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Unerkannte HB als Erwachsener?

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30. Mai 2009 09:11

 Betreff des Beitrags: Re: Unerkannte HB als Erwachsener?
BeitragVerfasst: 30. Mai 2009 09:11 
  
Zu dem Thema Legasthenie und Intelligenz wollte ich nur eine kleine Anmerkung machen:

Ich habe im Bekanntenkreis einige mit dieser Lese und Schreibschwäche, die beruflich recht erfolgreich sind. Durch ihre Schwäche haben sie z.B. gelernt aufmerksamer zuzuhören und sich viele Dinge sofort zu merken, ohne es zu Hause nachlesen zu müssen (weil müßig). Oder aber, wie mein Schwager, sie zeichnen sich durch ein ernomes Maß an Fleiss aus!

Jede Schwäche birgt doch auch irgendwo eine Chance, wenn man sie nutzt?


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31. Aug 2010 16:57

Offline
 Betreff des Beitrags: Re: Unerkannte HB als Erwachsener?
BeitragVerfasst: 31. Aug 2010 16:57 
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Gerenuk hat geschrieben:
I

Wenn HB wirklich etwas mit Begabung zu tun hat, wie kann es passieren, dass man sich der eigenen Begabung nicht bewusst ist?


Da gibt es viele Möglichekeiten.
Eine ist Unterschätzung der eigenen Leistungen, Selbstzweifel: Ja, ich kann das.
Kann ich das aber wirklich gut, kann ich das immer gut, kann ich das fehlerfrei, habe ich in dem Bereich immer Recht, irre ich mich manchmal, wenn ich mich irre, kann ich dann eine Begabung dafür haben?

eine weitere Möglichkeit sind falsche Vorstellungen:
Wer eine Begabung dafür hat, kann das von Anfang an fehlerfrei, wird/ ist Profi etc.
(Dadurch unterschätzt man wieder die eigene Begabung.)

Dann gibt es noch den Anspruch des Sofort-Könnens an sich und von anderen:
Üben-Müssen wird mit "dafür nicht begabt sein" bis hin zu "das nicht (lernen) können" gleichgesetzt.

Nehmen wir an, jemand wäre in einem Bereich ein extremer Überflieger, alle Menschen in seinem Umfeld sind es in diesem Bereich nicht oder/ und finden den Bereich auch unwichtig.
Der kann seine Begabung noch so unter Beweis stellen, alle anderen wird es nicht interessieren oder sie werden es ignorieren, ihn nicht verstehen, ihn als Nervensäge oder schrägen Vogel abschreiben.
Er dürfte sich dann bald auch so sehen und nicht als der einzig Befähigte in seinem Umfeld in diesem Bereich.

Was ist mit Menschen, die keine Möglichekit haben, ihr Potential unter Beweis zu stellen, weil sie bestimmte Geelgenheiten nicht haben (z.B. Instrumentalunterricht, die Möglichkeit, bestimmte Sportarten auszuüben, sich mit Gleichbefähgten zu messen, eine Rückmeldung zu erhalten, um sich weiter zu entwickeln, Zugang zu bestimmten Medien oder Mentoren nicht haben etc.).

Typisch für unentdecke Begabung ist vermutlich der Vergleich mit Besseren, z.B. "Ja, ich kann schreiben, aber dich nicht so gut wie XY!"
Da man immer einen Besseren findet, wenn man sucht, findet man auch schnell die Bestätigung, dass man selbst dich eigentlich gar nicht so gut ist.

Demotivation durch Erwachsene oder Lehrer (allg.) in der Kindheit oder auch später können einen zu der Überzeugung bringen, in diesem Bereich wirklich nicht begabt zu sein, oder auch zu der Angst, sich da etwas einzubilden.

Die Erfahrung, dass mittelmäßige Leistung immer ausreicht(e) und damit verbunden die fehlende Erfahrung, sich anstrengen zu müssen, an seine Leistungsgrenzen zu gehen, kreativ zu werden, selbst etwas zu erkunden/ entdecken etc. kann dazu führen, sich nie mit seinen Möglichkeiten auseinander zu setzten, zu glauben, dass man nichts schaffen kann (das über eine bestimmte erreichte Leistung hinaus geht), weil man weder Durchhaltevermögen, noch Motivation, noch Erfolgsaussichten kennt.

Auch bestimmte Gewohnheiten in der Umgebung können dazu führen, sich nicht auszuprobieren und so nie etwas über eigene Potentiale zu erfahren (die berühmte Frage "warum machst du das, wozu brauchst du das?", die früher in bestimmten Kreisen weit häufiger gestellt wurde als heute und davon abrät, sich über das Nötigste weiter zu informieren/ entwickeln (zum Beispiel: "Du bist Kindergärtnerin. WArum willst Du jetzt noch Italienisch lernen?!").

Auch die Angst, als dumm zu gelten, wenn man mal ins Blaue spekuliert, mitredet, obwohl man sich in dem Bereich offiziell nicht auskennt und so nur auf Bekanntes/ Smalltalk zurückzieht, kann dazu führen, dass man als "Schuster bei seinen Leisten bleibt" und gar nicht auf die Idee kommt, auch (andere) Talente oder Potentiale zu haben.

Ich wage mal zu behaupten, dass (fast?) alle Menschen noch unentdeckte Potentiale haben, weil einfach die Entfaltungsmöglichkeit fehlt(e) und vielleicht auch das zutrauen, etwas Neues auszuprobieren, bzw. sich an etwas zu versuchen.

jetzt schreiben z.B. viele Menschen im Internet Geschichten, Fanfiction etc. und entdecken ihr Talent dafür; früher hätten viele von denen, auch die sehr guten, bestimmt nicht im Traum daran gedacht, Geschichten zu schreiben oder gar zu versuchen, diese zu veröffentlichen.

Ein Hindernis kann auch sein, dass oft in bestimmten Bereichen, z. B, Musik, nur Spitzenleistungen öffentlich wahrgenommen werden, und man sich als Anfänger dann automatisch auch als unbegabt abstempelt.

Und man entdeckt selten seine Talente in Bereichen, in denen man noch keinen Versuch unternommen hat oder die man vielleicht noch erfinden oder definieren müsste (z. B. bestimmte Kunsttechniken, (Schreib-. Mode- etc. ) Stilexperimente usw.).

Also ich könnte mir sehr viele Gründe vorstellen, warum man als unentdeckter (Hoch-) Begabter durch die Welt geht.
Das bezieht sich aber nicht nur auf Hb, sondern auch auf Begabung in bestimmten Bereichen, derer man sich eben nicht bewusst ist.

Auf neuen Gebieten braucht man erst mal Durchhaltevermögen und muss experimentieren, was funktioniert, wird man dann demotiviert oder es wird einem auch nur abgeraten oder man hat eben kein Durchhaltevermögen, weil man Angst hat, dass der eigene Ansatz falsch ist und das Experiment misslingt, findet man auch nicht heraus, was man hätte leisten können.
(Beispiel: Musikschüler wird vom Improvisieren abgehalten mit dem ewig gleichen Argument "Lern erst mal richtig zu spielen"; das hat er später vielleicht so verinnerlicht, dass er nie Jazz spielen oder sich am Komponieren versuchen wird.)

Ganz klassisch kennen vermutlich die meisten aus irgendwelchen Situationen von irgendwelchen Menschen den Satz:"Lass das mal bleiben, das kannste eh nicht!"

LG,
Frederica


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