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Kurze Vorstellung

Moderator: anni11

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13. Feb 2013 10:05

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 10:05 
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Hallo,

johannesK hat geschrieben:
Ja, das wird sicher vorkommen, dass manche die Ursache ihrer Probleme irgendwo suchen, um Verantwortung abzuschieben.

Mir ging es dabei gar nicht um die Schuldfrage oder darum, dass jemand Verantwortung abschieben will, im Gegenteil. Ich möchte nur, dass man klar trennt, zwischen dem, was das Umfeld (z.B. nicht Anerkennung der Stärken) verursacht und was die Begabung selbst. Ein hochbegabter Mensch, der mit seinen Stärken anerkannt wird und deshalb keine Selbstzweifel haben muss, erlebt die "Nichtpassung", die Johannes und Katze beschreiben eher nicht in dieser Weise. Weshalb ja Hochbegabte seltener negativ sondern eher postiv auffallen. Wenn ich es richtig im Kopf habe, sind es nach D. Rost rund zwölf Prozent der Hochbegabten, denen es, weshalb auch immer, nicht gelingt, ihr hohes Potenzial zu entfalten.

johannesK hat geschrieben:
Aber ich gebe dir absolut nicht recht darin, dass eine Begabung oder Hochbegabung nie ursächlich für Probleme ist. Das ist viel zu kurz gedacht in richtung positives Klischee, der/die könnte doch, wenn er/sie nur wollte, weil er/sie ja hochbegabt ist

Nein, das mit dem positiven Klischee meine ich gar nicht. Manche (vor allem Kinder) haben gar nicht die Chance, ihr Potenzial richtig zu entfalten, wenn das Umfeld nicht stimmt und wenn auf die selbstverständlich unterschiedlichen kognitiven Bedürfnisse nicht Rücksicht genommen wird. Und es ist - und davon bin ich überzeugt - nicht die tatsächliche Höhe eines IQ relevant, sondern der Abstand zum Durchschnitt des Umfeldes oder der Umgang mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Die erste Lehrerin meines Sohnes zwang alle Kinder stundenlang im Gleichschritt die gleichen Aufgaben zu lösen, egal ob die Kinder sie bereits verinnerlicht hatten oder nicht. Das hat meinem Sohn den Spass reichlich verdorben. Genau so wenig, wie es den Kindern gerecht wurde, die sich schwerer taten und tatsächlich noch mehr Übung gebraucht hätten. Platt gesagt war also in dieser Situation die Lehrerin mit ihrer mangelnden Differenzierung schuld an der Schulunlust meines Sohnes und nicht sein IQ. Denn der ist mehr als ausreichend. ;-)

johannesK hat geschrieben:
Es ist aber beispielsweise sehr mühsam, wenn man den Eindruck hat, andere brauchen ewig um etwas zu verstehen oder nicht weiß, was man als logisch voraussetzen kann bzw. zum Teil zweifelt, ob man etwas wirklich verstanden hat, weil andere soviel länger brauchen. Wenn man weiß, warum das so ist, ist das viel einfacher und man kann es berücksichtigen.

Das stimmt. Weshalb in manchen Fällen wirklich ein IQ-Test sinnvoll ist für die Selbsteinschätzung. Von dem man sich aber dennoch nicht zu viel versprechen darf. Es kommen ja nur irgendwelche Zahlen raus. Der Test schließt für einen selbst zumindest die kognitive Überforderung aus.

Epilog hat geschrieben:
Wenn ein Mensch völlig problemlos und sofort versteht, worum es geht, und alle andere nicht verstehen, sodass weitere Erklärungen folgen, gewinnt der Mensch den Eindruck, er selbst habe etwas ganz Wesentliches nicht verstanden, weil er ja kein Problem sieht. Da es aber offensichtlich ein Problem gibt, sucht sein Geist das Problem und findet schließlich auch eines. Er konstruiert es selbst.

Das kenne ich tatsächlich von meinem Sohn aus der Schulanfangsphase. Weil er die angebliche Schwierigkeit der Aufgaben nicht verstand, weil er sie als zu leicht empfand als dass sie wirklich Schulaufgabe sein könnte, hat er sich seine Hürde selbst auferlegt, indem er Übungen ("male drei der fünf Löwen an") so kompliziert ausführte, sich quasi selbst eine Schwierigkeit auferlegte, dass er manchmal noch nicht mal fertig wurde :roll: und von der Lehrerin deshalb immer getadelt. Wenn in so einer Situation nicht in adäquater Weise interveniert wird, führt das zu Schwierigkeiten. Aber wieder ist ein nicht differenzierender Umgang die Ursache für das Problem und nicht die Höhe der Intelligenz.

Mein Sohn fängt jetzt mit zwölf Jahren so nach und nach an zu realisieren, welches Potenzial er wirklich hat. Neulich meinte er zu mir, er könne sich glücklich schätzen, dass er von uns so viel mitbekommen hat, er würde sich oft wundern, wie wenig seine Klassenkameraden wüssten. Da mein Sohn wirklich sehr zurückhaltend ist uns sich nie über andere stellt, fand ich diese Aussage schon beachtlich. Selbsteinschätzung, Selbstwahrnehmung sind eben Prozesse, die nie linear ablaufen und immer durch veschiedene Faktoren beeinflusst sind.

Katze hat geschrieben:
Als junge Erwachsene, endlich dem Korsett von Schule und Kleinstadt entflohen, habe ich dann Gruppen gefunden, in die ich passte, genau so wie ich bin und ohne Verstellung. Und damit ging es auch mit dem Selbstbewusstsein aufwärst. Mit mehr Erfahrung kann man dann Menschen und Situationen differenzierter betrachten. Das ist „Erwachsen-werden“, nicht nur für Hbs.

Richtig. Das Gefühl, nicht verstanden zu werden haben alle Menschen irgendwann mal, spätestens in der Pubertät. Ich erinnere mich noch sehr deutlich daran. Vor allem meine Eltern konnten nicht verstehen, welch einzigartigen Probleme ich hatte. ;-)

Warum ich immer wieder daruf rumreite, dass ein hoher IQ keine Probleme schafft? Gegen einen hohen IQ kann man nichts ausrichten (warum sollte man auch ;-)), wohl aber gegen ein unpassendes Umfeld. Katze hat es schön aufgeführt, manchmal muss man sich einfach einen anderen Wirkungskreis suchen, je älter man wird, desto einfacher wird das (Beispiel Uni). Wer denkt, mit IQ 130plus wären besondere Probleme verbunden - und wenn es nur das "ewig Unverstandene" oder das sich immer "mühsam Anzupassende" ist - der kann gar nicht glücklich werden, da die Intelligenz ja eine mehr oder weniger gesetzte Größe ist. Wohl aber kann man sein Umfeld ändern, seine Tätigkeit und was man mit dem Potenzial anfängt. Deshalb weise ich immer darauf hin, dass eine hohe Intelligenz wirklich eine Gabe ist. Auch an einem schlechten Selbstwertgefühl kann man als Erwachsener arbeiten, was Du, Johannes, ja offensichtlich auch schon erfolgreich machst. Denn was man mit seinem Potenzial anfängt, das liegt in der eigenen Hand. Und dazu möchte ich gerne Ubis Oma zitieren, die sinngemäß sagte: "Der Herr hat Dir viel gegeben, nun liegt es an Dir, etwas daraus zu machen." Ich finde es einfach schade, wenn erwachsene kluge Menschen sich im Kontext Begabung in einer Opferrolle sehen. Das muss nicht sein.

Lg

Anni


Zuletzt geändert von anni11 am 13. Feb 2013 10:32, insgesamt 4-mal geändert.

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13. Feb 2013 10:16

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 10:16 
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Die Probleme dem IQ zuzuschreiben, ist das, was die Psychologen eine ungünstige Attribution nennen. Es bedeutet, dass man, wenn man fest dran glaubt, eigentlich nur resignieren kann. Oder sich stolz in der Underachiever-Außenseiterrolle einigeln. Oder etwas anderes in der Richtung.

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13. Feb 2013 10:23

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 10:23 
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Hallo,

Epilog hat geschrieben:
Zitat:
Ich kann dir versichern, dass die meisten HBs genau die gleichen Interessen haben wie ihre Altersgenossen.

Ja, aber erst wenn im jungen Erwachsenenalter, wenn die anderen gereifter sind.

Das würde ich so auch nicht unbedingt unterschreiben. In der Klasse meines Sohnes (Brennpunkt-Schule) gab es durchaus auch pfiffige Kinder, mit denen er in der Pause Schach spielen konnte, sich über Literatur austauschen oder über naturwissenschaftliche Phänomene. Mit anderen vielleicht weniger Intelligenten (wer weiß?), aber durchaus auch netten Kindern hat er Fußball oder Verstecken gespielt oder hat Panini-Bildchen getauscht - ich denke manchmal haben ihn dabei "Tauschphänomene" mehr interessiert als die Bildchen selbst ;-). Es muss also nicht sein, dass man als Alien durch die Welt marschiert oder sich "per se" nicht für Mainstream-Themen interessiert.

Natürlich ist die Chance größer, je höher der Bildungsstandard um einen herum ist, Gleichgesinnte zu treffen, aber es muss ja auch nicht alles in einer Person versammelt sein.

Und manche Themen interessieren einen wirklich nicht, das muss man aber auch nicht unbedingt als Schild vor sich hertragen. Vor allem nicht vor denjenigen, denen das Thema Freude bereitet.

Lg

Anni


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13. Feb 2013 10:33

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 10:33 
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Aha. HBs interessieren sich für Schach und Naturwissenschaften und sonst nichts.

Das kann ich so eigentlich gar nicht bestätigen. Meine haben auch Fußball und Verstecken gespielt. Pokemons gesammelt und getauscht. Und was weiß ich.

Wenn es da eine so glatte Unterscheidunsmöglichkeit gibt, wäre doch ein IQ-Test eigentlich völlig überflüssig?

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13. Feb 2013 10:46

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 10:46 
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Hallo,

Zitat:
Aha. HBs interessieren sich für Schach und Naturwissenschaften und sonst nichts.

Das kann ich so eigentlich gar nicht bestätigen. Meine haben auch Fußball und Verstecken gespielt. Pokemons gesammelt und getauscht. Und was weiß ich.

Genau das habe ich doch geschrieben. Die Bildchen gesammelt haben fast alle Jungs. Fußball gespielt die meisten. Während Schach nur Einzelne gespielt haben, zumindest da war relativ klar, dass es nicht die minder Begabten waren, da Schach nun mal ein relativ komplexes Spiel ist. Aber direkt ableiten kann man meines Erachtens aus keiner dieser Aktivitäten etwas.

Was ich meinte, das ist, dass man sich auf Interessenebene getroffen hat, nicht zwingend auf Intelligenzebene. Ob es da Überschneidungen gab, kann ich gar nicht beurteilen, da ich außer von meinem Sohn nur von einem Klassenkameraden (der der dann früher auf ein Schnellläufer-Gymnasium ging) die Höhe des IQ wusste. Manchmal stimmt die Chemie eben, manchmal nicht.

By the way: Gab es schon Pokemon als Deine Kinder noch zur Schule gingen? :-! Ich dachte das hätte es erst im Alter meine Sohnes gegeben.

Lg

Anni


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13. Feb 2013 11:27

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 11:27 
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anni11 hat geschrieben:
By the way: Gab es schon Pokemon als Deine Kinder noch zur Schule gingen? :-! Ich dachte das hätte es erst im Alter meine Sohnes gegeben.

Lg

Anni

Pokemon gibt es seit 1999 in Europa :-)

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13. Feb 2013 11:29

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 11:29 
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In Deutschland gibt es seit 1999 Pokemons.

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13. Feb 2013 11:33

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 11:33 
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Kann es sein das wir hier falsch sind ? was hat das mit johannesK Vorstellungs Thema zutun!?

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13. Feb 2013 11:50

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 13. Feb 2013 11:50 
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Hallo,

johannesK hat geschrieben:
Es ist aber beispielsweise sehr mühsam, wenn man den Eindruck hat, andere brauchen ewig um etwas zu verstehen oder nicht weiß, was man als logisch voraussetzen kann bzw. zum Teil zweifelt, ob man etwas wirklich verstanden hat, weil andere soviel länger brauchen. Wenn man weiß, warum das so ist, ist das viel einfacher und man kann es berücksichtigen.

Das stimmt. Aber wie Michaela schon schrieb, man läuft ja nicht durch die Welt und denkt, dass die ganze Welt mit gleichen Features ausgestattet ist und ist dann überrascht, wenn dem nicht so ist. Zumindest irgendwann merkt man ja irgendwann, dass es Unterschiede in der Leistungsfähigkeit gibt - egal in welchem Bereich.

So wie meine Sport unterrichtende Freundin nicht verstehen kann, dass jemand "ein Rad schlagen können" nicht im Blut hat sondern es vielleicht sogar mit Übung niemals richtig können wird (dazu würde ich mich zählen), habe ich bis Ende der Grundschule nicht realisiert, dass es Menschen gibt, die im musikalischen Bereich manche Dinge eben einfach nicht hören können, die mir sehr leicht fallen. So what? Deshalb gehe ich mit der Sportlehrerin nicht zum Bodenturnen, dafür mit einer anderen Freundin, die mehr Faible zur klassischen Musik hat zum Klavierkonzert (wobei die Sportlehrerin auch Klassik liebt).

Ich verstehe, dass man, wenn man sich anfänglich mit dem Thema Begabung auseinander setzt und vielleicht auch schlechte Erfahrungen verarbeitet, ganz viel über die Unterschiede zwischen Begabten und nicht Begabten nachdenkt. Irgendwann stellt man fest, dass die Zahl 130+ sowieso nur ein statistischer Wert ist. Und je intensiver man sich damit auseinander setzt, desto mehr rücken die Unterschiede in den Hintergrund. Im Idealfall. Es gibt allerdings auch Menschen, die sich in den Unterschieden vergraben und damit die von Michaela beschriebene ungünstige Attribution verinnerlicht. Die machen sich das Leben meines Erachtens nicht einfach. Aber vielleicht ist es für jemanden, der erst mal ein Selbstbewusstsein zu seiner Begabung aufbauen muss, wichtig, sich diese Unterschiede erst mal immer wieder bewusst zu machen.

mamamoritz hat geschrieben:
Kann es sein das wir hier falsch sind ? was hat das mit johannesK Vorstellungs Thema zutun!?

Sorry Johannes fürs Schreddern. Ich nehme meine Frage zurück.

Lg

Anni


Zuletzt geändert von anni11 am 14. Feb 2013 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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14. Feb 2013 15:11

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 Betreff des Beitrags: Re: Kurze Vorstellung
BeitragVerfasst: 14. Feb 2013 15:11 
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Hallo Johannes, ich kann schon ein wenig nachvollziehen, was Du meinst.

Über das Hochbegabungsthema bei meinem Sohn kam ich erst als längst Erwachsene auf die Idee, meinen eigenen Medizinertest noch mal rauszusuchen. Hochbegabt waren bis dahin immer die anderen, ich war einigermaßen klug, ja, aber kein Merkwunder, kein Genie, nichts, was ich mir so unter Hochbegabung vorgestellt hatte :-? . Und es ist schon so: in meiner Jugendzeit (gleicher Jahrgang) war Hochbegabung als Thema noch viel weniger in den Familien angekommen. Meine Mutter (immerhin beruflich am Rande mit dem Thema befasst) wäre nie auf die Idee gekommen, eine Hochbegabung bei ihrer Tochter zu vermuten (eher noch beim Sohn, weil "verhaltensauffälliger" ;-) ).

Vom Testergebnis war sie überrascht, ein Gespräch über (Hoch-)Begabung gab es trotzdem nicht (möglicherweise war ihr ebensowenig klar wie mir, dass ein Medizinertest nichts anderes als ein Intelligenztest ist - nur dass die Prozentrang-"Grenzen" etwas anders zu fassen sind). Ich persönlich kannte weder eine Definition nach Prozentrang noch die nach Punktwerten - und ein Internet, in dem man rasch mal nachsehen kann, gab es nicht - jedenfalls nicht in unserem Haushalt. Schulische Begabten- / "Elite-"förderung hing in meinem Bundesland allein an exorbitant guten Noten (Schnitt 1,0-1,1) - meine waren entscheidende Nachkommastellen schlechter.

Dass das Thema nicht so wichtig, das Aha-Erlebnis nicht so groß bleibt wie unmittelbar nach der "Entdeckung" ist sicherlich so :-D - und vielleicht auch ein Grund, warum manche(r) sagt, die "Diagnose" sei doch eher irrelevant für die eigene Entwicklung (ein anderer Grund ist sicher unterschiedliche Veranlagung, und ein dritter das jeweilige Glück oder Pech mit der individuellen Umgebung).

Mir persönlich hätte das Thematisieren dieser Hochbegabung trotzdem geholfen, zu begreifen, dass ich nicht "komisch" bin, sondern "beschenkt". Außerdem wäre ich schlicht über jedes zusätzliche Angebot froh gewesen. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, meine Eltern waren durch gesundheitliche Probleme sehr in Anspruch genommen, die Beschäftigungsmöglichkeiten für führerscheinlose Jugendliche waren extrem übersichtlich - da war reichlich Gelegenheit zu Langeweile :-? .

Nun sagt ein gängiges HB-Klischee, dass hochbegabte Menschen gerade durch ihr geistiges Potential mit solchen Situationen besser zurecht kommen - das mag für die kreativen gelten, für mich galt es eher nicht :oops: . Natürlich habe ich auch Mittel und Wege zur selbstgebastelten geistigen Beschäftigung gefunden, und sei es nur die komplizierte Berechnung des nötigen Nährstoffgehalts im Haustierfutter - aber das füllt auch nicht 7 Tage in der Woche. Die restliche Zeit war ich durch ein zeitaufwendiges Hobby und mehrere musikalische Aktivitäten schon nicht schlecht verräumt, Freunde (verschiedener Bildungsklassen) hatte ich auch - trotzdem bin ich nun "mit Diagnose" entspannter als vorher.

Mir hat die Diagnose nicht "für´s Ego" gefehlt - dafür taugen berufliche Erfolge, Musizieren, private Zufriedenheit ohnehin besser - sondern als "Wissen". Zudem fällt mir auf, dass ich den Umgang mit anderen Menschen viel entspannter finde, wenn sie eine ähnliche Art zu denken haben (auch wenn sie in dieser ähnlichen Art zu komplett anderen Schlüssen kommen :-D ). Diese Denkweise hängt nun nicht vom Stempel ab, ist aber unter Hochbegabten signifikant häufiger anzutreffen als in der Normalbevölkerung. Was nicht heißt, dass es nicht auch reichlich hochbegabte Unsympathen geben mag :shock: . Was mir beispielsweise im Umgang mit anderen Menschen mindestens ebenso wichtig ist, ist ein ähnliches Wertesystem - und das wird nun durch Hochbegabung wirklich nicht "selektiert"... :-?

Fazit: Man wäre wohl (wenn nicht in sehr unglücklichen Bedingungen aufwachsend) mit einer früheren "Diagnose" kein anderer Mensch geworden - aber vielleicht doch im Mittelteil etwas mehr mit sich "im Reinen" gewesen (und ermutigt, sich manches eher zuzutrauen). Aber: besser spät als nie, immerhin weißt Du´s jetzt :-D - viel Glück dabei, diese Erkenntnis für Dich - in welcher Art auch immer - zu nutzen!


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