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2. Frage: Förderung in der Grundschule

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5. Mai 2011 10:56

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 10:56 
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Danke Anni. Genau das meine ich auch. Eine Mutter-gesteuerte eigene Förderungs-Extrawurst würde mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

Binnendifferenzierung soll übrigens nicht "allen fitten" Kindern zugute kommen, sondern schlichtweg allen.

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5. Mai 2011 20:01

 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 20:01 
  
Liebe Fabienne,

unser Problem liegt an der Sich-Nicht-Beteiligung am Unterricht und sozialer Selbstisolierung, die in der ersten Klasse extrem auffällig war. Die Antwort meiner Tochter war sehr lange: Es sei langweilig , die Aufgaben seien puppig. Aber sie hat bis jetzt zum Glück immer noch gute Ergebnisse in allen Fächern außer Zeichnen geliefert. Hätte sich das Kind nicht von anderen isoliert, hätte nie jemand mir das andere Problem kommuniziert oder es wäre nur am Rande erwähnt. Der zweite Schuljahr geht nun zu Ende, mein Fazit ist, dass mein Kind sehr demotiviert ist und ich Angst habe, dass es irgendwann abschalten könnte.

Die Mitarbeit in den höheren Klassen hat meine Tochter auch schon abgelehnt.

Zu der Statistik: laut der Psychologin gibt es pro 100 Kindern 5 wie meine Tochter. In einer Klasse gibt es somit nur 1 bis 2 Kinder wie sie, was zu Folge hat, dass eine passende Förderung dieser Minderheit keine hohe Priorität hat. Das ist die Statistik. Sollte im optimalen Bildungssystem nicht alle Kinder nach deren Fähigkeiten gefördert werden? Die einen nicht überfordern, die anderen nicht unterforden?

MfG
Alice


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5. Mai 2011 20:13

 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 20:13 
  
Liebe Anni,

unsere Klassenlehrerin ist weder eingeschüchter, noch verabreiche ich ihr nach der Salamitechnik irgendwelche Sonderbehandlungsrezepte. Ist es die Aufgabe der Eltern, die unzureichende Schul-Bildungsangebote ständig zu ergänzen? Wenn ein Kind eine Leseschwäche hat, ist das ein anerkanntes Problem, dass passend gefördert wird, wenn ein Kind zu seinem Unglück schneller als die anderen begreift, ist das nicht mehr das Problem der Schule. Es begreift ja doch alles. Aber die Langweile hat ja auch ihre bösen Nebenwirkungen, daher kann ich die Einstellung nicht nachvollziehen, dass da kein Förderbedarf besteht. Es geht nicht um eine Sonderwurst, sondern um eine Förderung den Fähigkeiten entsprechend. Alle Kinder haben das Recht, ihre Persönlichkeit nach ihren Fähigkeiten zu entfalten. Schule nimmt einen großen Teil dieser Entwicklungszeit ein. Muss der Ausweg immer eine private Schule sein?

MfG
Alice


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5. Mai 2011 20:30

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 20:30 
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Das Problem deiner Tochter ist offensichtlich nicht, dass sie zu schnell begreift, sondern dass sie die Mitarbeit verweigert. Von Anfang an. Und bis zum Schulabschluss hat sie es schon beschlossen. Daran müsstest du arbeiten. Erklär ihr mal, wo das enden kann.

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5. Mai 2011 21:21

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 21:21 
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Hallo Alice,

Ich verstehe, was Du meinst, Bei uns ist die Kacke nämlich schon am dampfen:

Unsere zweite Tochter hat, nachdem sie in der ersten Klasse immer nur gelangweilt warten musste, ab der Zweiten nicht mehr mitgemacht. Das hab ich dann erst mal zuhause aufgefangen (war wohl schon ein Fehler). Seither therapieren wir an ihr und an mir rum, mal heisst es, sie habe ADHS, neuerdings ist es Asperger Autismus, dabei fing sie als wissbegiertiges, hilfsbereites Kind in der ersten Klasse an. Am Potential kann es nicht liegen, heisst es, sprachlich ist sie sogar deutlich hochbegabt. Komisch, dass sie ausgerechnet hier keinerlei Interesse zeigt und "Aufsätze" nach drei Sätzen enden.

Aufmerksamkeit kriegt sie jedenfalls jetzt reichlich, z.B. wenn ich, wie heute, mehrere Stunden neben ihr bei den Hausaufgaben sitze. An Schule hat sie ohnehin jedes Interesse verloren.

Söhnchen ist jetzt in der ersten Klasse und mag jetzt schon oft nicht mehr. Die Lehrerin nannte ihn kürzlich einen "Selbstlerner" und das trifft es ja auch irgendwie. Nur, dass er durchaus viel lernen muss, z.B. wie man soziale Kontakte knüpft, denn hier hat er echte Defizite. Wärend die anderen Fussball spielen, sitzt er mit seinem Freund aus der Nachbarklasse daneben und diskutiert oder rechnet. Gut, dass er den Freund hat! Im Kindergarten stand er nämlich immer allein da, und hat sich das lesen beigebracht oder Flieger gefaltet.

Heute hat er mir gesagt, alle Jungs aus der Klasse wären gute Freunde, nur er gehöre nicht dazu. Aber dafür ist die Schule ja nicht zuständig!

Eine Idee hab ich leider auch nicht. Einzig vielleicht der: Sei einfach stolz auf Dein schlaues Kind. Das ist der wichtigste Rückhalt, den Du Ihr bieten kannst.


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5. Mai 2011 22:14

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 22:14 
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AliceW hat geschrieben:
unser Problem liegt an der Sich-Nicht-Beteiligung am Unterricht und sozialer Selbstisolierung, die in der ersten Klasse extrem auffällig war.

[...]

Zu der Statistik: laut der Psychologin gibt es pro 100 Kindern 5 wie meine Tochter.

Beim zügigen Durchlesen habe ich nebenläufig überlegt, ob es plausibel ist, dass sich 5 von 100 Kindern selbst sozial isolieren.
Einen Zusammenhang mit dem IQ habe ich gar nicht erst in Betracht gezogen.
*schulterklopf*

- Martin

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5. Mai 2011 23:05

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 23:05 
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Hallo Karin,

du hast ja schon früher hier über deine Familie berichtet. Da hast du einen Neffen mit AS erwähnt, die Beschreibung deines Sohns (und deines Manns) deutete ebenfalls auf autistische Züge hin.

Wenn nun deine "schwierige" mittlere Tochter ebenfalls mit AS in Zusammenhang gebracht wird (diesmal bin ich es nicht gewesen, allerdings hattest du nur wenig über sie geschrieben...), bestätigt das einmal mehr, dass es eine deutliche familiäre Häufung von Autismusmerkmalen in betroffenen Familien gibt. Wobei sich die Ausprägung und die Schwerpunkte der Problematik deutlich unterscheiden können (z.B. mangelnde Kontaktaufnahme + wahllose Kontaktaufnahme, beides "inadäquate Kontaktaufnahme"...)

AS wird nicht durch fehlende kognitive Förderung von hochintelligenten Kindern hervorgerufen oder vorgetäuscht! Allerdings stimmt es, dass die Verhaltensauffälligkeiten viel deutlicher auftreten, wenn diese Kinder "nicht ausgelastet" sind...

Trotzdem verlieren sich die Besonderheiten immer nur vorübergehend, wenn man die betreffenden Kinder deshalb vorlernen oder springen lässt.

Zitat:
Am Potential kann es nicht liegen, heisst es, sprachlich ist sie sogar deutlich hochbegabt. Komisch, dass sie ausgerechnet hier keinerlei Interesse zeigt und "Aufsätze" nach drei Sätzen enden.

Bei einem AS-Kind wäre das nicht ungewöhnlich. Kreativität und Phantasie sind oft eingeschränkt, auch wenn der Wortschatz und der Satzbau außergewöhnlich "erwachsen" sind.

Es stimmt einfach nicht, dass Hb allein regelhaft zu solchem "Leidensdruck" führt. Meine extrem unterforderten großen Kinder, die kein AS haben, konnten ihre Langeweile in der GS sozialverträglich überbrücken, hatten Freunde und Freundinnen, konnten sich selbst motivieren und organisieren und haben nach ihrem Einserabitur mit viel Freude und Engagement studiert. Ihr Privatleben läuft rund...

Mein Sohn mit AS ist ein "Underachiever". Er geht auch seinen Weg, aber er muss unterstützt werden.
Und zwar nicht wegen seines IQ (der hilft ihm), sondern wegen AS.

LG
aspiema


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6. Mai 2011 13:50

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 6. Mai 2011 13:50 
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Zitat:
Aber die Langweile hat ja auch ihre bösen Nebenwirkungen, daher kann ich die Einstellung nicht nachvollziehen, dass da kein Förderbedarf besteht. Es geht nicht um eine Sonderwurst, sondern um eine Förderung den Fähigkeiten entsprechend. Alle Kinder haben das Recht, ihre Persönlichkeit nach ihren Fähigkeiten zu entfalten. Schule nimmt einen großen Teil dieser Entwicklungszeit ein. Muss der Ausweg immer eine private Schule sein?


Hallo Alice,

als meine Tochter im 2. SJ habe ich, glaube ich, genauso geschrieben wie du. Schule macht einen Großteil der Zeit eines Kindes aus und sie muss auch intelligenteren Kindern gerecht werden.

Letztendlich blieb uns tatsächlich nur ein Schulwechsel hin zu einer Schule, die wie selbstverständlich mit Kinder umgeht, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. An der ersten Schule haben wir keinen Ausweg mehr gesehen.

Es war aber bei uns so, und ich denke, dass da fast für alle Probleme zutrifft, dass es definitiv nicht die Langeweile war, die zu den Sorgen geführt hat, sondern die Persönlichkeit meines Kindes. Es braucht nämlich die Anerkennung seiner Gruppe, der Mitschüler, will sich um Umfeld psychisch wohfühlen. Auf dieses hat die erste Schule nicht geachtet und daher ging es schief.

Die neue Schule war vom Leistungsstand her eher weniger weit als die erste Schule, die Langeweile ebenfalls da, aber, da sich das Kind angenommen fühlte, war das dann praktishc kein Problem mehr. Das Selbstbewusstsein stieg und der Schulalltag fing an, wieder Spaß zu machen. Das Kind ist jetzt sicher immer noch unterfordert, aber es findet seinen Weg.

Was ich damit sagen will: am Anfang konzentriert man sich viel zu sehr auf die intellektuelle Förderung und übersieht dabei meist, dass die eigentiche Ursache woanders liegt. Ich musste z.B. erkennen, dass ich ein hoch intelligentes Kind habe, das gleichzeitig unglaublich sensibel ist. Und diese Sensibilität macht ihm zu schaffen. Nicht die Intelligenz. Im Gegenteil. Die Intelligenz hilft, mit der Sensibilität immer souveräner umzugehen. Nur erkennen muss man es erst einmal.

Der Schulwechsel war in unserem Fall notwendig und richtig. An der ersten Schule hätte das Kind kein Bein mehr auf die Erde bekommen. Ich würde daher bei euch mal schauen, wsa es überhaupt für Baustellen bei deiner Tochter gibt und dann vielleicht doch eine Schule suchen, die damit umgehen kann. Die allein intellektuelle Auslastung, da bin ich leider sicher, wird keine Lösung bieten.

Gruß

Ubi

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Die Jugend verachtet die Folgen, darauf beruht ihre Stärke. (Martin Kessel)


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