerungshaltung dem (schulischen) Lernen gegenüber, welche er selbst nicht bewusst steuern kann.

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23. Mär 2012 12:53

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 23. Mär 2012 12:53 
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Sicher richtig. Wenn jetzt aber jemand noch besonders empfindlich ist, dabei aber besonders gut austeilen kann (ss, nfs), dann ist das etwas Zusätzliches zur hohen Begabung beispielsweise. Und damit eckt man dann noch mehr an. Und dann eben auch eine Erziehungsaufgabe. Da muss dann ja nicht mehr dahinterstecken. Kann aber.

Bei "Störungen", die man als ein Spektrum beschreibt, ist die Grenze definitionsgemäß fließend. Das macht es nicht einfacher. Außerdem ist zu bedenken, dass man ein einmal vergebens Label nie wieder los wird (mit Konsequenzen bis hin zu Versicherungsfragen). Das will also gut überlegt sein.

Bei autistisch veranlagten Kindern (formulieren wir das mal vorsichtig so), erreicht man, gerade wenn sie intelligent sind, schon dadurch viel, dass man einfach annimmt, dass sie sich nicht mit Absicht dappisch benehmen. Und eben mehr zu Verhaltensweisen von anderen verbal erklärt. Das kann dann ja mal auf keinen Fall schaden. Und wenn es etwas nutzt, ist es ja gut. Eine psychiatrische Abklärung macht doch erst Sinn, wenn sich wirklich massive Störungen zeigen (Depressionen, Angststörungen etc.). Oder wenn man ob der schulischen Situation so verzweifelt ist, dass man sich keinen Rat mehr weiß.

Gruß

Ubi

Edit: dies bezog sich auf Michaelas Beitrag (der Vorletzte hier)

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24. Mär 2012 11:35

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 24. Mär 2012 11:35 
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Ubi hat geschrieben:
Oder wenn man ob der schulischen Situation so verzweifelt ist, dass man sich keinen Rat mehr weiß.


Das ist genau der Punkt. Das Problem ist aber das man keine Hilfe bekommt. Auf meinen Sohn haben mittlerweile 5 Psych. und ein Sonderschulpädagoge geschaut. Es wurden organische Dinge ausgeschlossen, Depressionen... hat er auch nicht und nun stehen wir da. Hilfe? Nein, ich habe den Eindruck das man es als eine Art Luxusproblem einstuft.

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28. Mär 2012 16:28

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 28. Mär 2012 16:28 
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Lohnt sich zu lesen......

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28. Mär 2012 17:21

 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 28. Mär 2012 17:21 
  
Das Luxusproblem endet dort, wo beim Betroffenen ein echter Leidensdruck besteht, egal wie toll das Leben der betroffenen Person und wie wenig verständlich der Leidensdruck (daher?) Dritten auch erscheinen mag.

Was ich auf jeden Fall pervers in unserer Gesellschaft finde, ist der Umgang mit Behinderungen, dem Tod und schweren Erkrankungen. Das lernen wir hier ganz früh auszublenden, zum Schaden derjenigen, die damit umgehen müssen... DSM V bringt für mich da eine weitere Steigerung der Perversität (2 Wochen für Trauer sind nur noch normal) zum Ausdruck... Dahinter stehen dann nicht auch selten wirtschaftliche Interessen, u.a. das legale Verticken von Drogen oder sowas: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011- ... uxusklinik.

Ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass die wirklich Gestörten, die über die Jahre damit dann auch mehr und mehr ihr Umfeld terrorisieren und schädigen, eher nicht zum Psych gehen. Stattdessen fahren sie den Karren lieber gegen die Wand und nehmen dafür sogar den Verlust von Beziehungen (zu Freunden, Familie, eigenen Kindern) in Kauf. Warum das so ist, weiß ich nicht und ich will es auch nicht verurteilen. Da entstehen aber eine Menge interessanter Fragen, wie ich finde...


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28. Mär 2012 17:59

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 28. Mär 2012 17:59 
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Da ich ja vor einigen Jahren meinen Vater verloren habe, weiß ich, wie abwegig die Vorstellung davon ist, nach zwei Wochen mit der Trauer "durch" zu sein. Ganz zu schweigen vom Tod des Partners oder dem eines Kindes.

Wirklich pervers solche Festsetzungen.

Und bezogen auf den Autismus ist es genauso. Man muss nur die Kriterien enger fassen. Und schon hat man ganz viele Kranke.

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28. Mär 2012 18:02

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 28. Mär 2012 18:02 
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Danke für den Link, Michaela. Das finde ich wirklich einen guten Artikel. Wobei man noch berücksichtigen muss, dass an Autisten nicht viel zu verdienen ist. Da gibt es keine medikamentöse Behandlung, im Gegensatz zu AD(H)S. Weswegen man bei Komorbiditäten (viele Autisten sollen ja auch noch ADHS) haben, noch mal extra schauen muss.

Ich denke ja, dass vieles, was heute behandlungsbedürftig erscheint, früher in der Großfamilie aufgefangen wurde. Trauer über längere Zeit, aber auch "komische" Kinder. "Das wird schon" war meine Großmutter immer überzeugt. Sie mit ihrer Lebenserfahrung aus 2 Weltkriegen und der unendlichen Geduld. Heute sind die Familien sehr klein, Freunde eher Bekannte und Psychologen und Psychiater haben zunehmend Kundschaft. Die Ent-Tabuisierung des Besuchs beim Psychologen finde ich grundsätzlich gut. Wer früher eine massive Angststörung hatte, hatte nicht nur damit zu kämpfen, sondern auch damit, dass das nur nicht irgendwie herauskommt.

Der Anstieg von Autismus-Diagnosen wegen gesenkter Cut-off Grenzen: ich finde ja schon, dass man unterscheiden muss, wie sehr tatsächlich das tägliche Leben beeinträchtigt ist. Wer schon mal einen "echten" Autisten mit einer "Vollsymptomatik" im Erwachsenenalter erlebt hat, fragt sich schon, ob die Diagnose Asperger-Autismus auch bei "milden" Varianten in dieser Form verantwortbar ist. Wichtig ist eher, zu sehen, welche Maßnahmen denn helfen, ein Kind mit autistischen Verhaltensweisen der milden Variante voll lebenstüchtig zu bekommen. Mit Ruhe begegnen und immer wieder die Welt erklären ist ja auch keine schlechte Strategie für ganz normale Kinder (was ist das überhaupt?).

Gruß

Ubi

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30. Mär 2012 10:16

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 Betreff des Beitrags: Re: Link zu Vortrag "Hb / AD(H)S / Autismus"
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012 10:16 
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Ich denke, die Eltern stehen heute viel mehr unter einem Druck, nichts falsch zu machen - schließlich hat man ja auf dem Papier alle Chancen, dass jeder Mensch erfolgreich werden kann. Es liegt also offiziell allein in der Hand der Eltern, etwas aus ihren Kindern "zu machen". Das war früher auch nicht so. Entsprechend panisch wird man, wenn man spürt, dass das Kind nicht perfekt ist. Und auch da gilt meiner Meinung nach wieder, dass es vor allem die Eltern einer bestimmten Schicht sind, die sich da stressen lassen.

Mich würde mal interessieren, wie hoch der Anteil der ADSler unter den einzelnen Bevölkerungsschichten ist. Wenn ich mich so umsehe, dann wird in den gehobenen Schichten viel mehr toleriert: Die Erzieher und Lehrer sehen großzügiger über die kleinen "Schelme" hinweg, und, wie ich ja schon im anderen Thread schrieb, die Eltern sind sich sowieso sicher, dass es nur einen Weg gibt: nach oben. Also kann man in der Kindheit ruhig mal über Tische und Bänke gehen und die Sau rauslassen: Mein Sohn erzählt mir immer mal, was für Streiche sich seine Klassenkameraden einfallen lassen - da wird einem Lehrer etwas entwendet (versteckt), sodass dieser richtig traurig über den (vermeintlichen) Verlust ist. Wenn mein Kind so etwas tun würde (oder es unkommentiert hinnehmen würde), würde ich im Boden versinken vor Scham und ich würde mir ernsthafte Sorgen über die Persönlichkeit meines Kindes machen. Aber bei den Herren und Damen von der Juristen-Fraktion ist so ein Verhalten nicht der Rede wert.

Und so ist es dann sicher auch bei den psychiatrischen Diagnosen: Was für den Einen Anlass ist, das Kind von oben bis unten durchchecken zu lassen, ist für den Anderen Ausdruck einer unbeschwerten Kindheit. Klar, wenn man diesen Druck nicht im Nacken spürt, dann kann man sich den Luxus leisten.

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Ich möchte nur von Leuten zitiert werden, die es auch ertragen, wenn man sie selbst zitiert


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