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Er will keine Hilfe

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8. Jan 2013 16:02

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 8. Jan 2013 16:02 
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Was möchtest du denn dann diskutieren? Wenn er in der Schule problemlos zurecht kommt und seine Schulreife nicht in Frage zu stellen ist, wartest du mit dem Schwimmkurs einfach noch.

Oder geht es dir darum, mit diesen Schilderungen seine Hochbegabung zu untermauern? Das klappt nicht. Wenn du die bescheinigt haben möchtest, musst du ihn testen lassen. Wofür ich allerdings keine Veranlassung erkennen kann.

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8. Jan 2013 19:28

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 8. Jan 2013 19:28 
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Hallo Uhura,

da kann ich Dir neben in der Familie Brettspiele spielen und musizieren zwei Tipps geben, die bei uns immer sehr gut geholfen haben.

Mit anderen Kindern zusammen lernen lassen. In dem Alter ist niemand ein besserer Lehrer als eine Gruppe anderer Kinder.
Da sind welche dabei, die können das ganz toll, andere gar nicht und wenn ein guter Trainer dabei ist, dann bringt er die zusammen, die sich zusammen anspornen.
Schau da mal lieber nach etwas spielerisch freizeitmäßig orientierten Angeboten, in denen es nicht um den Leistungsgedanken geht.

Und dann darf man den Faktor Dramawirkung Bühnenstar einfach nicht unterschätzen, wenn man versucht, Kindern in diesem Alter Fertigkeiten selbst zu vermitteln.

Bei meinen Kindern war es regelmäßig so, dass Dinge, die bei mir in schöner Regelmäßigkeit in aufreibensten Trotz- und Wutattacken "ich kann das nicht, ich kann das niemals, ich will das nicht" endeten, unter der Anleitung eines anderen ruckzuck erlernt und erledigt waren.

Wenn es mir wichtig war, dass das Kind diese Fertigkeit erlernt (das wäre bei mir zum Beispiel ein 6jähriger Nichtschwimmer), dann habe ich einen Verwandten oder eine Freundin gebeten, dies mal mit dem Kind ohne meine Anwesenheit zu üben, um einen Grundstein zu legen.

Ich erinnere mich an einen kleinen notorischen Nichtradler, der hier mit einem Paten und von dem geschulterten Kinderfahrrad Zeter und Mordio schreiend abmarschiert ist und nach noch nicht mal einer halben Stunde strahlend vors Haus angefahren kam und Runden drehte.

LG, Ida


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8. Jan 2013 20:22

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 8. Jan 2013 20:22 
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Michaela, wir "sprechen" scheinbar nicht die gleiche "Sprache", trotzdem Danke für Deine Antworten.

Danke Freud für den Tipp mit auf entferntere Verwandte zurückzugreifen, prima Idee! Könnte klappen, als Elternteil ist man wohl zu nah dran manchmal! ;) lg Uhura

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8. Jan 2013 23:58

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 8. Jan 2013 23:58 
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Hallo Uhura,
ich schreibe so ausführlcih weil ich hoffe das du dich in meinen Erfahrungen wiederfinden kannst
und vielleicht eine Erklärung und Möglichkeiten zur Unterstützung für dich bekommst .

Mein Kind hat zu der Zeit ebenso zum Perfektionismus geneigt wie deiner.
und alles was er nicht sofort beherrschte hat Stress Verweigerung, Wutanfälle ausgelöst.
Besonders wahrgenommen haben wir dies, wenn Kröte sich entwickelte.
Zu der Zeit waren kognitive, motorische und emotionale Ebenen weit voneinander getrennt.

Er äusserte sich mit Sätzen wie mein Körper macht einfach nicht das was ich will.
Ich weiss wie das funktienirt aber kann es nicht umsetzen.
Ich hasse mich..., bis hin, warum bin ich eigentlich geboren...und weiter...
Dabei wollte er doch genau so sein wie alle anderen- war es aber nicht.

Hilfe wollte er auch nicht annehmen denn das zeigte ihm ja noch mehr wie unfähig er ja
( nach eigenem Empfinden) war .

Das forcierte dann seinen Perfektionismus.
Das was er konnte musste perfekt sein, denn ansonsten hätte er ja komplett versagt.

Es war eine grauenhafte Zeit und es hat gedauert., bis er sich besser fühlen konnte.

Helfen konnten wir unserem Kind, indem wir ihm erklärten und vorlebten das nicht jeder alles können
muss, das jeder Schwächen haben darf und genau deswegen liebenswert und wichtig ist.
Das genau das das Mensch sein ausmacht.

Vor allem aber das man nicht dumm und wertlos ist wenn man etwas nicht sofort kann.

Das war die Schwierigste aller Anforderungen an uns.

P.S manchmal muss man die Kinder auch einfach vor vollendete Situationen stellen.
wie wir haben dich zum Schwimmkurs angemeldet
und wir fahren heute mal zum zu gucken vorbei, somit konnten wir etwas Angst nehmen.

Vieles was fremd /neu war , war mit grosser Panik verbunden.

P.S das scheinst du ja schon zu kennen.


GLG
Tina


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9. Jan 2013 00:12

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 9. Jan 2013 00:12 
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Zu Freud stimme dir zu, aber besser wenn es mit anderen Kindern ist
und nicht mit Verwandten.

Uhura welche schlechten Erfahrungen hat deins denn im ersten Kiga gemacht??

Hat das viellecht Auswirkungen zu seinem jetzigen Verhalten???

GLG
tina


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9. Jan 2013 06:19

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 9. Jan 2013 06:19 
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Hallo Tina, vielen Dank, schön zu hören, dass es anderen ähnlich geht/ging. Und mit den Entwicklungsphasen hast Du Recht. Dann ist es am heftigsten;)
Wir versuchen ihm auch wie ihr immer zu vermitteln, dass er nicht alles können muss und schon gar nicht gleich und sofort.
In seinem ersten Kiga kam es unter anderem dazu, dass er hinter verschlossener Tür eingesperrt wurde (allein mit gerade 3 Jahren!!!), weil die Erzieherin ihm beibringen wollte, dass Türen kaputt gehen, wenn man sie oft öffnet und schließt !!!!!!!! Er hatte zu der Zeit gerade eine Phase, in der er sich extrem für den Mechanismus von Türen und Schlössern interessierte. Er wurde dort angeschrien, separiert, und wir mussten nahezu jeden Tag zum Gespräch. Bsp.er stört massiv beim Frühstück, unsere Frage Wie? Er würde singen, das würde ja gar nicht gehen. Außerdem würde er die anderen Kinder fragen, was sie denn so mithaben. Aha! Tja, das Konzept oder war, zum Frühstück wird geschwiegen oder nur sehr leise Geflüster. Und das ne 1/2 Std. lang. Auf unsere erstaunte Frage, ob die anderen 22 Kinder das denn machen, sagte sie dann: Nein, aber die braucht man nur anschreien, dann sind die wenigstens ruhig!! Ich könnte noch Std. Weiterschreiben. Ich denke auch, dass daraus seine Ängste resultieren, dazu kommt, dass ich als er ein Jahr alt war, Brustkrebs hatte, und wir auch eine schwere Zeit bewältigen mussten. Auch wenn wir es verhindern wollten, so hat er doch trotz des Alters viel mitbekommen. Lg, und Danke für jeden Tipp, Uhura

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22. Jan 2013 15:34

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 22. Jan 2013 15:34 
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Sorry, etwas verspätet - war länger nicht im Forum.
Genau dieses Thema haben wir vor einigen Tagen in der Erziehungsberatung angesprochen (keine Angst, waren nicht deshalb dort - war ein Nebenaspekt beim Abschlussgespräch). Unser Sohn ist ganz ähnlich gestrickt. In manchen Dingen vielleicht, weil es ihm tatsächlich zufliegt - in anderen, weil er genau merkt, dass das eher nicht seine Stärken sind.

Die Position der Beraterin fand ich ein wenig extrem ("ein sechsjähriges, nicht eingeschultes Kind muss sich keinen "Leistungs"-Anforderungen stellen; Aufgaben sollten Erfolgserlebnisse versprechen; wenn das Kind sich selbst durch Perfektionismus diese Erfolgserlebnisse nimmt, sollte es sich seine Aufgaben selbst suchen dürfen und sich dann eben nur an seinen Stärken beweisen").

Den Grundgedanken kann ich nachvollziehen, aber es gibt definitiv Dinge, bei denen ich "aussteige" (Zum Beispiel wird mein Kind sicherlich auch noch einen zweiten Schwimmkurs machen, obwohl es zwar Wasser gut, aber Schwimmenlernen doof fand).

Gerade erst fiel uns aber auf, dass er da einen echten Reifeprozess hingelegt hat - mehr und mehr überwiegt jetzt der Spaß an der Freude das Bewusstsein der "nicht-perfekten" Leistung - er kann jetzt richtig Spaß haben an Dingen (meist Bewegungen) die ihm nicht ganz so leicht fallen. Neben dem Reifeprozess spielt vielleicht auch ein wenig Elternunterstützung (mit Nachhilfe aus dem Forum :-D ) eine Rolle - wir haben besser loben gelernt ... Literaturhinweise und links kann ich bei Bedarf ausgraben.

Viel Glück für Euch! Mica


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23. Jan 2013 17:31

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 23. Jan 2013 17:31 
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Hallo Mica, vielen Dank für die Antwort. Lustiger Ansatz der Beraterin. Unser Stups sucht sich seine Anforderungen auch selbst und eben da auch seinen Perfektionsdrang. Viele Dinge außerhalb der Schule verlangen ja nicht wir, sondern er möchte sie. Dazu würde ich mal gerne die EB hören. Wenn Du mal gräbst, wären wir über Literaturtipps echt dankbar, aber keine Eile bitte. Nur wenn's passt!
Lg Uhura

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23. Jan 2013 21:59

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 23. Jan 2013 21:59 
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Hallo Uhura,

mein jüngerer Sohn (7 Jahre, 2. Klasse) ist auch so ein Perfektionist. Als er noch kleiner war, hat er alles vermieden, von dem er dachte, dass er es nicht perfekt kann. Aus diesem Grund hat er in seiner Kindergartenzeit z.B. so gut wie gar nicht gemalt.
Er hatte in dieser Zeit allerlei Vermeidungsstrategien, es gab aber auch schon mal Tränen und Wehgeschrei, wobei mein Eindruck damals war, dass er wirklich verzweifelt war über seine "Unfähigkeit". Er konnte einfach nicht verstehen, warum ihm viele Dinge nicht auf Anhieb perfekt gelingen wollten.

Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet. Drei Dinge haben ihm geholfen:

Wir haben sehr an seinem Selbstbewußtsein gearbeitet, dass nämlich bei näherem Hinsehen nicht besonders ausgeprägt war. Tatsächlich war er eigentlich der Meinung, die anderen wären viel toller als er. Dabei zählen die Dinge, die einem so zufliegen allerdings nicht. Er hat immer nur die Sachen in die Waagschale geworfen, die ihm nicht so leicht fielen. Durch viele kleine Erfolgserlebnisse hat er gelernt, wie toll er ist. Und das ist glaube ich ganz entscheidend, Perfektionisten sind extrem selbstkritisch.

Aktionen wie Schwimmkurs und anderes Neuland hat er mit seinem besten Freund gestartet. Dann ist man nicht alleine der Neue, der noch nichts kann. Das hat sehr geholfen. Es ging dann nicht so sehr um das Schwimmenlernen, sondern man ging mit seinem Kumpel ins Schwimmbad und hatte Spaß. Plötzlich hatte man das Seepferdchen und ohne großes Gerede begriffen, dass man mit Übung was erreichen kann.

Und unser Zwerg hat irgendwann seinen Ehrgeiz entdeckt. Jetzt will er gut sein, er möchte etwas leisten und möglichst der Beste werden. Hier hat der Sport geholfen. Er hat sich Leichtathletik ausgesucht, nachdem er in der Schule bei einem Sponsorenlauf die meisten Runden als Erstklässler gelaufen war.

Natürlich gibt es immer noch Situationen, in denen er aufgeben will oder meint, er wird das nie können. Aber mittlerweile macht er nicht mehr dicht. Er braucht ganz viel Zuspruch und Lob und muss sein eigenes Tempo und seine eigene Methode bestimmen dürfen, wie er an eine Sache herangeht. Dann klappt es ganz gut.

Herzliche Grüße
Juklema


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24. Jan 2013 09:51

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 Betreff des Beitrags: Re: Er will keine Hilfe
BeitragVerfasst: 24. Jan 2013 09:51 
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Hallo,
unser Mittlerer hat damit auch sehr große Probleme. Das zeigt sich überall - im Sport, im Flöten - und leider vor allem in der Schule. Sobald er denkt, er kann es nicht, oder würde Fehler machen oder wäre nicht so gut wie seine Freunde verweigert er... Leider entstehen dadurch viele Verhaltensprobleme.

Wir sind auch dabei sein geringes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken und auch immer wieder an seiner sehr geringen Frustrationstoleranz zu arbeiten.
LG schlumpfi


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