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2. Frage: Förderung in der Grundschule

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4. Mai 2011 13:49

 Betreff des Beitrags: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 13:49 
  
Jetzt noch eine weitere Frage extra, damit es einfacher ist, die Themen auseinaderzuhalten.

Ich würde mich sehr über persönliche positive Berichte zum Thema Förderung in der Grundschule freuen.

Wenn man die Fachliteratur liest, bekommt man schnell den Eindruck, dass das Springen die einzige sinnvolle Alternative ist. Gibt es noch was anderes?

Rahmenbedingugen: Meine Tochter ist 7,5 Jahre alt, in der 2. Klasse. Der HAWIK IV hat ihr in der Gesamtheit 125 IQ Punkte bescheinigt, bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit sogar 136 Punkte. Am schlechtesten schnitt sie beim wahrnehmungsgebunden logischen Denken ab, wo sie nur durchschnittlich ist. Die Schule steht allem ziemlich offen gegenüber. Leider aber auch verfügt niemand über die Erfahrung mit so was.

Danke schön im voraus!

Alice


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4. Mai 2011 13:52

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 13:52 
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125 IQ-Punkte bedeuten eine überdurchschnittliche Intelligenz. Keine Hochbegabung. Eine Teil-Hochbegabung in Verarbeitungsgeschwindigkeit gibt es nicht. Mensa fällt also schon mal aus.

Ich verstehe deine Frage nicht so ganz. Was genau erwartest du von der Schule. Was soll sie dir bieten?

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4. Mai 2011 14:11

 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 14:11 
  
Meine Tochter will nicht springen, also interessiere ich mich nach alternativen Förderungsmöglichkeiten in der Schule. Vor allem würde ich mich über Berichte von Eltern freuen, die eine vergleichbare Situation schon hinter sich haben. Nachmittagsprogramm ist erstmal außen vor, weil wir da schon sehr viel machen.

Grüße, A


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4. Mai 2011 15:11

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 15:11 
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Dann müsstest du mal mehr über eure Grundschule berichten. Wie tickt die so? Wie arbeitet die Klasse? Gibt es offene Unterrichtsformen?

Es geht schon, ein Kind in der Grundschule ohne Springen zu fördern. Am besten allerdings, wenn dies ein Angebot ist, was für alle fitten und interessierten Kiinder offen steht, ohne einen Test. Sonst hat das Kind schnell die Mitschüler und du die Eltern auf dem Hals.

Für Mathematik gibt es mittlerweile eine ganze Fülle von sog. Forderheften (ein Beispiel mal hier: http://www.oldenbourg.de/osv/frame01.ht ... MatheStars), in Deutsch kann man dem Kind anbieten, freie Geschichten zu schreiben und in Sachkunde kann man Expertenarbeiten anfertigen lassen.

Das steht und fällt aber damit, ob eine Lehrkraft das selber gut und richtig findet und eben in den Unterricht integrieren kann.

Gruß

Ubi

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4. Mai 2011 15:20

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 15:20 
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Hallo Alice,

du hattest doch neulich geschrieben:
Zitat:
Meine erste Tochter ist in der 2. Klasse zur Zeit. Wir haben jetzt unseren "Beratungsweg" bei der Schulpsychologin angefangen, die ersten Tipps sind bereits erteilt und umgesetzt worden: Konsequenz bei Mama und interessante Rätselhefte für die Schule. Es weden sicherlich noch weitere folgen, wenn das Ergebnis eines Grundintelligenztests zur Verfügung steht. Dann soll eventuell ein Treffen aller Beteiligten stattfinden. Unsere KL ist sehr offen. Leider ist die Schule selbst sehr eingeschränkt an Möglichkeiten. Da brauche ich mir keine Illusionen zu machen, die Schule alleine wird das Problem nicht lösen. Wichtig ist für mich zur Zeit, dass mein Kind das Lernen als solches lernt, ergänzende Inhalte bekommt sie zu Hause.


Wieso hat jetzt "niemand Erfahrung" bei euch?
Oder hat die Schulpsychologin nur Tipps, wenn der IQ >130 ermittelt wurde?

Zur Förderung in der GS:

Mein Ältester ist 27, IQ unbekannt, "damals" gab es noch keine getesteten hb Kinder.
Trotzdem müssen sie auch da schon existiert haben und unerkannt zur Schule gegangen sein...Seine KL meinte einfach: "Der spielt in einer anderen Liga."

Er durfte halt Geschichten schreiben, als die anderen noch mit den Buchstaben beschäftigt waren. Und später Artikel für seine "Klassenzeitung", weil er als erster fertig war und auf die anderen warten musste. Von beidem profitierten dann die Mitschüler, denen er oft vorlesen durfte.

Das Lernen hat er vermutlich erst viel später gelernt (in der GS bestimmt nicht). Es hat ihm aber nicht geschadet.

LG
aspiema


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4. Mai 2011 18:20

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 18:20 
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Hallo,

bei meinem Sohn in der Klasse gibt es Aufgaben auf unterschiedlichem Niveau. Es gibt keine Sonderaufgaben für DAS hochbegabte Kind, sondern anspruchsvollere Aufgaben für jedes Kind, das zeigt, dass es die "einfachen" Standardaufgaben bereits abgearbeitet hat oder zumindest so deutlich verinnerlicht hat, dass es nicht mehr zielführend oder notwendig ist, den Stoff noch einmal zu wiederholen. Dazu muss man nicht hochbegabt sein. Die Leistungsfähigkeit kann ja je Fach ziemlich differerieren, denn es ist ja nicht so, dass ein Kind, selbst wenn es hochbegabt ist, alles gleich gut und immer alles viel besser kann als alle anderen.

Wer in der Klasse meines Sohnes seine Aufgaben laut Wochenplan abgearbeitet hat, bekommt auf Wunsch Knobelaufgaben, kann sich an die Hausaufgaben machen, kann lernen (falls in einem Fach ein Test ansteht) oder einfach ein Buch lesen. Möglichkeiten gibt es da viele, ich denke aber, das ist Aufgabe der Lehrkraft, das vorzuschlagen und (wichtig!) für alle umzusetzen. Sonderbehandlung Einzelner führt erfahrungsgemäß zu Unstimmigkeit, nicht nur bei Klassenkameraden und deren Eltern, sondern auch beim Kind selbst - ich kenne kaum ein Kind, das einen solchen Sonderstatus genießt.

Lg

Anni


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4. Mai 2011 19:36

 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 19:36 
  
Zuerst möchte ich mich für die Rückmeldungen bedanken!

Es fanden einige Gespräche mit der Lehrkraft statt, einige mit der Psychologin, eine offene Runde mit den beiden, der Leiterin der OGS und mir findet nächste Woche statt. Unsere Klassenlehrerin ist wirklich für alles offen aber hat keine Erfahrung mit überdurchschnittlich begabten Kindern, zumindest hatte ich nicht den Eindruck. Ich wollte mich in dieser Runde im voraus informieren.

Schule: kein offener Unterricht, Mangel an Lehrkräfte aus diversen Gründen, die ich hier nicht nennen möchte, es gibt Wochenpläne, Aufgaben auf unterschiedlichem Niveau bis zu den Osterferien eher nicht gegeben, nach den Ferien hat meine Tochter auch Knobelaufgaben bekommen.

Noch mal danke sehr für die Infos!

LG Alice


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4. Mai 2011 20:00

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 4. Mai 2011 20:00 
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Zitat:
aber hat keine Erfahrung mit überdurchschnittlich begabten Kindern


Das ist statistisch eher unwahrscheinlich. Einen IQ um 125 hat etwa jedes 20. -25. Kind, also in jeder Klasse eines. ;-)

Und im Bereich "um 120" sollte jedes 10. Kind liegen, das ist ebenfalls "überdurchschnittlich".

Allerdings "kennt" die Klassenlehrerin die IQs ihrer Schüler ja nur in Ausnahmefällen, mag sein, dass das Ergebnis deiner Tochter ihr daher ungewöhnlich hoch vorkommt...

Normalerweise sollte die Binnendifferenzierung nicht vom Ergebnis eines IQ-Tests abhängen, sondern allen "schnellen" und "fitten" Kindern zugute kommen. Dass jedes einzelne Kind exakt nach seinem kognitiven Potenzial "ausgelastet" wird, dürfte eine GS mit Klassen zwischen 20 und 30 Kindern nicht leisten können.

LG
aspiema


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5. Mai 2011 09:24

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 09:24 
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aspiema hat geschrieben:
Zitat:
Normalerweise sollte die Binnendifferenzierung nicht vom Ergebnis eines IQ-Tests abhängen, sondern allen "schnellen" und "fitten" Kindern zugute kommen.


Hallo,

ich würde gerne diesen Satz unterstreichen.

Und dann noch kurz nachfragen: Welches Problem habt Ihr genau ? Ihr hattet ja schon über das Springen nachgedacht, es wegen der Bindung zur Lehrerin wieder verworfen. Heißt das, das Eure Tochter in allen Fächern diese "Langeweile" empfindet - oder nur in bestimmten ? Wie drückt sich diese "Langeweile" genau aus ?

Zum Thema "Förderung in der Grundschule": Es gibt die Möglichkeit seitens der Lehrerin, andere Unterrichtsmaterialien anzubieten (sozusagen Knobelaufgaben, Referate, etc.). Dann gibt es natürlich das Überspringen (was aber nicht immer "die" Lösung ist, man sollte abwägen). Und dann noch die Möglichkeit, in einem bestimmten Fach bei den höheren Klassen "mitzuarbeiten" - das ist praktisch, wenn ein Kind besonders in einem Fach deutlich weiter ist.
Hier ein kleiner Link: http://www.netzwerk-akzeleration.de/ind ... zeleration

Liebe Grüße,
Fabienne

_________________
In dem Maße, wie der Wille und die Fähigkeit zur Selbstkritik steigen, hebt sich auch das Niveau der Kritik am andern.

Morgenstern


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5. Mai 2011 10:48

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 Betreff des Beitrags: Re: 2. Frage: Förderung in der Grundschule
BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 10:48 
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Hallo,

AliceW hat geschrieben:
Unsere Klassenlehrerin ist wirklich für alles offen aber hat keine Erfahrung mit überdurchschnittlich begabten Kindern, zumindest hatte ich nicht den Eindruck.

diese Aussage war mir auch aufgefallen und ich dachte, ich hätte mich in meinem letzten Thread bereits versständlich gemacht, aber offensichtlich noch nicht ausreichend. Es geht nicht um "das" oder "die" begabten Kinder. Es geht um die Unterschiedlichkeit der Leistungsfähigkeiten jedes Kindes, auch noch pro Fach differierend. Deshalb gibt es ja auch nicht "die" Lösung. In meinen Augen funktioniert es für alle Seiten zufriedenstellend nur mit einem gut differenzierenden Konzept, weil eben wirklich jedes Kind unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt.

Ich glaube, dass es (vor allem bei einer so offensichtlich eingeschüchterten Lehrerin wie eurer, die jeden Rat wohl dankend annimmt, was ja eher die Ausnahme ist) nicht funktioniert, wenn du ihr stückchenweise vorgibtst, wie sie mit deinem klugen Kind umzugehen hat. Spätestens beim Lehrerwechsel wird dieses Konzept scheitern. Die Schule muss grundsätzlich die Frage klären, wie sie - und damit die Lehrerin als Ausführende - konzeptionell mit Heterogenität von Kindern und deren Leistungsfähigkeit umgeht. Wie schon geschrieben verstecken sich ja verteilt (hoch)begabte Kinder in allen Schulklassen. Nur nicht überall steht "HB" auf der Stirn geschrieben. Es muss nicht für jeden einzelnen Fall ein neuer Lehrplan geschrieben werden.

Lg

Anni


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